gefördert durch RAG Stiftung
Städtefilter:
  • Alle Städte
  • Alpen
  • Außerhalb vom Ruhrgebiet
  • Bergkamen
  • Bochum
  • Bottrop
  • Bönen
  • Castrop-Rauxel
  • Dinslaken
  • Dorsten
  • Dortmund
  • Duisburg
  • Essen
  • Fröndenberg
  • Gelsenkirchen
  • Gevelsberg
  • Gladbeck
  • Hagen
  • Hamm
  • Hamminkeln
  • Hattingen
  • Herdecke
  • Herne
  • Herten
  • Holzwickede
  • Hünxe
  • Kamen
  • Lünen
  • Marl
  • Moers
  • Mülheim an der Ruhr
  • Neukirchen-Vluyn
  • Oberhausen
  • Recklinghausen
  • Ruhrgebiet
  • Schwelm
  • Schwerte
  • Selm
  • Unna
  • Waltrop
  • Werne
  • Wesel
  • Witten
  • Xanten
Filter schließen
Skulpturen

Raumplastik

Gelsenkirchen

Künstler >

Norbert Kricke

Entstehungsjahr >

1959

Material >

Stahl

Maße >

o. M.

PROJEKTBESCHREIBUNG

Norbert Kricke (1922-1984): Raumplastik, 1959, Aufstellung 1962, Stahl, Betonsockel, o. M., ehemals vor dem Versorgungsamtsgebäude, Gelsenkirchen. Die Skulptur ist aktuell abgebaut.

Am Gelsenkirchener Versorgungsamtsgebäude wurde in der Außenanlage ein flaches quadratisches, mit Ziegeln gesäumtes Wasserbecken angelegt. Zentrisch im Becken befindet sich ein Betonquader mit quadratischem Grundriss, der sich aus dem Wasser erhebt und den Sockel für die raumgreifende Plastik des Künstlers Norbert Kricke darstellt.

Man erkennt zahlreiche Rundstäbe aus poliertem Stahl in verschiedenen Längen und Positionen zu bewegten dekonstruiert-verwundenen Flächen arrangiert, die auf einer Stahlplatte festgeschweißt auf den Betonsockel montiert sind. Einige überlange Stäbe stechen regelrecht als metallische Linien in den Umraum. Sie verlassen jedoch nie den Entfaltungsraum, der wie ein Distanzhalter wirkenden Fassung des Wasserbeckens.

Die Komposition erwächst aus einer Staffelung horizontal angelegter Rundstäbe, die sich durch Längenreduzierung verjüngen, um – in die Vertikalität strebend – in sich überlagernde, horizontal und diagonal verflochtene Linien in den Raum zu expandieren.

Kricke zeigt mit der Komposition der Raumplastik aneinandergefügte geschweißte Stahlstäbe in einer Dramaturgie der Bewegung. Aus vielen starren Einzelelementen entwickelt er eine Plastik, die der Statik zu trotzen weiß. Der schmale Ursprung wächst in immer breiter werdende Flächenkompositionen, die tektonisch und teils gebogen sind. Der Betrachter erkennt eine energiegeladene Volumenauflösung in der dynamisch bewegten Plastik. Auch ein immanent zeitliches Moment der dargestellten Entwicklung der Bewegung und die mannigfaltigen Richtungsänderungen der Linien-Flächen spürt der im Spannungsverhältnis stehende Betrachter, der sich selbst um die Plastik bewegen und neue Perspektiven erkunden kann.

Norbert Kricke ist ein Bildhauer, der mit der vormodernen Auffassung der körperhaften und figürlichen Bildhauerei bricht. Seine Raumvorstellung und der Bezug seiner Raumplastiken zum Umraum ist von und durch Entgrenzung bestimmt. Körpervolumen werden durch Bewegung und Dynamik abgelöst und bedeuten für den Bildhauer Freiheit. Der Künstler gibt auch dem Betrachter keinen festen Ansichtspunkt, sondern motiviert ihn selbst zum differenzierten multiperspektivischen Wahrnehmungserlebnis. (Vgl. http://www.zeit.de/1980/46/raum-heisst-freiheit) Seine abstrakte Plastik auf das Ontologische von Raum, Zeit und Masse und der menschlichen Wahrnehmung.

Autor: Mark R. Sylla

STANDORT

Aktuell ist die Skulptur abgebaut. Sie stand bis 2015 vor dem Versorgungsamt.
Vattmannstraße 2
45879 Gelsenkirchen

BILDNACHWEIS

© Norbert Kricke, Fotograf: Andreas Ren

BESITZ

Im Besitz der Stadt Gelsenkirchen.

LITERATUR

http://www.zeit.de/1980/46/raum-heisst-freiheit

Michael Kamburowa: Die Raumplastiken von Norbert Kricke zwischen Immaterialität und Faktizität. Uni-Diss. Ruhr-Universität Bochum 2011. http://www-brs.ub.ruhr-uni-bochum.de/netahtml/HSS/Diss/KamburowaMichaela/diss.pdf

LINKS

Homepage des Künstlers: http://www.norbert-kricke.de/