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Skulpturen

Dädalus (Schwingungen)

Recklinghausen

Künstler >

Gerhard Reinert

Entstehungsjahr >

1991

Material >

Edelstahl

Maße >

Höhe: 1000 cm

PROJEKTBESCHREIBUNG

Gerhard Reinert (*1950): Dädalus (Schwingungen), 1991, Edelstahl, Höhe: 1000 cm, Hillerheide, Recklinghausen.

Wer mit dem Auto an diesem Kunstwerk vorbeifährt, kann einige Fahnenmaste erkennen, die sich kreisförmig gegenüberstehen. Fünf lange schmale Säulen streben aus der Wiese empor, wobei nicht alle die gleiche Höhe erreichen. An manchen sind an den oberen Enden dünne und sich von der Säule wegwindende Metallstreben angebracht, die in dieser Konstellation wie Fäden erscheinen und sich scheinbar mit Leichtigkeit durch die Luft bewegen. An deren Enden befinden sich aus Metall gearbeitete, dreieckige Platten, die an Wimpel erinnern. Diese geben die Bewegung für die vermeintlichen Fäden vor, an denen sie hängen. Besonders im Vorbeifahren erscheint diese eigentlich statische Arbeit, aufgrund der Höhenunterschiede der Säulen und der sich um die Spitzen zu unterschiedlichen Seiten windenden Wimpel, tatsächlich in Bewegung zu sein. Mit Ruhe betrachtet wird deutlich, dass sich nichts bewegt. Das Kunstwerk wirkt auf den ersten Blick wie ein Spiel um Dynamik und Statik. Im Titel findet sich jedoch noch eine weitere Deutungsmöglichkeit. Die Fahnenskulptur heißt  Dädalus (Schwingungen). Dädalus, eine Figur aus der griechischen Mythologie, ist vor allem für seinen Erfindertum bekannt. Traditionell gelten auch die Flügel als ein Symbol für Dädalus, was auf die Sage aus Ovids Metamorphosen zurückgeht. Dädalus war mit seinem Sohn Ikarus in einem Turm eingesperrt, aus dem sie gemeinsam zu fliehen versuchten. Dädalus fertigte für sich und seinen Sohn aus Vogelfedern und Wachs Flügel an, um aus dem Turm zu entkommen. Da Ikarus im Flug der Sonne zu nahe kam, schmolzen seine Flügel, er stürzte ab und ertrank im Meer. (Ovid: 1994. S. 404-407. 8. Buch, V. 185-235.)

In Bezug auf die Sage um Dädalus und Ikarus erscheinen die Fahnen wie wächserne Flügel, die einerseits aufzusteigen, andererseits zu fallen scheinen. In dieser abstrakten Darstellungsweise des Mythos wird das Attribut der Flügel ausschließlich durch die dreieckigen, wimpelförmigen Stahlplatten aufgenommen, die an den Fahnenstangen zu flattern scheinen. Der Verweis auf die antike Mythologie offenbart sich hier in einer Plastik, die sich in ihrem Aufbau mit dem Gegensatz von Dynamik und Statik auseinander setzt – eine notwendige Auseinandersetzung, um den Traum vom Fliegen zu realisieren.

Autorin: Linda Schmitz

STANDORT

Hertener Straße/Hohenhorster Straße
45657 Recklinghausen

BILDNACHWEIS

© VG BILD-KUNST, BONN 2014, Fotograf: kunstgebiet.ruhr

BESITZ

Im Besitz der Stadt Recklinghausen.

LITERATUR

von Albrecht, Michael [Hrsg.]: Ovid. Metamorphosen. Lateinisch/Deutsch. Reclam Universalbibliothek Nr. 1360. Stuttgart 1994. S. 404-407. 8. Buch, Verse 185 bis 235.