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Dauer: 15. September 2019 - 16. Februar 2020

Wundersam Wirklich - Magischer und Neo-Realismus aus den Niederlanden

Haus Opherdicke

Holzwickede
Beschreibung

Der Maler Dick Ket blickt direkt aus dem Gemälde. Er stellt sich 1933 in seinem Zelfportret met baret (Selbstportät mit Barett)selbstbewusst und selbstkritisch als Maler dar. Über seiner feierlichen Kleidung mit Fliege und Baskenmütze trägt er einen Malerkittel zum Schutz. Mit dem zur Schau gestellten Pinsel und der Malpalette zeigt er gleichzeitig seine Hände. Einerseits symbolisiert diese Geste seine ihm eigene künstlerische Handschrift, die sich in der Thematik deutlicher ausdrückt, als im Pinselduktus. Einschließlich sich selber, malt er mit einem nüchternen Blick diejenigen Objekte, die ihn umgeben und die er auf der Bildfläche bedeutungsvoll arrangiert. Andererseits wirken seine Hände in ihrer Deutlichkeit und Proportion überzogen, fast karikaturesk. Der niederländische Künstler wurde 1902 in Den Helder mit einem schweren Herzfehler geboren, was die Ausformung seiner Finger erklärt. Dennoch bleibt diese dargestellte Wirklichkeit wundersam – etwas scheint darüber hinaus zu weisen.

Die Malereien und Grafiken der niederländischen Künstlerinnen und Künstler Ali Goubitz, Nola Hatterman, Raoul Hynckes, Dick Ket, Pyke Koch, Jan Mankes, Johan Mekkink, Wim Schuhmacher, Charley Toorop und Carel Willink sind Leihgaben aus der Sammlung des Museum Arnhem, das sich auf den niederländischen Neorealismus spezialisiert hat. Entscheidend dafür war, dass Dick Ket damals in der Nähe des Museums lebte und eine enge Beziehung zum Künstlerkreis der Stadt hatte. Hinzu kam, dass der ortsansässige Johan Mekkink ein Bewunderer von Kets Werk und seit 1950 Mitarbeiter des Museums war.

Die Ausstellung auf Haus Opherdicke thematisiert die aufkommende Strömung der neuen Sachlichkeit in der Kunst der Zwischenkriegsjahre über die nationalen Grenzen hinweg. Die Kunst des „Nach-Expressionismus“, wie der Kunstkritiker Franz Roh zeitlich das Wiederaufgreifen der figürlichen Darstellung nach dem Ersten Weltkrieg nannte, war eine prägende Stilrichtung der Weimarer Republik. Sie beschränkte sich aber nicht auf Deutschland, sondern entfaltete sich in den Niederlanden als eigenständige Strömung, wie in ganz Europa und in Amerika. Magischer und Neo-Realismus verdeutlichen die Verschmelzung von realer Wirklichkeit und darüber hinausreichender Realität, die in den ausgestellten Stillleben und Porträts durchscheint.

Die Werke der zeitgenössischen, niederländischen Künstlerin Louise te Poele holen das Thema des Magischen Realismus zeitlich in die Gegenwart. In ihren Fotografien schafft sie Atmosphären und Situationen, die an malerische Traditionen erinnern aber sich durch ihre Mehrdeutigkeit der Wirklichkeit entheben.

 

Foto: Marc Pluim

Adresse

Haus Opherdicke

Dorfstraße 29

59439 Holzwickede

Öffnungszeiten

Heute geöffnet.

Findet nicht am Montag statt.

Dienstag bis Sonntag | 10.30 bis 17.30 Uhr

Wundersam Wirklich - Magischer und Neo-Realismus aus den Niederlanden