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Kunst am Bau

Piazza Blu

Gelsenkirchen

Entstehungsjahr >

1997

Material >

90 Leuchtstoffleuchten, Wand- und Deckenfarbe Acrylfarbe, Farbton: Kobaltblau

Maße >

Elemente à 62 cm Länge (18 Watt), Gesamtlänge der Lichtlinie: 56 m, ca. 24 x 9 x 9,5 Meter (Maß der eingeschriebenen blauen Flächen-Geometrien)

PROJEKTBESCHREIBUNG

Eva-Maria Joeressen (*1956): PIAZZA BLU, Wettbewerbserfolg eines Entwurfs für Kunst am Bau 1994, Fertigstellung 1997, 90 Leuchtstoffleuchten pro Oval, Elemente à 62 cm Länge (18 Watt), welche vier identische, ovale Deckenvouten umreißen, Gesamtlänge der Lichtlinie: 56 m, Lichtfarbe: Universalweiß, Wand- und Deckenfarbe Acrylfarbe, Farbton: Kobaltblau, ca. 24 x 9 x 9,5 Meter (L x B x H/ Maß der eingeschriebenen blauen Flächen-Geometrien), Fortbildungsakademie des Ministeriums für Bauen und Wohnen NRW, Gelsenkirchen.

In einer umgenutzten, ehemaligen Werkshalle belegt das Kunstwerk von Eva-Maria Joeressen die Decken, Wände und Galerien eines hallenartigen, überdachten rechteckig-länglichen Innenhofs. Der aus dem italienischen stammende Begriff der Piazza, der einen öffentlichen Platz oder Marktplatz bezeichnet, kombiniert Joeressen mit dem Zusatz der Farbe „blu“. Dabei handelt es sich um einen im Gebäudekörper durch das Kunstwerk geschaffenen öffentlichen Raum mit Platzcharakter des Innenhofs.

Auf den vier Galeriegeschossen, deren Umgänge zum Innenhof gerichtet sind, umschreibt die Künstlerin je Etage eine ovale raumgreifende, kobaltblaue und durch eine Lichtkante abgesetzte Fläche an der Decke. Auch die Brüstungen und die Sprossen der verglasten Innenfassade zum Innenhof hin sind in kobaltblau gehalten. Die ovalen Geometrien der Galeriedecken begleiten den Nutzer des Gebäudes bei seiner Bewegung auf den Gängen der Etagen. Durch die durch Licht verstärkte Kontur des Ovals entsteht eine erhöhte Spannung zu der länglich-rechteckigen Form des Luftraums und den umgebenden weißen Wänden des Gebäudeinneren. Dynamisch beschreibt die Lichtkante der Deckenvoute eine weitere Wahrnehmungs-Ebene des architektonischen Innenraumes. Die kraftvolle Wirkung des Kobaltblaus lässt den Betrachter den eigentlich immateriellen Luftraum des Innenhofs körperhaft wahrnehmen.

PIAZZA BLU entfernt sich von einer innenarchitektonisch-dekorativen Lösung. Es sind der Mehrwert der Imagination und das Raumgefühl des Betrachters, die den reinen Nutzwert überlagern. Die Geometrien ändern die Wahrnehmung des länglichen Raumes. Sparsam sind die Mittel, die das Kunstwerk „am Bau“ erscheinen lassen, reichhaltig aber die Wahrnehmung aus den verschiedenen Positionen und Ebenen des Gebäudes. Das intensive Kobaltblau hat eine direkte Anziehungswirkung. Es unterwirft die Funktionen der architektonischen Elemente zugunsten seiner Form-Wirkung als Raumplastik.

Eva-Maria Joeressen gelingt in dieser Arbeit, dass das nicht greifbare, massenlose Licht eine Fläche und einen Körper darstellen kann. Und sogar noch mehr: Die Künstlerin schafft damit einen Imaginationsraum in dem Gebäude, der das Profane der Funktionalität in ein ästhetisches Spannungsgefüge mit der Kunst und dem Betrachter stellt. Der Nutzer wird wie beiläufig zum sehenden Teilnehmer einer erlebbaren Raumplastik. Der Titel der Arbeit verweist auf ein architektonisches Verständnis von Kunst am Bau.


Autor: Mark R. Sylla

STANDORT

Fortbildungseinrichtung des Bau- und Liegenschaftsbetriebs NRW
Leithestr. 37
45886 Gelsenkirchen

BILDNACHWEIS

© VG BILD-KUNST, BONN 2014, Fotograf: Eva-Maria Joeressen

BESITZ

Im Besitz der Stadt Gelsenkirchen.