gefördert durch RAG Stiftung
Städtefilter:
  • Alle Städte
  • Alpen
  • Außerhalb vom Ruhrgebiet
  • Bergkamen
  • Bochum
  • Bottrop
  • Bönen
  • Castrop-Rauxel
  • Dinslaken
  • Dorsten
  • Dortmund
  • Duisburg
  • Essen
  • Fröndenberg
  • Gelsenkirchen
  • Gevelsberg
  • Gladbeck
  • Hagen
  • Hamm
  • Hamminkeln
  • Hattingen
  • Herdecke
  • Herne
  • Herten
  • Holzwickede
  • Hünxe
  • Kamen
  • Lünen
  • Marl
  • Moers
  • Mülheim an der Ruhr
  • Neukirchen-Vluyn
  • Oberhausen
  • Recklinghausen
  • Ruhrgebiet
  • Schwelm
  • Schwerte
  • Selm
  • Unna
  • Waltrop
  • Werne
  • Wesel
  • Witten
  • Xanten
Filter schließen
Skulpturen

Two Pieces Reclining Figure No. 5

Recklinghausen

Künstler >

Henry Moore

Entstehungsjahr >

1963/64

Material >

Bronze

Maße >

259 x 372 x 172 cm

PROJEKTBESCHREIBUNG

Henry Moore: Two Pieces Reclining Figure No. 5, 1963/64, Bronze, 259 x 372 x 172 cm, Ruhrfestspielhaus, Recklinghausen.

Die Plastik Two Pieces Reclining Figure No. 5 vor dem Ruhrfestspielhaus zeigt zwei wie von einem klaren Schnitt getrennte Teile auf einem rechteckigen Sockel. Die organisch abstrakten Formen sind in Bronze gegossen. Lediglich durch den Titel wird der Betrachter angeregt, Parallelen zu einer menschlichen Figur zu suchen.  Die Form des aufgerichteten Teils kann als abstrahierter Oberkörper mit kleinem Kopf und Armansätzen erfasst werden. Der massive flachere Teil richtet sich als Becken mit Beinen durch seine große Schnittfläche zum Oberkörper. Der Körper ist in zwei unabhängige Teile getrennt. Dennoch sind die Elemente deutlich aufeinander ausgerichtet und wirken nur zusammen.

Das Kunstwerk bietet durch seine Vielansichtigkeit zahlreiche Betrachtungsmöglichkeiten. Das Fehlen eines fixen Betrachterstandpunktes und der weite Vorplatz des Festspielhauses ermöglichen ein individuelles Umschreiten, Annähern und Entfernen. Dabei wird ein Bewegungs- und Wahrnehmungsraum des Betrachters geschaffen, dem sich das Kunstwerk immer wieder unterschiedlich öffnet (Vgl. Steimann: 1999. S. 53). Das Verhältnis zwischen Kunstwerk und Raum sowie dessen Erleben werden in den Mittelpunkt gestellt.

Die ursprüngliche Architektur des Festspielhauses war streng und die Fassade aus Beton mit waage- und senkrechten Formen betont. Diesem geometrischen Gefüge sollte mit Moores Werk, auch Große Liegende genannt, eine bewegte Form gegenübergestellt werden, die gleichzeitig harmoniert und kontrastiert (Vgl. Steimann, S. 52). Die Plastik vermittelte zwischen dem monumentalen Gebäude und dem umliegenden Stadtpark. Nach dem Umbau 1998/99 ist die umgebaute Fassade von einer offenen Transparenz geprägt. Das Kunstwerk ist bereits aus dem Inneren sichtbar. Die ehemalige Vermittlerposition wird zwar aufgelöst, allerdings entsteht durch die neue Erscheinung der Fassade ein fließender Übergang zum Park. In diesem Fluss ist die Plastik souverän einbezogen. Die Inspiration durch Landschaften und den menschlichen Körper stand schon früh im Mittelpunkt des Werkes von Moore. In seinen Plastiken wird deutlich, dass der Künstler „Mensch und Landschaft als miteinander vergleichbare Formereignisse begreift.“ (Lichtenstern: 1994. S. 114) So können in den konvexen Formen seiner abstrakten Figur Assoziationen zur Natur gefunden werden, die sich unmittelbar mit dem angrenzenden Park verbinden.

Autorin: Miryam Grabke

STANDORT

Ruhrfestspielhaus
Otto-Burrmeister-Allee 1
45657 Recklinghausen

BILDNACHWEIS

© Henry Moore, Fotograf: Andreas Ren

BESITZ

Im Besitz der Stadt Recklinghausen.

LITERATUR

Dirk Steimann: Henry Moore in Recklinghausen. In: Ausst. Kat. Henry Moore. Kunstausstellung der Ruhrfestspiele Recklinghausen, Kunsthalle Recklinghausen, 1999. Recklinghausen 1999. S. 51-61.

Christa Lichtenstern: Henry Moore, zweiteilig Liegende I. Landschaft wird Figur. Frankfurt am Main 1994.