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Skulpturen

Gegenüberstellung

Oberhausen

Entstehungsjahr >

1990/1991

Material >

zweiteilig

Maße >

120 x 110 x 90 cm, 90 x 120 x 200 cm

PROJEKTBESCHREIBUNG

Johannes Brus (*1942): Gegenüberstellung, 1990/91, zweiteiliger Betonguss, 120 x 110 x 90 cm, 90 x 120 x 200 cm, Konrad-Adenauer-Allee 46, Ludwiggalerie Schloss Oberhausen.

In unmittelbarer Nähe zum Schloss Oberhausen und dem Tiergehege Kaisergarten befindet sich auf dem Rasen ein für das Ruhrgebiet untypisches Tier: Der Kopf eines Elefanten liegt mit schnurgerade ausgestrecktem Rüssel, fragmentiert, seiner Stoßzähne beraubt, leblos wie von Großwildjägern erlegt auf einem rechteckig gepflasterten Bodenstück. Die zweiteilige Plastik mit dem Titel Gegenüberstellung stammt von dem in Gelsenkirchen geborenen Künstler Johannes Brus, der den Elefantenkopf als Steinabguss nach einem Tonmodell fertigte. Die Oberfläche der Betonplastik ist mit Kieseln und Sand durchsetzt und von Gussnähten strukturiert. Hinter den mächtigen Ohren des Tieres liegt ein Abguss eines Maschinenteils, das so platziert ist, das man es zunächst für den abgetrennten Körper des Elefanten halten könne. Doch bei genauerer Betrachtung, erkennt man Schrauben und Muttern, die eindeutig auf einen maschinellen und industriellen Kontext verweisen. Brus verfährt beim künstlerischen Herstellungsprozess des Maschinenteils anders: Während der Elefantenkopf in Ton modelliert und dann abgegossen wurde, erstellt er von dem industriellen Fundstück einen direkten Abguss. Der Abguss ist jedoch aus seinem industriellen Kontext gelöst und wird durch die Gegenüberstellung in einen völlig neuen Zusammenhang überführt. Brus, der auch in seinem Nashorn-Tempel in Essen Schwerindustrie und Tierwelt einander gegenüberstellt, bezeichnet seine Nashornplastiken als „Vorstellungs-Nashörner“ (http://www.iks-medienarchiv.de/de/kuenstler.php?id=14).

Der Elefantenkopf ist auf Wiedererkennbarkeit hin angelegt und zielt auf das kollektive Bildgedächtnis des Rezipienten ab: Mit dem Elefanten sind Vorstellungen von Natur und Wildnis verknüpft, die Brus mit der archaisch anmutenden Form eines ehemals in der Industrie genutzten Maschinenteils verbindet. Er konstituiert durch die Gegenüberstellung von verschiedenen Bereichen Zusammenhänge, die es außerhalb dieser Neukonstruktion eigentlich nicht gibt und setzt so die Assoziationskette und Analogiebildung der Betrachter in Gang.

Sowohl der Kopf des Elefanten als auch der Abguss des Maschinenteils erscheinen seltsam entrückt. Die raue und grobe Oberflächenbeschaffenheit des Steingusses mit seinen Furchen und Kratern wird im Laufe der Zeit zunehmend von Flechten und Moosen besetzt, die das Moment der zeitlichen Entrücktheit noch zusätzlich unterstützt.

Autorin: Katharina Kemper

STANDORT

Ludwiggalerie Schloss Oberhausen
Konrad-Adenauer-Allee 46
46049 Oberhausen

BILDNACHWEIS

© Johannes Brus, Fotografin: Katharina Kemper

BESITZ

Im Besitz der Ludwiggalerie Schloss Oberhausen.