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Skulpturen

Freya

Duisburg

Entstehungsjahr >

1950

Material >

Bronze

Maße >

Höhe 165 cm

PROJEKTBESCHREIBUNG

Gerhard Marcks: „Freya“,1950, Bronze, Höhe 165 cm,Innenstadt, Duisburg

 

Seit 1962 befindet sich das Kunstwerk „Freya“ des Künstlers Gerhard Marcks in der Duisburger Innenstadt.[1] Damals erworben von der Sparkasse Duisburg steht es heute im Park neben der Hauptsparkasse in unmittelbarer Nähe zur Fußgängerzone. Wenige Meter von dieser entfernt und zu dieser ausgerichtet erhebt sich die Skulptur auf einem Sockel, umgeben von dem niedrigen Buschwerk einer Grünanlage. Ihre teilweise korrodierte Oberfläche, die neben der dunklen Bronzefärbung große Bereiche mit grüner Patina besonders an der Vorderseite am Rumpf und den Gliedmaßen aufweist, bezeugt die Präsenz im Außenraum seit den frühen 1960er Jahren der über anderthalb Meter hohen Bronzeplastik.

 

Als vierten von insgesamt zehn Güssen dieser Skulptur schuf Marcks die figurative Darstellung einer weiblichen Figur.[2] Mit dem etwas angewinkelten linken Bein, dessen Fuß nur mit dem vorderen Teil locker den Boden berührt, vermittelt der Künstler das Bild eines spannungslosen Körperteils, des sogenannten Spielbeins. Durch das rechte, gerade gestreckte Bein, das als Standbein den Körper zu tragen scheint, entsteht der Kontrapost, ein harmonischer Ausgleich zwischen diesen Beinstellungen, aus dem die Schrägstellung des Beckenbereichs folgt. Durch das vorgeschobene Becken ist der Oberkörper leicht nach hinten geneigt. Die rechte Hand ist an dem angewinkelten Arm in die Hüfte gelegt, während der linke Arm leicht gebeugt am Körper herabhängt.

Die dynamische Abwechslung in der Linienführung der Körperteile zeigt eine Gegenüberstellung von Spannung und Entspannung der einzelnen Teile an und führt zu einem harmonischen Ausgleich derselben. So präsentiert der Künstler die „Freya“, die nordische Wanengöttin der Liebe und der Ehe, der Fruchtbarkeit und des Frühlings in ausgewogener Pose. 

Während Gerhard Marcks sich mit dem Titel „Freya“ auf die nordische Mythologie bezieht, finden sich formale und skulpturale Bezüge zu den Meisterwerken der griechisch-antiken Plastik, die der Künstler bei einer Griechenlandreise 1928 kennenlernte.[3] So sagte der ehemalige Lehrer am Staatlichen Bauhaus zu Weimar über seine Arbeit: „(…) Ich bleibe bei den Griechen, bin Impressionist, Classizist oder was es da sonst noch für Schimpfwörter gibt (…)!“[4] Marcks beweist mit seinem Werk die bis in die Antike zurückreichende Beschäftigung des Bildhauers mit der harmonischen Ausgewogenheit einer Gesamtform als Ergebnis einer Formgebung der einzelnen Teile. Diese figurative Darstellung ist auch heute noch nachvollziehbar, und ihre Körperhaltung wirkt aufgrund ihrer Natürlichkeit vertraut und zeitlos aktuell.

 

[1] vgl. NRZ Artikel: „Freya“ steht im Museumsgarten. NRZ vom 4.7.1962.

[2] vgl. Martina Rudloff: Werkverzeichnis. In: Gerhard Marcks. Das plastische Werk. Hg. v. Günther Busch. Frankfurt a. M., Berlin, Wien 1977. S. 353. 

[3]vgl. Jürgen Fitschen: Das späte plastische Werk von Gerhard Marcks – eine Einführung. In: Gerhard Marcks. Das plastische Werk 1973 – 1981. Hg. v. Jürgen Fitschen. Bielefeld 2004. S. 10.

[4] Jürgen Fitschen: Gerhard Marcks (1989–1981). Eine kurze biographische Skizze. In: Gerhard Marcks. Die Einheit der Gegensätze. Skulpturen, Zeichnungen, Grafiken 1919–1959. Hg. v. Gerhard Marcks Stiftung, Bremen. Bremen 2007. S. 13.

 

Autor: Thomas Buchardt

STANDORT

Park der Sparkasse Duisburg, Zentralverwaltung, Königstr. 23-25, 47051 Duisburg

BESITZ

Eigentum der Sparkasse Duisburg

LITERATUR

Busch, Günther (Hg.): Gerhard Marcks. Das plastische Werk. Frankfurt a. M., Berlin, Wien 1977.

Fitschen, Jürgen (Hg.): Gerhard Marcks. Das plastische Werk 1973 – 1981. Bielefeld 2004. 

Fitschen, Jürgen: Gerhard Marcks (1989–1981). Eine kurze biographische Skizze. In: Gerhard Marcks. Die Einheit der Gegensätze. Skulpturen, Zeichnungen, Grafiken 1919–1959. Hg. v. Gerhard Marcks Stiftung, Bremen. Bremen 2007. S. 9-13.

NRZ Artikel: „Freya“ steht im Museumsgarten. NRZ vom 4.7.1962.