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Kunst am Bau

Ohne Titel

Duisburg

Entstehungsjahr >

1988/92

Material >

Spiegel, Emaille, Edelstahl

Maße >

23 m x 2,50 m

PROJEKTBESCHREIBUNG

Isa Genzken (*1948) und Gerhard Richter (*1932): Ohne Titel, 1988-92, 23 m x 2,50 m, U-Bahn Station König-Heinrich-Platz, Duisburg.

Mitten in der Duisburger Fußgängerzone findet man ein ganz besonderes Kunstwerk. Wenn man einen der Zugänge der Haltestelle König-Heinrich Platz betritt, wird man von der farbigen Gestaltung der Station überrascht. Den täglichen Pendlern ist vielleicht gar nicht bewusst, dass sie ein Kunstwerk eines der bedeutendsten zeitgenössischen Künstler vor sich haben, denn die U-Bahn-Station wurde 1988 von Gerhard Richter und seiner damaligen Ehefrau und Meisterschülerin Isa Genzken gestaltet.

Die Gestaltung der Station ist umfangreich, aber Genzken und Richter geben der gesamten Haltestelle ein einheitliches Bild durch die Verkleidung der Wände und Säulen mit matten Edelstahlplatten. Durch diese eher unauffällige Strukturierung der Flächen können die farbigen Wandbilder und Elemente stärker hervortreten.
Betritt man die Station am Osteingang, so trifft man neben den Fahrscheinautomaten auf ein wandfüllendes Bild aus 24 farbigen Emailleplatten, auf denen die Stadtgeschichte Duisburgs zu lesen ist. Diese Farbflächen in Blau, Rot, Gelb, Grün und Weiß wurden jeweils mit einer weißen oder farbigen Schrift versehen.
Von dort aus kann man mit den Rolltreppen zu den beiden Bahnsteigen fahren. Diese wurden jeweils in einer Farbe gehalten und auch eine Wand wurde mit der jeweiligen Farbe versehen. Die Grundfarbe Gelb führt zum untersten Bahngleis und die grün gestaltete Rolltreppe auf die erste Bahnsteigebene.

Auf der ersten Ebene befinden sich auf beiden Wänden hinter den U-Bahn-Gleisen große Farbflächen. Ein roter Farbstreifen wird oben und unten von weißen Farbstreifen begleitet. Die weißen Streifen laufen in der Mitte aufeinander zu, so dass der rote Streifen schmaler wird. Auf der gegenüberliegenden Seite findet man eine ähnliche Komposition, die hier jedoch aus den drei Grundfarben besteht, wobei jeweils zwischen den Berührungspunkten eine Linie aus der jeweiligen gemischten Sekundärfarbe erscheint.

Die geschwungenen Linien sind eine Reminiszenz an den Duisburger Kartografen Gerhard Mercator und sollen an die Umlaufbahnen von Merkur und Venus erinnern.
(vgl. http://goo.gl/It39U9 )

Der unterste Bahnsteig wird von monochromen Farbflächen und Spiegelflächen eingefasst. Betritt ein Fahrgast hier das Gleis, so spiegelt er sich selbst und sieht so das Spiegelbild eines U-Bahnhofes mit Fahrgästen, Ticketautomaten und U-Bahnwagen. Somit entsteht ein dynamisches Bild, das sich stets verändert. Die sechs Spiegelflächen wechseln sich mit den Farbflächen in den drei Primär- und Sekundärfarben jeweils ab, so dass gegenüber von einer Spiegelfläche immer eine Farbfläche zu sehen ist. Schaut der Betrachter in den Spiegel, wird ihm in der Reflexion ein leuchtender Hintergrund erscheinen, so dass die Farbe erneut die Gestaltung dominiert.
Verlässt man die U-Bahnstation über den Westeingang, erwartet den Passanten wieder ein Emaille-Wandbild, welches an Richters abstrakte Gemälde erinnert, nur vermisst man hier den pastosen Farbauftrag. Dieses besteht aus verschiedenen ungegenständlichen Formen. So kann man sich bei der Betrachtung der vielen schmalen, parallel geführten Linien an die Gleise der U-Bahn erinnert fühlen.

Genzken und Richter erschaffen ein Gesamtkunstwerk, das eine enorme Präsenz und Leuchtkraft besitzt. Die farbige Gestaltung der Rolltreppen ist zudem sehr funktional. Wie ein Farbleitsystem zeigen sie den Weg in die verschiedenen Ebenen an.

Autorin: Jasmin Blankenburg-Kaczmarek

STANDORT

U-Bahnhof
König-Heinrich-Platz
47051 Duisburg

BILDNACHWEIS

© Gerhard Richter und Isa Genzken, Fotograf: Andreas Ren

BESITZ

Im Besitz der Stadt Duisburg, Amt 61.

LINKS

Homepage des Künstlers: www.gerhard-richter.com