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Malerei

Licht

Bochum

Entstehungsjahr >

1965

Material >

Öl auf Leinwand

PROJEKTBESCHREIBUNG

Nach dem Ende seiner Ausbildung am Bauhaus, wo Fritz Winter künstlerische Impulse von Paul Klee und Wassili Kandinsky erhielt, wurde die Darstellung von Licht ab Mitte der 1930er Jahre ein zentrales Thema seines Werks (Müller, S. 87).

Die symbolistisch aufgeladenen Bilder dieser Zeit fixieren Licht als kristalline, tektonische Konstruktionen, deren Farbpalette von dunklen Erdtönen geprägt ist. Diese Tendenz verstärkte sich während seines Fronteinsatzes im zweiten Weltkrieg mit seinen „Triebkräfte der Erde“ benannten Feldskizzen, in denen die Darstellung des Lichts von kubistischer bis organischer Formensprache reicht. Nach einer Reihe von lebendigen und dynamischen Bildern mit hellen Farbpaletten in den 1950er Jahren, knüpfte er ab 1961 wieder an die Feldskizzen an.

Das Gemälde „Licht“ wird von der Wechselwirkung kontrastreicher Farbfelder bestimmt, deren Staffelung von hellen Farben im Hintergrund zu dunkleren Farben im Vordergrund in der an sich flächigen Darstellung einen Aspekt der Tiefe schafft. Braune und schwarze Farbtöne überlagern die gelbe Partie im oberen Bildteil, lassen sie durch die Rahmung jedoch mit starker Intensität hervortreten. Im unteren Bildteil stellt ein weißer Kranz um eine graue Fläche herum die Dominanz der dunkleren Farben in Frage. Einsprengsel von roten, orangenen und blauen Farbfeldern schieben sich an den Seiten ins Bild und gewinnen langsam an Intensität.

Die starke schrägvertikale Anmutung der Farbbahnen wird durch den Malduktus abgeschwächt; die braunen und grauen Felder sind in waagerechten Pinselstrichen ausgeführt und teils seitlich ausgefranst, während das Schwarz keiner Richtung unterliegt und klarere Konturen zeigt. Somit erweist sich „Licht“ als ein Übergang zwischen den konturloseren früheren Bildern dieser Phase und den klareren, polygonalen Konturen späterer Werke, für die Winter teils Schablonen verwendete (Lohberg, S.88-93).

„Licht“ hängt in der nach Plänen Hans Scharouns von 1965-67 erbauten Johannes-Kirche, die keiner Erwartung, die man an Kirchenbauten stellt, entspricht. In ihrem Grundriss ist sie asymmetrisch, nur mit wenigen, kleinen Fensteröffnungen versehen und die hölzerne Deckenkonstruktion schafft in ihrer skulpturalen Form kontrastreiche Raumerlebnisse. Die kristalline Architektur dient einer speziellen Lichtführung, die durch eine große Lichtwand im Kirchenraum bestimmt wird. Mit dieser Wand tritt Fritz Winters „Licht“ in einen Dialog; dort wie hier wird Licht in Bahnen gelenkt, überlagert und durchbricht eine gegebene Ordnung.

 

 Fritz Winter: Licht, 1965, Öl auf Leinwand, Johanneskirche Glockengarten 70, Bochum

 

Autor: Tibor Krauß

STANDORT

Johannes-Kirche
Glockengarten 70
44803 Bochum

BILDNACHWEIS

© VG Bild-Kunst, Bonn 2018, Fotograf: Andreas Ren

BESITZ

Christengemeinschaft Bochum

LITERATUR

Lohberg, Gabriele: Fritz Winter. Leben und Werk, München 1986.

Müller, Karsten: Neue Formen. Fritz Winter. Arbeiten auf Papier 1925-1975, Stuttgart 2006.