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Kunst am Bau

Grand Vitrail Cinétic

Bochum​

Künstler >

Victor Vasarely

Entstehungsjahr >

1971

Material >

beschichtetes Glas, 16-teilig

Maße >

ohne Maßangabe

PROJEKTBESCHREIBUNG

Victor Vasarely (1908-1997): Grand Vitrail Cinétic, 1971, beschichtetes Glas, 16-teilig, ohne Maßangabe, Hörsaalzentrum Ost, Universitätsstraße 150, Ruhr-Universität Bochum, Bochum.

„Die Physik offenbarte sich mir damit
als eine neue Quelle poetischer Inspiration.
Die gewohnte Welt versinkt;
Gewißheit und Ungewißheit spielen Nachlaufen miteinander.
Mit Hilfe der Wellenmechanik steige ich bald zum Atom hinab,
bald zum Sternennebel auf.
Sollte das Universum nur eine große Gleichung sein?"

Victor Vasarely, 1963.

Aus vier mal vier Glasfenstern setzt sich das quadratische Grand Vitrail Cinétic zusammen. Versucht man, es zu erfassen, so wandert der Blick von einem Fenster zum anderen und wieder zurück, wobei dem Auge eigentlich nur zwei unterschiedliche Muster geboten werden. Jedes Fenster stellt entweder ein kariertes oder ein gepunktetes Quadrat dar. Zur Mitte hin werden diese Muster immer größer, um den optischen Effekt einer Wölbung zu erzielen, obwohl das Glas selbst durchgehend ebenmäßig verläuft. Die zwei Muster werden mit zwei Farben kombiniert – schwarz und weiß. Bei den zwölf äußeren Fenstern sind die Punkte bzw. die Karos weiß und die Hintergrundlinien schwarz und bei den vier innen liegenden Fenstern ist es genau umgekehrt. Gerade die Kontrastierung von schwarz und weiß in Kombination mit der ständigen Umkehr des bereits Gesehenen versetzt das Grand Vitrail Cinétic scheinbar in Bewegung. Zusätzlich wird durch die doppelte Verglasung - die in einem Abstand dahinter montiert ist - der Eindruck von Plastizität evoziert.  Diese ‚kinetische Kunst‘ wird von Victor Vasarely erstmals in seinem 1955 erschienen ‚Manifeste Jaune‘ beschrieben. Die wahrnehmbare Bewegung im Werk von Vasarely kommt allein durch eine Irritation der Netzhaut, deren Perzepztion hin- und hergerissene wird, zustande und nicht durch mechanische Bewegung. (Vgl. Spies: 1971, S. 76 ff.)

Der französische Titel verweist zum einen auf die Lichtwirkung von großen, bunten Kirchenfenstern (franz. vitrail - dt. Kirchenfenster) und zum anderen auf den Effekt der Kinetik. Victor Vasarely, der als Erfinder der Op-Art (Vgl. Gassen: 1998, S. 11) bereits zu Lebzeiten großen Ruhm erlangte, hat mit dem Grand Vitrail Cinétic ein Werk geschaffen, das durch seine Wirkung Dynamik in die statische Architektur der Ruhr-Universität bringt. Der symmetrische Gebrauch von Schwarz und Weiß hebt sich gerade so sehr von der Fassade der Universität ab, dass eine Irritation beim Betrachter erzeugt wird, die wortwörtlich im Vorbeigehen wahrgenommen werden kann.

Autorin: Linda Schmitz

STANDORT

Ruhr-Universität Bochum
Universitätsstraße 150
44801 Bochum

BILDNACHWEIS

© VG-BILD KUNST, BONN 2014, Fotograf: kunstgebiet.ruhr

BESITZ

Im Besitz der Stadt Bochum.

LITERATUR

Richard W. Gassen [Hrsg.]: Vasarély. Erfinder der OP-Art. Ostfildern 1998.

Spies, Werner [Hrsg.]: Victor Vasarély. Köln 1971.

Maria Schulte: Victor Vasarély. Grand Vitrail Cinetic. In: Ullrich, Ferdinand u. Smerling, Walter [Hrsg.]: Public Art Ruhr. Die Metropole Ruhr und die Kunst im öffentlichen Raum. Köln 2013. S. 194.