gefördert durch RAG Stiftung
Städtefilter:
  • Alle Städte
  • Alpen
  • Außerhalb vom Ruhrgebiet
  • Bergkamen
  • Bochum
  • Bottrop
  • Bönen
  • Castrop-Rauxel
  • Dinslaken
  • Dorsten
  • Dortmund
  • Duisburg
  • Essen
  • Fröndenberg
  • Gelsenkirchen
  • Gevelsberg
  • Gladbeck
  • Hagen
  • Hamm
  • Hamminkeln
  • Hattingen
  • Herdecke
  • Herne
  • Herten
  • Holzwickede
  • Hünxe
  • Kamen
  • Lünen
  • Marl
  • Moers
  • Mülheim an der Ruhr
  • Neukirchen-Vluyn
  • Oberhausen
  • Recklinghausen
  • Ruhrgebiet
  • Schwelm
  • Schwerte
  • Selm
  • Unna
  • Waltrop
  • Werne
  • Wesel
  • Witten
  • Xanten
Filter schließen
Skulpturen

Fortuna

Dortmund

Künstler >

Gerhard Marcks

Entstehungsjahr >

1954

Material >

Bronze, vergoldet, Sockel

Maße >

Figur: ca. 170 cm, Gesamthöhe mit Sockel: 470 cm

PROJEKTBESCHREIBUNG

Gerhard Marcks (1889-1981): Fortuna, 1954, Bronze, vergoldet, Sockel, Figur: ca. 170 cm, Gesamthöhe mit Sockel: 470 cm, Eingangsbereich der Landeszentralbank, Hiltropwall 16, Dortmund.

Auf einem schmalen hohen Sockel thront vor dem Eingang der Landeszentralbank (heute Sitz der Bundesbank) die Bronzeplastik der „Fortuna“. Insgesamt existieren vier Güsse dieser Skulptur des im Jahre 1889 in Berlin geborenen Künstlers Gerhard Marcks.

Die Dortmunder Arbeit hebt sich aufgrund ihrer Vergoldung kontrastreich vom anthrazitfarbenen Steinsockel ab. Gerhard Marcks fasst die mythologische Figur der Fortuna, die Göttin des Glücks und des Schicksals, als eine schlanke, lebensgroße Frauenfigur auf, die sich von einer schmalen Plinthe auf dem Sockel erhebt. Über die Schultern ist ein schlichter Umhang gelegt, der durch die vor dem Bauch angewinkelten und leicht verschränkten Arme so zusammengerafft wird, dass bis auf die Brüste der Körper vom Umhang umhüllt wird und der Plastik eine geschlossene Silhouette verleiht. Die Haare sind mit zwei geflochtenen Knoten im Nacken zusammengenommen. Der Blick ist leicht gesenkt und unbestimmt in die Ferne gerichtet. Marcks verzichtet auf jeglichen ikonographischen Verweis auf die mythologische Figur der Fortuna und zeigt sie eben nicht mit ihren klassischen Attributen wie die Kugel oder das Füllhorn oder das Lebens- oder Schicksalsrad, mit denen sie Glück und Unglück an die Menschen verteilt. Vielmehr scheint die Frauenfigur aufgrund der geschlossen Silhouette in sich versunken und kontemplativ, was als Hinweis gedeutet werden kann, dass das Schicksal eben nicht von einer Göttin gelenkt wird, sondern jedem selbst in die Hand gegeben ist.

Der Betrachter muss aufgrund der Sockelhöhe zu goldglänzenden Schicksalsgöttin hinaufschauen und erfasst diese in Untersicht, wodurch ihre würdevolle Erscheinung unterstützt wird und sie gleichsam entrückt und distanziert erscheint. Doch, welche Gaben Marcks´ „Fortuna“ für den Betrachter bereithält, bleibt verborgen.

„Nach dem Krieg, zu Beginn der fünfziger Jahre, symbolisiert die ‚Fortuna' neue Hoffnung. Doch es ist ein fragwürdiges Glück. Im Antikenverständnis von Gerhard Marcks steht 'Griechenland als Modellfall für Europa'. Es ist ihm Sinnbild für humane Werte und menschliches Leben im Gegensatz zu einer industrialisierten und technisierten Welt, in der das Bewußtsein für menschliche Maße und Proportionen verloren gegangen ist." (Gerhard Marcks und die Antike, Ausst.- Kat. Pawlowsk/Bremen/Halle a.d. Saale 1993, S. 53. Zit. nach:  https://www.lempertz.com/de/kataloge/lot/1013-1/693-gerhard-marcks.html)

Autorin: Katharina Kemper

STANDORT

Deutsche Bundesbank Hauptverwaltung Düsseldorf Hauptstelle Dortmund
Hiltropwall 16
44137 Dortmund

BILDNACHWEIS

© VG Bild-Kunst, Bonn 2015, Fotograf: Andreas Ren

LITERATUR

Jürgen Zänker: Öffentliche Denkmäler und Kunstobjekte in Dortmund. Eine Bestandsaufnahme, 1984, 2. Aufl. 1990, Nr. 196, S. 174.

Ausst.-Kat. Gerhard Marcks und die Antike. Mit Fotografien von Rüdiger Lubricht und Aufsätzen von Ivan Czeczot, Arie Hartog, Jean Joseph Keller und Martina Rudloff. Begleitbuch zur Ausstellung im Schloss Pawlowsk, St. Petersburg, Gerhard-Marcks-Stiftung, Bremen, Heidelberg 1993.

Ausst.-Kat. Gerhard Marcks. Zwischen Bauhaus und Dornburger Atelier. Jena, Städtische Museen, 2004