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Skulpturen

Burgenland

Herten

Künstler >

Nils-Udo

Entstehungsjahr >

2010

Material >

Rasenpflanzung, COR-TEN-Stahl

Maße >

15 begrünte Erdhügel zwischen 1 m, 2 m und 3 m Höhe

PROJEKTBESCHREIBUNG

Nils-Udo (*1937): Burgenland, 2009/2010, 15 begrünte Erdhügel zwischen 1 m, 2 m und 3 m Höhe, Rasenpflanzung, COR-TEN-Stahl, zwischen Schlosspark und Landschaftspark Hoheward, Herten.

Wer im Hertener Schlosspark, der Anfang des 19. Jahrhunderts von Maximilian Friedrich Weyhe im Stil eines englischen Landschaftsgartens angelegt wurde, als aufmerksamer Spaziergänger begrünte Hügel bemerkt, auf denen en miniature kleine, stilisierte Zechen thronen, der hat das Burgenland des 1937 in Lauf an der Pegnitz geborenen Künstlers Nils-Udo entdeckt. Das Burgenland entstand im Rahmen des Kulturhauptstadtjahres Ruhr 2010. Zwischen dem Schlosspark und dem Landschaftspark Hoheward in Herten sind auf einer Strecke von knapp zwei Kilometern fünfzehn begrünte Erdhügel angelegt, die zwischen einem, zwei und drei Meter hoch sind. Auf acht von ihnen stehen kleine Modelle von Zechen mit ihren Malakow-Türmen, Fördertürmen, Shedhallen und Schornsteinen aus COR-TEN-Stahl, die auf die Vergangenheit Hertens als eine der größten Bergbaustädte Europas verweisen. Nils-Udo verbindet mit seinem Kunstwerk axial das Schloss Herten mit dem Landschaftspark Hoheward. Die ehemals industriell genutzten Flächen des Bergbaus mit ihren Bergehalden wie die Halde Hoheward und die Halde Hoppenbruch wurden zu einem Landschaftspark umfassend umgestaltet. Während in Schlossnähe die Erdhügel mit Zechenmodellen überwiegen, die wie kleine Burgen auf ihnen thronen, dominieren hin zum Landschaftspark Hoheward die reinen Naturhügel mit ihren saftig grünen Rasenflächen.

Mit seiner gestalteten Hügellandschaft greift Nils-Udo mehrere prägende Momente des Ruhrgebiets auf: Mit dem Titel Burgenland verweist der Künstler einerseits auf die Vergangenheit der Region zur Zeit vor der Industrialisierung, von der heute noch zahlreiche Burgen und Schlösser zwischen Emscher und Ruhr zeugen. Andererseits greift der Künstler bewusst mit seinen Hügelaufbauten die Architekturtypologie der Zeche auf, die als neue Burgen der Ruhrbarone des Bergbaus und der Schwerindustrie seit der Industrialisierung das Landschaftsbild des Ruhrgebiets dominierten. Indem Nils-Udo in der Nähe des Landschaftsparks auf die stählernen Zechenaufbauten verzichtet und dort eine reine Hügellandschaft entstehen lässt, thematisiert der Künstler an dieser Stelle auch den Wandel, den das Ruhrgebiet in den letzten Jahrzehnten vollzogen hat. Die ehemaligen Bergehalden des Kohlebergbaus wurden renaturiert und neuen Funktionen zugeführt: Die ehemals industriell genutzten Flächen werden landschaftlich umgestaltet und zu Naherholungsgebieten für die an Ruhr und Emscher lebenden Menschen. „Mit dieser Arbeit, die seinen anderen recht eigen gegenübersteht, hat Nils-Udo seine Haltung dem Menschen, dessen Kultur und der Natur gegenüber verwandelt in ein Kunstwerk, das als Metapher Geschichte, Ort und Landschaft in verspielter Leichtigkeit aufnimmt.“ (Uwe Rüth: 2013. S. 171.)

Nils-Udo, der seine künstlerische Karriere ursprünglich als Maler begann, thematisiert immer wieder die Natur in seinen Arbeiten und ist international bekannt für seine Natur-Projekte. Er arbeitet mit Pflanzungen und lässt seit Anfang der 1970er Jahre aus vorgefundenen Naturmaterialien Installationen entstehen, die er fotografisch als eigenständige Werke festhält. Für seine Auftragsarbeiten im urbanen Raum, wie die Arbeit in Herten zeigt, hat Nils-Udo im Gegensatz zu den Installationen aus reinen Naturmaterialien in der freien Natur, eine eigene Formsprache entwickelt. (Vgl. Ebd. S.166.) „Meine Projekte im Stadtraum sind klar zu trennen von meiner Arbeit in der Natur. Es handelt sich um zwei völlig separate Bereiche. Verglichen mit meiner freien Arbeit im Naturraum gehören meine Realisierungen im Stadtraum eher zur Abteilung „angewandte Kunst“. Überdies verwende ich zu ihrer Umsetzung auch alle nötigen naturfremden Materialien, wie etwa Beton oder Stahl.“ (Nils-Udo in: Uwe Rüth: 2013. S. 12.)

Autorin: Katharina Kemper

STANDORT

Schlosspark bis Landschaftspark Hoheward
45699 Herten

BILDNACHWEIS

© Nils-Udo, Fotograf: Stuart Nicol, Andreas Ren

BESITZ

Im Besitz der Stadt Herten.

LITERATUR

Stadt Herten [Hrsg.]: Kunst im öffentlichen Raum. Wegweiser für das Hertener Stadtgebiet. Herten 2012. (http://www.1kserver.com/508a35c059626/)

Uwe Rüth: Nils-Udo. Wanderer in Natur und Kunst. Köln 2013. S. 170f.