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Skulpturen

ohne Titel

Dinslaken

Künstler >

Jakob Kolding

Entstehungsjahr >

2015

Material >

Bronze schwarz gefasst

Maße >

ca. 10 x 10 cm

PROJEKTBESCHREIBUNG

Jakob Kolding (*1971): ohne Titel, 2015, Bronze schwarz gefasst, ca. 10 x 10 cm, Bergpark Lohberg, Dinslaken.

 

Ein kleines Stück Kohle, nicht viel größer als 10 Zentimeter, ein „Klümpken“ wie man im Ruhrgebiet sagt, liegt unscheinbar und wie vergessen unter einer Parkbank. Und dies mitten im 2015 eröffneten Bergpark in Dinslaken. Doch das naturalistische Aussehen täuscht den aufmerksamen Parkbesucher. Das vermeintliche Stück Kohle ist vielmehr eine fest im Boden verankerte und in Bronze gegossene Skulptur des dänischen Künstlers Jakob Kolding.

Der Künstler schuf die Skulptur nach einer intensiven Auseinandersetzung mit dem Ort im Rahmen der Revitalisierung des ehemaligen Gebiets der Zeche Lohberg. Als diese 2005 schließen musste gelang es der Stadt Dinslaken gemeinsam mit der RAG Montan Immobilien GmbH das Gelände neu zu erschließen und in das Kreativ.Quartier Lohberg umzusetzen. Ein wichtiger Schritt war dabei das von Markus Ambach kuratierte Kunstprojekt „Choreografie einer Landschaft“, das es sich zum Ziel gesetzt hatte, der am Lohberg durch Industrie zerfaserten Landschaft eine neue Identität und Identifikation zu geben. Neben der Skulptur von Jakob Kolding wurden weitere vier Arbeiten in diesem Rahmen realisiert: „Parkwerk – lokale Reise ins Blaue“ von Jeanne van Heeswijk, „Hase“ von Thomas Schütte und die Installation „Kraftwerk Lohberg“ von Folke Köbberling und Martin Kaltwasser.

 

Kleinformatig und dezentral, genauer gesagt am Rande der Sichtbarkeit bildet Koldings Eingriff in die Landschaft ein antimonumentales Denkmal für die Ära der Kohle nach ihrem Verschwinden im Ruhrgebiet. Durch seine Größe im Verhältnis von 1:1 zu einem handelsüblichen Stück Kohle glorifiziert er weder die Zeit der Montanindustrie, noch kritisiert er sie. Vielmehr erscheint das Kunstwerk als ein Relikt, das gerade wegen seiner Reduktion sowohl ein großes Potenzial für Erzählungen über die Selbstverständlichkeit der Kohle im Ruhrgebiet hat, als auch über das an diese Geschichte gebundene Selbstverständnis der Bewohner birgt. Es erscheint als Überrest der Vergangenheit, ähnlich der noch im Park verbliebenen Industriearchitektur. Gleichzeitig steht die Skulptur durch seine Dauerhaftigkeit dem Prozess des Zechensterbens diametral gegenüber. Die kleinformatige Skulptur ist sowohl ein Gegenstand für die Erinnerung an die frühere Nutzung des Geländes als auch ein Ausdruck des Wandels und der Neugestaltung. So ist, um es mit den Worten des Künstlers zu sagen, „die gesamte Landschaft und die Menschen darin zu einem Teil der Arbeit“ geworden.

Autorin: Ronja Friedrichs

 

STANDORT

Hünxer Str.
46539 Dinslaken

BILDNACHWEIS

Fotograf: Andreas Ren

BESITZ

Stadt Dinslaken

LITERATUR

1 Zitiert nach: Hess Barbara. Jakob Kolding. Ohne Titel. In: Ambach, Markus: Choreografie einer Landschaft. Köln 2015. S. 126-129.