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Skulpturen

Hogarth`s Dream

Lünen

Künstler >

Diemut Schilling

Entstehungsjahr >

2010/2015

Material >

Holz, akkubetriebene Audio-Installation

Maße >

ohne Maße

PROJEKTBESCHREIBUNG

Diemut Schilling, Hogarth`s Dream, 2010/2015, Holz, akkubetriebene Audio-Installation, am Flussufer der Seseke/Asternweg in Lünen-Niederaden

Seitlich des renaturierten Flüsschens Seseke lädt eine schlangenförmige Holzbank zum Verweilen ein. Im Kulturhauptstadtjahr 2010 wurde sie von der in Wuppertal lebenden Bildhauerin Diemut Schilling als ein Beitrag zum insgesamt 12 Arbeiten/12 Künstler umfassenden Skulpturenpfad entlang der Seseke im Rahmen des Kunstprojektes „ÜBER WASSER GEHEN“ installiert.
Aus dem ursprünglich zweiteilig konzipierten Werk mit frontal vor der Sitzbank hydraulisch im Flusswasser der Seseke auf- und eintauchenden Metallelementen, die 2011 gestohlen wurden, entstand das 2015 der Öffentlichkeit in neuer, jetzt einteiliger Version übergebene, aktuelle Werk. Einer Schlange gleich entsteigt sie dem Erdreich und windet sich entlang des Weges. Im Inneren des Werks verbirgt sich eine über Bewegungsmelder aktivierbare Audio-Installation. Für diese hat die Künstlerin Interviews mit den vor Ort lebenden Menschen geführt und zu kurzen Hörstücken verarbeitet. Ergänzt werden die Gespräche durch musikalisch eingespielte Naturklänge sowie Tierstimmen, so dass ein synästhetisch-meditatives Erlebnis möglich ist.
Skulptur oder Bank? Oder handelt es sich um ein multi-funktionales Kunstwerk, das man aufgrund seiner den Raum organisch-dynamisch durchfließenden Form als höchst ästhetisch-harmonisch empfindet? Denn nicht von ungefähr hat man den Eindruck, dass Diemut Schillings elegant-meditative Sitzgelegenheit gleichermaßen den Augen wie der Hand schmeichelt.
Das von der Künstlerin „Hogarth`s Dream“ genannte Werk - in seiner Horizontalerstreckung spielt es auch auf Weg und Wanderung, auf Verlauf, Reise und Unterwegs-Sein an -, verweist in seinem Titel auf den englischen Maler, Grafiker und Karikaturisten William Hogarth. Dieser hatte sich 1753 in seiner Schrift „The Analysis of Beauty“ dem Rätsel der Schönheit gewidmet und in der Schlangenlinie als dem „wogenden Fluss der Bewegung“ ein bestes Beispiel für Schönheit erkannt. Weder monoton gleichförmig wie eine gerade Linie noch aggressiv zackig und auch nicht unharmonisch wie eine gestrichelte Linie, zusammenhanglos sah der für bissig-sozialkritische Zeichnungen bekannte Grafiker in der Schlangenlinie das Mannigfaltige auf ansprechende Weise zur Einheit verknüpft.

Auch Diemut Schillings Sitz-Skulptur an der Seseke verbindet in ihrer sich gemächlich schlängelnden Form Gegensätzliches: Nutzobjekt und Artefakt, Kunst und Natur, Mensch und Kunst, Weg und Rast, Materialität und Klang, Form und Inhalt, Organik und Geometrie, Zeitlichkeit und Dauer, Historie und Gegenwart, Tradition und Moderne. Entsprechend ist auf „Hogarth`s Dream“ sitzend, das Philosophieren über Kunst, Natur und Schönheit eine lebendige eigene Handlung.

Diemut Schilling wurde 1965 in Bremen geboren. Heute lebt und arbeitet sie in Wuppertal. Die Meisterschülerin Tony Craggs hat seit 2011 hat eine Professur für Zeichnung und Druckgrafik an der Alanus Hochschule für Kunst und Gesellschaft und ist seit 2008 Dozentin im Fachbereich Mediendesign an der Bergischen Universität Wuppertal.

Autorin: Claudia Posca

STANDORT

Asternweg
Lünen

BILDNACHWEIS

Fotograf: Andreas Ren

BESITZ

Lippeverband