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Skulpturen

Base Metals II

Bochum

Künstler >

Ovis Wende

Entstehungsjahr >

1990

Material >

Aluminium

Maße >

bis zu 8 Meter hoch, 20t

PROJEKTBESCHREIBUNG

Auf dem Europlatz vor dem Deutschen Bergbaumuseum in Bochum steht seit 1994 eine ungewöhnliche Großskulptur. Sie stammt von dem 1952 geborenen Ovis Wende, der an der Fachhochschule Dortmund Professor für Kunst im öffentlichen Raum und Szenografie ist. „Base Metals II“ soll das Schwanken der Metallpreise an der Metallbörse in London veranschaulichen.

Die Großskulptur besteht aus (ursprünglich) beweglichen Metallflächen aus Aluminium und Kupfer, die wiederum  auf einer gebogenen Stahlkonstruktion lagern. Auf diesen Metallflächen liegt ein motorgetriebener, verzinkter großer Stahlzylinder. Alle Elemente wurden durch ein computervernetztes System online und zeitgleich mit der Entwicklung der Kurse an der Internationalen Metallbörse in London bewegt: Bei Hausse (Ansteigen der Börsenkurse) drückte die Stahlwalze die gebogenen Metallplatten nach oben. Bei Baisse (Fallen der Börsenkurse) legten sich die Platten flach. Begleitet wurde die Aktion von digitalen Klangmustern, die der Komponist Ulrich Müller nach der molekularen Struktur des Heisenberg-Bohrschen Atommodells entworfen hat.

Leider ist die Kinetik des Werkes heute aus Sicherheitsgründen fixiert, so dass es nicht mehr möglich ist, die aktuellen Metallkurse am Stand der Höhe der Metallplatten ablesen zu können. Spielende Kinder hätten sich verletzen können.

„Base Metals II“ ist ein Auftragswerk der Metallgesellschaft AG, das 1990 auf der Hannover-Messe vor dem Pavillon der Metallgesellschaft AG erstmals der Öffentlichkeit vorgestellt wurde. Nach dem Ende der Messe wurde ein geeigneter Aufstellungsort für das spektakuläre Werk gesucht. 1994 kam „Base Metals II“ als Geschenk nach Bochum. Die Aufstellung vor dem Deutschen Bergbaumuseum macht die thematische Verbindung des Museums zur Welt der Metalle  und des Handelns augenfällig. Zudem weist die Großskulptur symbolhaft auf die Tradition der Stadt Bochum als „Stadt des Stahls“ hin.

„Base Metals II“ kann man historisch als eine Weiterentwicklung kinetischer Skulptur seit den 1950er/60er Jahren sehen. Unter Einbezug von analoger und digitaler Technik ist das Werk von Ovis Wende, - anders etwa als Jean Tinguelys spielerische Maschinen-Skulptur -, kontextgebunden. So verknüpft „Base Metals II“ die Welt der Kunst mit der Welt des Handels und der Ökonomie. Die Großskulptur geht damit über einen rein ästhetischen Zusammenhang hinaus und ist ein frühes Beispiel interdisziplinärer Kontext-Kunst an der Schnittstelle von analoger und digitaler Vernetzung.

 

Autorin: Claudia Posca

STANDORT

Am Bergbaumuseum 28, 44791 Bochum

BILDNACHWEIS

Fotografin: Claudia Posca

BESITZ

Stadt Bochum