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Malerei

Passage

Dortmund

Entstehungsjahr >

1998

Material >

Pigmentfarbe auf Fixativ

Maße >

400 x 2000 cm

PROJEKTBESCHREIBUNG

Im ersten Obergeschoss der Kundenhalle der Dortmunder Sparkasse hat Stefan Pietryga auf einer Fläche von 20 x 4 Metern  eine große Anzahl kleiner blauer Figuren direkt auf die Wand aufgetragen.

 

Wenn man das Gebäude betritt und durch die Halle einen ersten Blick auf das Werk wirft, präsentiert es sich zunächst als ein durch Striche oder Punkte lose strukturiertes Feld. Die darin verstreuten weißen Leerflächen scheinen bildhafte Formen anzunehmen.

Aus der Nähe erweisen sich die vermeintlichen Striche immer deutlicher als kleine menschliche Figuren, die weißen Flächen als nur durch die Gruppenanordnung dieser Figuren bedingt und nicht als eigene Darstellungsträger.

In der unmittelbaren Betrachtung relativiert sich auch der Eindruck der Gruppierungen: obwohl die Figuren aus der Entfernung sehr verdichtet wirken, stehen die meisten von ihnen frei und berühren sich nicht. Einzig an einer Stelle auf der linken Seite des Bildes rücken die Figuren näher zusammen und umstehen eine rechteckige Platzfläche; eine Form die etwa den Proportionen der Kundenhalle entspricht.

Die Zahl der von den Figuren eingenommenen Posen erscheint zunächst mannigfaltig, doch nach längerer Betrachtung stellt sich heraus, dass das Repertoire aus circa fünf bis sechs Formen besteht, die in abwechslungsreichen Anordnungen immer wieder auftauchen. Zumeist halten die Figuren die Arme nahe am Körper, doch bei einigen sind sie, wie in einer Laufbewegung, angewinkelt.

Generell lässt sich auch beobachten, dass keine der Figuren grade ausgerichtet ist, sondern die meisten sich leicht nach links biegen. Diese Bewegung ist ein Kontrast zur Anmutung des gesamten Feldes, das zwar aufgelockert, aber in seiner Gesamtheit eher starr wirkt. Daraus entsteht eine Dynamik aus Stillstand und Bewegung, die dem Verhalten der Menschen an diesem Ort, gleichermaßen Aufenthalt und Passage, entspricht.

Das Wandgemälde thematisiert den Ort seiner Anbringung, der einerseits ein städtischer Durchgangsraum andererseits aber auch ein privater Geschäftsraum der Sparkasse und der damit verbundenen Vertraulichkeit ist. Pietryga interessiert diese Konnotation des halböffentlichen Raums und die betrieblichen Abläufe, die in der Kundenhalle in immer neuen Variationen stattfinden. Die „Choreografie der Öffentlichkeit“ ist dabei seine künstlerische Motivation.[1]


In Stefan Pietrygas Arbeit als Bildhauer entstand zu Beginn der 90er Jahre das Motiv der Pappel; hohe und schlanke Skulpturen, zunächst aus Holz, später auch als Bronzeguss ausgeführt, sind durch eine baumartige Oberfläche strukturiert und komplett mit der blauen Farbe angestrichen, in der auch die Figuren in der „Passage“ ausgeführt sind.

Diese menschlichen Figuren tauchen auch in seinen Arbeiten auf Papier und in Glas auf, sind hier zum einen vor bunt aquarellierte Hintergründe gestellt und zum anderen als Umrisse in das Material geritzt. Sie sind, im Gegensatz zur „Passage“, farblich in verschiedenen Stärken überlagert oder in der Position verdreht, schräg oder liegend abgebildet.

 

Stefan Pietryga: Passage, 1998, Pigmentfarbe mit Fixativ, 4 x 20 Meter, Foyer der Sparkasse Dortmund Freistuhl 2

Autor: Tibor Krauß

 

[1]          Stadt Dortmund: Kunst im Öffentlichen Raum. Dortmunder Innenstadt, Dortmund 2013, S. 10.

STANDORT

Foyer der Sparkasse Dortmund, Freistuhl 2

BESITZ

Sparkasse Dortmund

LITERATUR

Stadt Dortmund: Kunst im Öffentlichen Raum. Dortmunder Innenstadt, Dortmund 2013.