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Medienkunst

Fliegende Bilder

Dortmund

Künstler >

Adolf Winkelmann

Entstehungsjahr >

2010

Material >

Filminstallation in drei Stationen

Maße >

o.M.

PROJEKTBESCHREIBUNG

Ein glühender Stahlstrom umschließt die Dachkrone des Dortmunder U. Der orangerote Fluss wird plötzlich durchbrochen: Überdimensionale Tauben gurren über den Dächern der lauten Stadt. Adolf Winkelmann rhythmisiert mit seinen inszenierten Kurzfilmen der U-Turm Bilderuhr die Ruhrstadt. Er thematisiert die Klischees des Ruhrgebiets und konterkariert sie zugleich durch eine emsige Beiläufigkeit. Der Filmemacher und Regisseur belebt das Dach des ehemaligen Gär- und Lagerhauses der Unionbrauerei und macht Dortmunds erstes Hochhaus zur Landmarke. Die 1,7 Millionen LEDs lassen die 56 Gefache des Dortmunder U auf rund 625 m² erstrahlen. Die kurzen Filmsequenzen zeigen zurrende Blitze, ein überdimensionales Aquarium, ein sausendes Karussell und immer wieder Brieftauben. Winkelmann betont, was das Ruhrgebiet vermeintlich ausmacht und überrascht zugleich mit Bildern, die so niemand erwartet hätte.

Auch die Ruhrpanoramen im Inneren des Turms führen in die Bilderwelten des Ruhrgebiets hinein. Auf elf Projektionsflächen im Eingangsbereich werden in Bilderketten Landschaften inszeniert: Zu sehen sind eine Fahrt entlang des Kanals, ein Spaziergang durch die Fußgängerzone, fließende Montagebänder – ohne Ton oder weiteren Kommentar schweben die Bilder von Fläche zu Fläche. Regelmäßig zerfallen die projizierten Bilder und setzen sich zu neuen Szenerien zusammen, erzählen Neues und Vertrautes auf der „Landkarte der Ruhrstadt“.

Die Neun Fenster bieten Ein- und Ausblicke auf der Innenfassade der Vertikalen im Dortmunder U: Die inszenierten Short Stories in den projizierten Fensteröffnungen begleiten die Fahrt auf der Rolltreppe. Gedankenwelten, offensive Blicke und verbale Aufforderungen hallen durch den senkrechten Raum in das Ohr und schießen ins Auge der Besucherinnen und Besucher. Eine müde gewordene Bergsteigerkapelle leiert „Glück auf der Steiger kommt“ unterlegt mit dem Rhythmus eines schleppenden Boleros. Die Musiker der Kapelle verteilen sich auf die Neun Fenster. Sie sitzen, liegen oder lehnen auf ihren Instrumenten spielend im projizierten Bildraum. Erst durch die Fahrt entlang der Wand werden die einzelnen Protagonisten sichtbar. „Was ich mache sind Filme für unaufmerksame Zuschauer“ betont Winkelmann in einem WDR Interview – ob dies stimmt, müssen nun die Aufmerksamen beurteilen.

Eines eint die Stationen der Fliegenden Bilder Winkelmanns: Sie fließen durch, auf und in der Architektur des Dortmunder U, lenken ab und betonen zugleich den historisch gewachsenen Ort.

Adolf Winkelmann (*1946): Fliegende Bilder, eine Filminstallation in drei Stationen (U-Turm Bilderuhr/Ruhrpanoramen/Neun Fenster), 2010, Dortmunder U, Dortmund.


Autorin: Sarah Hübscher

STANDORT

Dortmunder U-Turm
Leonie-Reygers-Terrasse
44137 Dortmund

BILDNACHWEIS

© Adolf Winkelmann, Fotograf: Andreas Ren

BESITZ

Im Besitz der Stadt Dortmund.

LITERATUR

Anna Tüne: Die Reise ins U – Fliegende Bilder von Adolf Winkelmann. Eine Filminstallation in drei Stationen. In: Andreas Broeckmann/Dieter Nellen [Hrsg.]: Dortmunder U – Zentrum für Kunst und Kreativität. Bönen 2010, S. 116-129.

Jost Krüger/Adolf Winkelmann: Winkelmanns Reise ins U (Roman). Bottrop 2011.

 

LINKS

Homepage des Künstlers: www.winkelmann-film.dewww.fliegende-bilder.de.