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Kunst am Bau

KIRCHENRAUM FÜR FRAUEN, ALTARBILD: SPHÄREN

Gelsenkirchen

Entstehungsjahr >

1998

Material >

Acryl und Blattgold auf Putz, Ahorn und Eiche

Maße >

250 cm x 800 cm

PROJEKTBESCHREIBUNG

Horst Gläsker (*1949): Kirchenraum für Frauen, Altarbild: Sphären, 1998, Acryl und Blattgold auf Putz, Ahorn und Eiche, Leuchten, Bitumen, 250 cm x 800 cm, Justizvollzugsanstalt Gelsenkirchen.

In einem Raum der Justizvollzugsanstalt, der den geistlichen Bedürfnissen der Inhaftierten gewidmet ist, gestaltete der Künstler Horst Gläsker einen Kirchenraum für die weiblichen Häftlinge. Der Bodenbelag, ein anthrazit bis schwarz changierender Grund, ist bestimmt durch einen weißen Kreis im Zentrum, von dem sich konzentrisch immer kleiner werdende weiße Kreise in die Fläche ausdehnen. Die Decke, ebenfalls ein weißer Kreis, setzt sich von den umgebenden rechtwinklig stehenden Wänden ab. Kleine unregelmäßig verteilte, punktartige Leuchten, die in der Decke eingelassen sind, strahlen in den Raum. Hinter den konzentrischen Bodenkreisen befindet sich das farbreich gemalte Altarbild, das sich konkav geschwungen, schwebend vom Boden absetzt. Die dominanten, punktförmig gesetzten gelblich-warmen Flächen ändern in Richtung der oberen Ecken und im Zentrum der gekrümmten Bildfläche ihre Farbigkeit in ein kühleres Grün-Blau. Die gestische Dynamik der Malerei wird von einer rautenartigen, regelmäßigen Struktur aus Blattgold-Quadraten überlagert. Axial zum Zentrum des Bodenkreises, jedoch aus der Mitte heraus gerückt, steht ein aus sich abwechselnden hellen und dunklen Holzschichten gebildeter Altar. Aus dem schmal verjüngten Altar-Fuß entwickelt sich eine immer breiter werdende, kapitellartige Silhouette mit einer rechteckigen Altaroberfläche. Neben dem hölzernen Blockaltar steht der Ambo, als festgelegter Ort der Verkündigung von biblischen Lesungen, der aus dem gleichen Material gearbeitet ist. Die zylindrische Form des Ambos wird durch einen diagonalen Anschnitt an der oberen Fläche und einen angesetzten, quaderförmigen Stufenteil beschrieben. Der Ambo ist seitlich herausgerückt und steht auf den konzentrischen Kreisen des Bodenbelags. Als solide Säule bildet er einen Kontrast zur Dynamik des konkaven Altarbildes.

Horst Gläsker begreift seine räumlichen Gesamtkunstwerke als „Kunst in Architektur“. Dieser sinnliche Kirchenraum steht den weiblichen Häftlingen zur Verfügung, deren Alltagsumgebung die sachlich-kühle Architektur der Justizvollzugsanstalt ist. Der Betrachter erlebt eine Fülle an verschiedenartig farbigen und reflektierenden Oberflächen der zahlreich eingesetzten Materialien, die als ein ornamentales Ensemble die Gesamtwirkung prägen. Die goldenen Quadrate verleihen dem Altarbild Kostbarkeit und Würde und erzeugen durch ihre Anordnung eine grundlegende Ordnung. Mit diesen reichhaltigen Reizen tritt der Betrachter in eine eigene spirituelle Welt ein, denn nur der Ambo und der Altar beziehen sich auf die christliche Liturgie.

Autor: Mark R. Sylla

STANDORT

Justizvollzugsanstalt Gelsenkirchen
Aldenhofstraße 101
45883 Gelsenkirchen

Eine Besichtigung des Kunstwerks ist nur mit einer Voranmeldung möglich.

BILDNACHWEIS

© VG BILD-KUNST, Bonn 2014, Fotograf: Horst Gläsker

BESITZ

Im Besitz der Justizvollzugsanstalt Gelsenkirchen.

LINKS

Homepage des Künstlers: http://www.horst-glaesker.de/