gefördert durch RAG Stiftung
Städtefilter:
  • Alle Städte
  • Alpen
  • Außerhalb vom Ruhrgebiet
  • Bergkamen
  • Bochum
  • Bottrop
  • Bönen
  • Castrop-Rauxel
  • Dinslaken
  • Dorsten
  • Dortmund
  • Duisburg
  • Essen
  • Fröndenberg
  • Gelsenkirchen
  • Gevelsberg
  • Gladbeck
  • Hagen
  • Hamm
  • Hamminkeln
  • Hattingen
  • Herdecke
  • Herne
  • Herten
  • Holzwickede
  • Hünxe
  • Kamen
  • Lünen
  • Marl
  • Moers
  • Mülheim an der Ruhr
  • Neukirchen-Vluyn
  • Oberhausen
  • Recklinghausen
  • Ruhrgebiet
  • Schwelm
  • Schwerte
  • Selm
  • Unna
  • Waltrop
  • Werne
  • Wesel
  • Witten
  • Xanten
Filter schließen
Lichtkunst

Ohne Titel

Gelsenkirchen

Künstler >

Dan Flavin

Entstehungsjahr >

1996

Material >

Leuchtstoffröhren

Maße >

o.M.

PROJEKTBESCHREIBUNG

Dan Flavin (1933-1996): Ohne Titel, 1996, Leuchtstoffröhren, ohne Maße, Glashalle des Wissenschaftsparks, Munscheidstraße, Gelsenkirchen.

1995 wurde der Wissenschaftspark Gelsenkirchen auf dem ehemaligen Gelände einer Gussstahlfabrik aus dem Jahr 1861 eröffnet . In einem 300 Meter langen Gebäudekomplex mit verschiedenen Büroeinheiten haben sich Unternehmen der Energietechnologie angesiedelt. Vor diese Bürotrakte wurde von den Architekten Kiessler & Partner aus München eine Glasfassade gesetzt, die schräg zum Dach verläuft und so einen 300 Meter langen Raum schafft, der eine Höhe von 12 Metern misst. In dieser lichtdurchfluteten Halle finden Ausstellungen, Messen und Empfänge statt (Vgl. http://www.wipage.de/)

Vor der Glasfassade wurde ein künstlicher See angelegt. Bei Tag spiegeln sich im See und in der Fassade des Gebäudes der blaue Himmel und die vorbeiziehenden Wolken. So korrespondieren See und Fassade bereits bei Tage miteinander.

Dem Lichtkünstler Flavin gelingt es nun bei Nacht, diesen Aspekt durch seine Lichtinstallation noch zu verstärken. Von weitem scheint die Glasfassade in Grün und Blau zu leuchten. Die blauen und grünen Räume im Inneren treten durch die Glasfassade nach außen und spiegeln sich in der Wasseroberfläche des Sees. Die Architektur bleibt somit auch bei Nacht präsent und die Spiegelung tritt in der Dunkelheit erneut in den Mittelpunkt. Leicht verzerrt wird das Kunstwerk auch im See sichtbar und die Vegetation tritt mit in das Wechselspiel der Farben ein. Ein farbdurchfluteter, lumineszierender Raum entsteht, der auf den ersten Blick gar nicht zu den minimalistischen Arbeiten Flavins passen mag. Dieser arbeitet bei seinen Lichtinstallationen mit klaren geometrischen Formen, zu denen sich die Leuchtstoffröhren ideal zusammensetzen lassen. Er beschränkt sich dabei allein auf das Medium der Leuchtstoffröhre, die er erstmals in den 1960er Jahren in den Bereich der Kunst überführt. (Vgl. Bismarck: 1993. S. 13.)

Betritt man den Gebäudekomplex, sieht man, dass Flavin die drei Aufzugschächte mit Leuchtstoffröhren versehen hat und dass diese sich nicht direkt an der Rückseite der Fassade befinden, wie es aus der Ferne zunächst erscheinen mag. Die gelben und blauen Röhren wurden in gewohnter geometrischer Form angebracht. Zwei blaue Röhren werden vertikal in die Mitte des Schachtes auf die Wand gesetzt und darüber jeweils zwei gelbe Röhren horizontal angebracht. Dies wiederholt Flavin sechs Mal, so dass eine Art Lichtbaum entsteht.

Innerhalb des Komplexes sieht man nun die klare Struktur der Installation und von außen erscheint das Gebäude in Blau- und Grünabstufungen zu verschwimmen, so dass das geometrische Konstrukt des Baumes zu verschwinden scheint. Bewusst wählt der Künstler die Primärfarben Blau und Gelb, die sich zu Grün vermischen und arbeitet so wie ein Maler mit Farben. Im musealen Kontext beschränkt sich Flavin vor allem auf die Gestaltung von Räumen. In Gelsenkirchen gelingt es nun, das Innen und Außen miteinander zu verschmelzen und einen erweiterten Raum zu gestalten.

Autorin: Jasmin Blankenburg-Kaczmarek

STANDORT

Wissenschaftspark Gelsenkirchen
Munscheidstraße 14
45886 Gelsenkirchen

BILDNACHWEIS

© Estate of Dan Flavin/ VG BILD-KUNST, BONN 2014, Fotograf: Andreas Ren

BESITZ

Im Besitz der Stadt Gelsenkirchen.

LITERATUR

Bismarck, B. von [Hrsg.]: Dan Flavin. Installationen in fluoreszierendem Licht. 1989-1993. Katalog zur Ausstellung Dan Flavin, Lichträume (Innerhalb und Außerhalb); Städtische Galerie im Städel, Frankfurt am Main, 25.2. - 22.8.1993. Frankfurt am Main, Städtische Galerie, 1993.

Schmerling, W. & Ullrich F. [Hrsg.]: Public Art Ruhr. Die Metropole Ruhr und die Kunst im öffentlichen Raum, Köln Wienand, 2012.

http://www.wipage.de/