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Skulpturen

mehr in der Töne Schwellen

Gelsenkirchen

Entstehungsjahr >

2017

Material >

Baumstamm einer vom Sturm zerstörten Kastanie, weiße Farbe

Maße >

circa 11 Meter hoch

PROJEKTBESCHREIBUNG

„Mehr in der Töne Schwellen“ heißt die circa 11 Meter hohe Baumskulptur der 1967 geborenen Wahl-Düsseldorferin Angela Hiß. Es ist die 25. Skulptur im Rahmen des vom Gelsenkirchener Kunstvereins initiierten Skulpturenprojektes „Kunst am Baum“ in den Berger Anlagen in der Nähe des Wasserschlosses Berge in Gelsenkirchen-Buer, wo geschädigte und zur Abholzung frei gegebene Bäume zeitgenössischen Bildhauern und Bildhauerinnen für die Gestaltung ortsbezogener Werke zur Verfügung gestellt werden. In dem Public-Art-Projekt soll totgeweihte Natur durch Kunst revitalisiert werden. Zugleich sind der natürliche Verrottungsprozess und die Vergänglichkeit der Baumskulpturen von Anfang Bestandteil des NRW-weit einmaligen Konzeptes. Inzwischen sind nur noch zehn Skulpturen erhalten.

Der ungewöhnliche Titel „Mehr in der Töne Schwellen“ bezieht sich auf ein gleichnamiges Gedicht-Duett von Theodor Storm (1817-1888).

Auf den ersten Blick wurde der kronenlose, doppelarmige Kastanienstamm von der Wurzel bis nach oben durch ein quergestreiftes, ornamental wirkendes Band strukturiert. Auf dem einen Teil des doppelarmigen Baumstammes verläuft dieses Querstreifenband im Wechsel von stehen gelassener Baumrinde und weißfarbigen, dazwischen liegenden Binnenräumen. Dem Wuchs des Baumstammes folgend, erstrecken sich erhabene neben flachen Querstreifenfeldern senkrecht nach oben. Auf der zweiten Baumgabel windet sich ein zweites Streifenband, der Gesamthöhe des Baumstammes folgend, im oberen Teil um den Baumstamm herum. Je nach Standort variiert die Korrespondenz zwischen den Doppel-Querstreifenbändern.

Der rhythmische Wechsel zwischen dunklen Baumrindenstreifen und mit weißer Farbe ausgefüllten Zwischenfeldern thematisiert zudem die bildhauerische Arbeitsweise. Dort, wo die Weißfarbe aufgetragen wurde, hat Angela Hiß den Baumstamm gewissermaßen geschält. Mit der Kettensäge und dem Beitel hat sie an diesen Stellen die Borke abgetragen.

Die Idee zu diesem Hell-Dunkel-Kontrast gab die benachbart stehende Birke. Birkenstämme zeichnen sich bekanntermaßen durch eine markante Weißfärbung inklusive dunklerer Schattierungen ihrer Rinde aus.

Außerdem erinnern die stehen gelassenen, reliefartig in den Raum vorkragenden Borkenstreifen im Verhältnis zu den Weißfeldern zwischen ihnen an die Tasten eines Klaviers. So erscheint das vertikale Streifenband wie eine überdimensionale Klaviatur, die die dunklen Töne des Bodens mit den helleren Tönen des Himmels in Beziehung setzt. Das Gedicht „Mehr in der Töne Schwellen“ von Theodor Storm, worauf sich Angela Hiß` Baumskulptur im Titel bezieht, war auch als Duett für Tenor und Alt gedacht.

 

Angela Hiß hat bei Prof. Dorothee von Windheim an der Universität Gesamthochschule Kassel und am Chelsea College of Art & Design in London studiert. Von 1999 bis 2000 absolvierte sie ihr Meisterstudium. 2017 stellte sie im Künstlerhaus Göttingen aus (grüßt und schwebt im Wind), 2014 im Kunstraum 34 in Stuttgart (die Dinge singen hör ich so gern). Angela Hiß verknüpft ihre Kunst häufig mit Themen aus der Musik. Sie selbst spielt Fagott.

 

Autorin: Claudia Posca

STANDORT

in den Berger Parkanlagen an der Adenauerallee in Gelsenkirchen-Buer (oberhalb des Berger Sees, Nähe Bergmannsheil)

BILDNACHWEIS

© VG Bild-Kunst, Bonn 2018, Fotograf: Claudia Posca

BESITZ

Stadt Gelsenkirchen

LITERATUR

Ausst-Kat: Angela Hiß - Stege, Künstlerhaus Göttingen, 2001

www.angela-hiss.de