gefördert durch RAG Stiftung
Städtefilter:
  • Alle Städte
  • Alpen
  • Außerhalb vom Ruhrgebiet
  • Bergkamen
  • Bochum
  • Bottrop
  • Bönen
  • Castrop-Rauxel
  • Dinslaken
  • Dorsten
  • Dortmund
  • Duisburg
  • Essen
  • Fröndenberg
  • Gelsenkirchen
  • Gevelsberg
  • Gladbeck
  • Hagen
  • Hamm
  • Hamminkeln
  • Hattingen
  • Herdecke
  • Herne
  • Herten
  • Holzwickede
  • Hünxe
  • Kamen
  • Lünen
  • Marl
  • Moers
  • Mülheim an der Ruhr
  • Neukirchen-Vluyn
  • Oberhausen
  • Recklinghausen
  • Ruhrgebiet
  • Schwelm
  • Schwerte
  • Selm
  • Unna
  • Waltrop
  • Werne
  • Wesel
  • Witten
  • Xanten
Filter schließen
Skulpturen

Sonnenseite

Essen

Entstehungsjahr >

2010

Material >

Stahl, feuerverzinkt, eisenoxidrot lackiert

Maße >

Maße (H x B x T): 813 x 641 x 575 cm

PROJEKTBESCHREIBUNG

Im Jahr 2010 wurde das Kunstwerk „Sonnenseite“ des Künstlers Michael Sailstorfer (*1979) in der Essener Innenstadt errichtet. Im nördlichen Bereich des heute als „Grüne Mitte“ bekannten Wohnquartiers stellte Sailstorfer auf einer Rasenfläche eine über acht Meter hohe Gerüstkonstruktion aus Vierkantstahlrohren auf.[1]

Die von allen Seiten offen einsehbare und eisenoxidrot lackierte Konstruktion besitzt in ihrem Inneren einen Treppenaufgang. Über diesen und einen kurzen Steg gelangt man auf eine an der Südseite installierte Balkonkonstruktion. Ursprünglich war der Balkon im Stil der Gründerzeit durch hellgraues Material verkleidet, sodass das Werk bezüglich Farbigkeit und baulicher Erscheinung des filigranen Gerüsts einerseits und des massiven Balkons andererseits zweiteilig wirkte. Durch Vandalismus wurde der Balkon jedoch so beschädigt, dass bei Sanierungsarbeiten im Jahr 2013 auf die Balkonverkleidung verzichtet wurde. Von diesem Aussichtspunkt aus lässt sich heute in Richtung Süden ein Großteil des Viertels überblicken, das vor wenigen Jahren auf einer ehemaligen Gleisanlage neu entstanden ist. Die offene Konstruktion des Gerüsts ermöglicht zudem einen Blick durch das Kunstwerk zum wenige Meter nördlich liegenden Universitätscampus.

Aufgrund ihres Aufstellungsortes inmitten der Wohn- und Hochschulgebäude bietet die Skulptur einen Aus- und Überblick an ungewohnter Stelle, erwartet man doch von einer Aussichtsplattform üblicherweise den Blick in die Weite einer ‚besonderen’ Umgebung. Die ursprüngliche Konstruktion, besonders die Formgebung des Balkongeländers, angelehnt an die Gründerzeitarchitektur, verstärkte zudem einen Gegensatz: Da die Plattform zu jeder Uhrzeit geöffnet ist, stellt die Arbeit eine ungewöhnliche Verbindung von privat erscheinendem und öffentlichem Raum dar, da hier der eher mit dem privaten Kontext einer Wohnung verbundene Balkon in eine öffentlich zugängliche Aussichtsplattform überführt wird. Wenn auch durch das Fehlen der ursprünglichen Balkongestaltung heute nicht mehr in der Deutlichkeit sichtbar, bleibt die Wirkung dieses scheinbaren Gegensatzes in der Konstruktion des Werkes noch nachvollziehbar. 

Damit thematisiert das Werk in künstlerischer Weise – selbst eine Mischung aus Architektur und Skulptur – die Verbindung der zwei Bereiche, der Wohnbebauung in unmittelbarer Nähe zu den öffentlichen Gebäuden der Hochschule. So befand die Jury der Stiftung Kunst, Kultur und Soziales der Sparda-Bank West, die sich für das Werk 2010 entschied und es der Stadt Essen als Geschenk übergab, die an eine Filmkulisse erinnernde Skulptur solle als „Bühne des täglichen Lebens“ gesehen werden.[2] Der Titel „Sonnenseite“ könnte somit auf die Wandlung des Viertels von einer einstigen Industriebrache zur belebten „Grünen Mitte“ anspielen, auf die ein (Aus-) Blick heute lohnt. 

 

[1]vgl. Stiftung Kunst, Kultur und Soziales der Sparda-Bank West (Hg.): Sparda Kunstpreis NRW. 2019. S. 26.

[2] vgl. Stefan Wette: Ein Hauch von Romeo und Julia. In: Westdeutsche Allgemeine Zeitung. 6.10.2009. 

 

Autor: Thomas Buchardt

 

Michael Sailstorfer: „Sonnenseite“2010, Stahl, 813 x 641 x 575 cm, Wohnquartier „Grüne Mitte“, Essen

Foto © Thomas Burchhadt

STANDORT

Meyer-Schwickerath-Straße / Universitätsstraße, 45141 Essen

BESITZ

Eigentum der Stadt Essen