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Skulpturen

Steile Lagerung

Essen

Künstler >

Max Kratz

Entstehungsjahr >

1984-1989

Material >

Bronzeguss

Maße >

o.M.

PROJEKTBESCHREIBUNG

Max Kratz (1921-2000): Steile Lagerung, 1984-1989, Bronzeguss, o.M., Freiheit 21, Essen.

An der Freiheit zwischen dem Essener Hauptbahnhof und den Hochhäusern des Südviertels steht das Denkmal des Düsseldorfer Künstlers Max Kratz (1921-2000) für die Bergarbeiter der Bergwerke des Reviers. Auf der Decke des darunterliegenden Tunnels der Autobahn A40, der Hauptverkehrsader des Ruhrgebiets, ragt die Bronzeplastik schräg aus dem Boden empor und zeigt eine Alltagssituation des Bergbaus. Kratz verwendet für den Titel seiner Plastik einen Fachbegriff aus dem Bergbau, der die Neigung einer Lagerstätte der Kohleschichten kategorisiert. Die steile Lagerung weist die stärkste Neigung der Kohleader auf und der Abbau der Kohle findet dabei unter besonders erschwerten Bedingungen für die Bergleute statt.
Der Künstler wählt für seine Darstellung einen Ausschnitt aus dem Arbeitsalltag unter Tage: Die Situation des Abbaus in einem engen Bergbaustollen, der aus zwei eng nebeneinander liegenden bronzenen Balken, die steil nach oben ragen, fragmentarisch beschrieben wird. In diesem engen und unwirtlichen Terrain des Stollens befinden sich vier naturalistisch dargestellte „Kumpel“ mit Grubenlampen auf dem Kopf, die sich in geduckten Körperhaltungen in der steilen Lage des Stollens befinden, um mit Pickel, Hammer und Presslufthammer in der Hand die Kohle abzubauen. Mit der Darstellung der Bergmänner in unterschiedlichen Posen, die auf eine äußerst anstrengende körperliche Tätigkeit hinweisen, und die steile, diagonale Ausrichtung des Werkes verdeutlichen die Arbeitsbedingungen der Bergmänner, die unter vollem Körpereinsatz bei unwirtlichen Bedingungen unter Tage täglich ihre Arbeit verrichteten. Kratz verzichtet auf einen Sockel oder eine Plinthe, sodass der Passant sich auf der gleichen Ebene mit dem Denkmal befindet und die physische Anstrengung der vier Bergarbeiter verstärkt wahrnimmt.
Max Kratz gewann 1984 mit dem Entwurf des Denkmals einen Wettbewerb, den die Stadt Essen ausgeschrieben hatte, um die Ära des Bergbaus und damit vor allem der Bergbaugeschichte in der Stadt Essen ein Denkmal zu setzen. Als 1989 das Denkmal feierlich eingeweiht wurde, war die letzte Zeche Essens, die Zeche Zollverein, bereits seit zwei Jahren geschlossen. Das Denkmal wurde mit der Widmung „Zur Ehrung der Bergleute und ihrer schwierigen Arbeit unter Tage von Bürgern, Unternehmen des Reviers und der Stadt Essen“ versehen.

Autorin: Katharina Kemper

STANDORT

Freiheit 21
45127 Essen

BILDNACHWEIS

© VG BILD-KUNST, BONN 2014, Fotograf: Andreas Ren

BESITZ

Im Besitz der Stadt Essen.

LITERATUR

Das Bergmannsdenkmal „Steile Lagerung" in Essen: Dokumentation zum Werk von Max Kratz. Essen 1989.