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Skulpturen

das ding

Schwerte

Künstler >

Ingrid Langanke

Entstehungsjahr >

1995

Material >

Stahl, 3-teilig, dreifarbig lackiert

Maße >

90 cm x 111 cm x 360 cm

PROJEKTBESCHREIBUNG

Ingrid Langanke, das ding, 1995, Stahl, dreifarbig lackiert, auf der Wiese an der Bethunestraße, Schwerte

 

„das ding“ von Ingrid Langanke besteht aus drei, in den Farben Blau, Weiß und Schwarz lackierten, Stahl-Elementen. Die in elementar-klarer Formensprache gestaltete Skulptur erhebt sich auf einer Grundfläche von 90 cm x 111 cm zu einem 3,60 m hohen Quader. Er wurde als frei stehende, sockellose Großplastik für eine ursprünglich baumlose Wiese konzipiert. Der Künstlerin war es wichtig, dass weder die Größenwirkung der Skulptur noch der Lichteinfall der Sonne in das Innere der Plastik durch Bäume geschmälert wird. Mittlerweile sind jedoch Bäume vorhanden. Zudem ist „das ding“ mit Graffities besprüht.

Der senkrecht aufgestellte Quader wurde aus einem Kubus mit der Kantenlänge von 90 cm entwickelt. Der Quader ist Resultat einer systematischen Analyse der Möglichkeiten von Teilung und Neukomposition einer Würfelform . Die Formfindung der Skulptur wurde von zahlreichen Zeichnungen begleitet, in denen die Künstlerin die verschiedenen Möglichkeiten durchgespielt hat.

Zugleich erzielt das in der Tradition konstruktivistischer Raumplastik stehende Werk die Öffnung einer eigentlich geschlossenen Form, nämlich die der zugrunde liegenden, imaginären Würfelform. Zu sehen ist eine nurmehr vermeintlich kompakte Raumform, die aber tatsächlich den Umraum mit einbezieht

Um diese Wirkung zu erzielen, wurden die drei Elemente so positioniert, dass sie ineinandergreifen. Dabei umschließt die blaue Form als größtes Element die beiden anderen wie eine Klammer. Die ´inneren` Teile wiederum ergänzen die fehlende Seite der blauen Form, so dass der Eindruck eines nahezu geschlossenen Kubus` entsteht. Allerdings sind die beiden ´inneren` Elemente so nach vorne und außen hin verschoben, dass sich ein hochlängsrechteckiger ´Schlitz` sowohl zwischen den beiden eingeschobenen Elementen ergibt als auch zu ihren beiden Seiten. Durch diese schmalen Zwischenräume sind Einblicke in den umschlossenen Innenraum der Plastik möglich, ein Eintritt in die Raumskulptur jedoch ist ausgeschlossen. Entsprechend ist der Raum der Skulptur zwar geöffnet, der kompakte Charakter der Skulptur aber bleibt erhalten.
Angesichts von Ingrid Langankes Werk wird sich der Betrachter  seines aufrechten Ganges und seines vergleichsweise kleinen menschlichen Maßes bewusst.

Um weitere Aspekte der komplexen Skulptur, wie beispielsweise die Raum-, Farb- und Lichtregie des Werkes,  tatsächlich in möglichst vielen Nuancen wahrnehmen zu können, ist ein Umschreiten der Skulptur notwendig. In Abhängigkeit zu Tag und Nacht bzw. zu Licht und Schatten sind unterschiedliche Farb-Licht-Spiele zu sehen. Sie tragen zur raum-zeitlichen Dynamisierung der an sich statischen, doppelt mannshohen Skulptur bei.

Diese komplexe Struktur des Werkes zwischen Vertikalität, Geschlossenheit, Offenheit, Einblick, Verhältnismäßigkeit und Kontextualität ist als ein irritierend-verlockendes Raum-Rätsel zu erfahren: „Der gestaltete Raum, den diese Skulptur besetzt, definiert sich als Körperraum, ohne jedoch dem Betrachter einen Raumkörper vorzugeben… Der Raum wird so quasi immer wieder neu strukturiert…Körperraum-Empfinden, ein Bewusstsein von Veränderung und Zeitlichkeit sowie immer wieder die Erkenntnis einer inneren Maßstäblichkeit, die allem zugrunde liegt, das erlebt der Betrachter im Umgang mit der Skulptur von Ingrid Langanke.“ (Gabriele Uelsberg)

Ingrid Langanke wurde 1940 in Kevelaer geboren. Sie lebt und arbeitet in Mönchengladbach. Neben ihrer umfangreichen Ausstellungstätigkeit in Deutschland hat sie ihr Werk u.a. auch in Belgien, England, Polen und den USA (Detroit, New York) gezeigt. Sie ist in verschiedenen Museen sowie öffentlichen und privaten Sammlungen vertreten.

Autorin: Claudia Posca

STANDORT

auf der Wiesenfläche an der Bethunestraße, Schwerte

 

BILDNACHWEIS

©Ingrid Langanke, Fotograf: kunstgebiet.ruhr

BESITZ

Kulturstiftung der Sparkasse

LITERATUR

Leporello: ingrid langanke - das ding, Kunstverein Schwerte, Viersen 1995