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Lichtkunst

Yellow Marker

Bönen

Künstler >

Mischa Kuball

PROJEKTBESCHREIBUNG

Mischa Kuball (*1959): Yellow Marker. 2000, Leuchtstoffröhren, 68 m, Bönen und Kamp-Lintfort.

Yellow Marker beschreibt eine zweiteilige Lichtinstallation des Künstlers Mischa Kuball, der 1998 den ausgeschriebenen internationalen Wettbewerb um die künstlerische Gestaltung der beiden Fördertürme gewonnen hat. Der Förderturm Rossenray in Kamp-Lintfort und Königsborn III/IV in Bönen, die 80 km voneinander entfernt sind, werden seit dem Jahr 2000 durch die Installation Yellow Marker imaginär miteinander verbunden. Bönen und Kamp-Lintfort stellen damit den westlichen und östlichen Begrenzungspunkt der Route der Landmarken-Kunst dar und bilden in der Luftlinie eine virtuelle Klammer.

Kuball fand damals heraus, dass die beiden unterschiedlich hohen Fördertürme auf einer Höhenlinie liegen. Und genau in der Mitte zwischen den beiden Türmen findet man die Bramme für das Ruhrgebiet  von Richard Serra auf der Schurenbachhalde. Bilden die Fördertürme nun eine Klammer für die West- und Ostachse, so befindet sich die Bramme auf der imaginären Nord- und Südachse. Diese Fixpunkte sind allerdings nur imaginär vorstellbar.

Daher nun die Frage, wie die Lichtinstallationen an den beiden Fördertürmen genau realisiert wurden?

An beiden Gebäuden wurden jeweils seitlich zwei Linien aus gelben Leuchtstoffröhren angebracht, die den Türmen, sobald es dämmert, eine gelbe vertikale Rahmung geben. Die klare Form der Industriearchitektur wird durch die Lichtinstallation noch stärker hervorgehoben. Und die Reduktion auf zwei gelbe Leuchtstoffröhren betont die Architektur, ohne sie künstlerisch zu überformen oder zu stark zu verändern. Sobald es dunkel wird, bleiben die Türme präsent, obwohl sie nicht direkt sichtbar sind. Lediglich die gelben Linien zeigen die Begrenzung der Türme und bilden eine vertikale Schlucht in der Nacht.

„In Kamp-Lintfort basierte das Konzept auf der Idee, dass die Doppelförderanlage die Vertikalität weiter thematisiert. Sie zeigt, dass auch im Unsichtbaren bis 800 - 1000 Meter tief was passiert. Und in Bönen markiert es den ehemaligen Tiefstand, denn von hier, von Osten her wurde die Kohle abgebaut […]“ (Kuball in: Köhler 2010, S. 25).

Die Leuchtstoffröhren stellen daher für Kuball eine symbolische Verlängerung der Schächte dar.

Bei dem noch aktiven Förderturm in Kamp-Lintfort, dem Westpol, ist zusätzlich bei Dunkelheit die Betriebsbeleuchtung noch aktiv. Bei dem Ostpol, der Zeche Königsborn, dagegen wurde das gesamte Umgebungslicht eliminiert, so dass die Dunkelheit um das Objekt die gelben Leuchtstoffröhren noch stärker hervorhebt. Das denkmalgeschützte Gebäude von Alfred Fischer wird zudem heute als Veranstaltungsort genutzt und steht damit als ein Zeichen des Strukturwandels im Ruhrgebiet.

Autorin: Jasmin Blankenburg-Kaczmarek

 

STANDORT

Förderturm Bönen
Zechenstraße
59199 Bönen/ Kamp-Lintfort

BILDNACHWEIS

© VG BILD-KUNST, BONN 2014, Fotograf: Werner J. Hannappel

BESITZ

Im Besitz der Stadt Bönen und Kamp-Lintfort.

LITERATUR

Köhler, Dennis; Walz, Manfred; Hochstadt, Stefan: LichtRegion: Positionen und Perspektiven im Ruhrgebiet. Essen, 2010.

LINKS

Homepage des Künstlers: www.mischakuball.com