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Skulpturen

Mahnmal Judenpogrom '38'

Lünen

Künstler >

Gerd Lebjedzinski

Entstehungsjahr >

1993

Material >

schwarzer Marmor, Edelstahl, Glas

Maße >

o.M.

PROJEKTBESCHREIBUNG

Gerd Lebjedzinski (*1946): Mahnmal Judenpogrom '38', 1993, schwarzer Marmor, Edelstahl, Glas, ohne Maße, Lange Straße, Lünen.

In der Nacht vom 09. auf den 10. November 1938 wurde im Rahmen einer von der NSDAP gesteuerten Operation zunächst die Synagoge in Lünen niedergebrannt und danach drei jüdische Mitbürger ermordet. Ein Vierter erlag den Misshandlungen jener Nacht auf der Flucht in die Dominikanische Republik. Im Jahre 1993 stellte sich die Stadt Lünen offiziell den Verbrechen des NS-Regimes und untermauerte ihre Verantwortung mit der Errichtung eines Mahnmals, das an die Geschehnisse in jener Nacht erinnern und darüber hinaus als ständig präsentes Bekenntnis gegen Fremdenhass und für Menschlichkeit und Toleranz dienen soll. (Vgl. Broschüre des Förderkreis zur Errichtung eines Judenmahnmals an der Lippe. o.S.). Das Mahnmal wurde vom Bergkamener Künstler Gerd Lebjedzinski entworfen, der zunächst eine Betonlösung als Entwurf für das Mahnmal vorgesehen hatte. Nachdem er sich mit den Geschehnissen von 1938 anhand von Archivmaterial auseinandergesetzt hatte und der Standort am Lippeufer entschieden war, verwarf er diese Idee und konzipierte das heutige Mahnmal Judenprogrom ´38´.

Das Mahnmal besteht aus vier gleich großen Säulen, die nebeneinander am Lippeufer aufgereiht stehen. Die Säulen sind am oberen Ende abgeschrägt und mit spiegelndem Edelstahlblech versehen. Um dem Betrachter die Sicht auf das Mahnmal zu erlauben, wurde die Betonmauer des Lippedamms an zwei Stellen aufgebrochen und mit Glaseinfassungen versehen. Die Betonmauer wurde an dieser Stelle mit schwarzem Marmor verkleidet. Die Verwendung von Edelstahl führt dazu, dass der Betrachter „sich darin nicht nur sieht, sondern auch erkennen kann.“ (Lebjedzinski zitiert nach: Förderkreis zur Errichtung eines Judenmahnmals an der Lippe.) Das Mahnmal ist so konzipiert, dass die Säulen bei Hochwasser in der Lippe versinken, was eine weitere Bezugnahme auf das hier stattgefundene Verbrechen von 1938 darstellt, bei dem einer der jüdischen Mitbürger in die Lippe getrieben wurde und dort ertrank.

Autorin: Linda Klunk

STANDORT

Lange Straße
44532 Lünen

BILDNACHWEIS

© VG BILD-KUNST, BONN 2014, Fotograf: Andreas Ren

BESITZ

Im Besitz der Stadt Lünen.

LITERATUR

Fischer, Bruno: Ruhrgebiet 1933-1945. Der historische Reiseführer. Berlin, 2009. S. 123.

Broschüre Förderkreis zur Errichtung eines Judenmahnmals an der Lippe: Errichtung eines Judenmahnmals an der Lippe. Der Lüner Förderkreis informiert.

LINKS

Homepage des Künstlers: http://www.lebjedzinski.de/index.html