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Skulpturen

Schmale Tür 2

Duisburg

Entstehungsjahr >

1992

Material >

Edelstahl, geschweißt

Maße >

o.A.

PROJEKTBESCHREIBUNG

Sei es in Dortmund, Bochum, Marl, Bottrop, Essen oder Duisburg: Überall sind Gräsels Skulpturen zu finden. Die Werke des gebürtigen Bochumers sind dabei beeinflusst von dem täglichen Anblick der Industrieanlagen, die in Gräsels Jugend die Region prägten, und sein grundlegendes ästhetisches Verständnis formten. So überführte er die industrielle Formgebung von Abluftröhren, Fernwärmeleitungen oder Schornsteinen in ein Formenvokabular von eigenständigen, ästhetischen Plastiken. Heute, nach dem umfangreichen Rückbau der einst so prägenden Industrie- und Zechenanlagen, erscheinen Gräsels Skulpturen daher als Reminiszenz an diese, mittlerweile historisch gewordene Industriekultur.

Das typische Merkmal seiner bildhauerischen Praxis ist die Verwendung von industriell gefertigten Rohrleitungen, die den Ausgangspunkt seiner Skulpturen darstellen. Die Variationen in Durchmesser und Material bilden so die Grammatik seiner künstlerischen Sprache. Ein besonders prägnantes Beispiel ist am Duisburger Innenhafen zu finden. Die Plastik „Schmale Tür 2“ ist aus Edelstahlrohren so zusammengesetzt, dass sich durch abrupte Richtungswechsel drei U-Formen ergeben. Zwei Öffnungen weisen dabei nach unten, während die dritte nach oben weist. Die Durchgänge zwischen den Röhren variieren in ihrer Breite.

Die wörtliche Assoziation des Titels „Schmale Tür 2“ ist in der abstrakten Metallplastik nicht wiederzuerkennen und dennoch verweist der zweiteilige Titel auf die zentralen Themen der Plastik, die auch maßgeblich für das Gesamtwerk des Künstlers sind. Das Adjektiv „schmal“ lenkt die Aufmerksamkeit auf Gräsels variationsreichen Umgang mit Volumen. Schmale Durchgänge korrespondieren mit breiteren Öffnungen, so dass ein Spiel mit Proportionen entsteht, das sich der Betrachter erst im vollständigen Umschreiten der Skulptur in seiner Gesamtheit erschließen kann. Über das Substantiv „Tür“ wiederum werden eine Vielzahl an Bildern hervorgerufen: Die Tür als Übergang, Neuanfang oder Schwellenraum sind nur einige von ihnen. So ist die Plastik Gräsels im Duisburger Innenhafen auch eine Möglichkeit sich auf das Angebot einzulassen, beim Betrachten den Formen zu folgen und durch ungewohnte Blickwinkel die Umgebung neu wahrzunehmen.

„Schmale Tür 2“ ist ein Beispiel von Gräsels unermüdlichem Interesse an geometrischen Formen und dem Zusammenspiel von Raum, Zwischenraum und Umraum, zu deren Artikulation er sich industriell geprägter Formen bediente.

Friedrich Gräsel (1927-2013): Schmale Tür 2, 1992, Edelstahl geschweißt, Duisburg Innenhafen

Autorin: Ronja Friedrichs

STANDORT

Philosophenweg

47051 Duisburg

BILDNACHWEIS

© VG Bild-Kunst, Bonn 2018, Fotograf: Andreas Ren

LITERATUR

Aust.-Kat.: Friedrich Gräsel. Plastiken und Zeichnungen 1978-1992. Museum der Stadt Aachen und Westfälisches Landesmuseum für Kunst und Kulturgeschichte Münster. Ostfildern Ruit 1998.