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Lichtkunst

Neon Stück („Angst“)

Marl

Künstler >

Ludger Gerdes

Entstehungsjahr >

1989

Material >

Metall, farbiges Plexiglas, Neonröhren

Maße >

ca. 180 x 700 x 32 cm

PROJEKTBESCHREIBUNG

Ludger Gerdes: Neon-Stück („Angst“), 1989, Lichtinstallation, Metall, farbiges Plexiglas, Neonröhren, ca. 180 x 700 x 32 cm, Marl.

Die Neon-Plastik „Angst“ zeigt den titelgebenden Schriftzug zwischen dem Piktogramm eines Golfspielers, stellvertretend für den Lebensbereich Freizeit, und einer Kirche, welche symbolisch für die menschliche Gefühlswelt steht. In diesem Umfeld siedelt der Künstler das intime Gefühl der ‚Angst‘ (Urangst, Todesangst, Existenzangst, Angst vor dem Tod, dem Leben usw.) an.

Dieses Gefühl hat nichts zu tun mit der Oberflächlichkeit und scheinbaren Problemlosigkeit unserer Neon-Welt des öffentlichen Stadtraumes, auf den Gerdes hier offensichtlich verweist, und doch schafft der Künstler es, eine Brücke zu schlagen. Eine Brücke, zwischen der von Neon-Reklame charakterisierten Alltagswelt des Städters und der Kunst, die existentielle Grunderlebnisse ästhetisch vermittelt. In einem Interview formulierte Gerdes seine Stellung als Künstler mit den Worten: „Man baut Brücken zwischen unterschiedlichen Dingen.“ Ganz bewusst arbeitet der 1954 geborene Ludger Gerdes in seinem „Neon-Stück („Angst“)“ aus dem Jahre 1989 mit der Neonreklame, die uns allen wohlvertraut ist. Im Gegensatz zu den Werbeschriften bietet uns Gerdes mit einem Golfspieler, dem Schriftzug „Angst“ und einer Kirche Dinge an, die auf den ersten Blick keine Gemeinsamkeit aufweisen. Nehmen Freizeitsport und Glaube im öffentlichen Leben durchaus gewissen Raum ein, so wird das Gefühl der Angst normalerweise nicht in die Öffentlichkeit getragen. Durch seine Botschaft unterscheidet sich das „Neon-Stück“ von den üblichen Lichtreklamen, mit deren Erscheinungsbild es spielt. Auf diese Weise verbindet der Künstler die Oberflächlichkeit der urbanen Reklamewelt mit der individuellen und tiefgreifenden Empfindung von Angst und schlägt so eine Brücke zwischen Dingen, die bei oberflächlicher Betrachtung kaum Berührungspunkte miteinander haben. Nach Gerdes' eigener Aussage zeigt das „Neon-Stück“ „ein Wort zur Bezugnahme auf einen seelischen Zustand und zwei schematische Bilder von Mitteln, diesem Zustand zu begegnen: Religion und Spiel an der Seite der Angst.“ Durch die künstlerische Kombination dieser Elemente versucht Ludger Gerdes „freie Denkräume zu schaffen, die uns hoffen lassen.“

Autor: Uwe Rüth

STANDORT

Skulpturenmuseum Glaskasten Marl
Creiler Platz 1

BILDNACHWEIS

© VG BILD-KUNST, BONN 2014, Fotograf: Skulpturenmuseum Glaskasten Marl

BESITZ

Im Besitz des Skulpturenmuseums Glaskasten, Marl.

LITERATUR

Jörg Mascherrek: Ludger Gerdes. Neon-Stück („Angst“). In: Smerling, Walter/Ullrich, Ferdinand [Hrsg.]: Public Art Ruhr. Die Metropole Ruhr und die Kunst im öffentlichen Raum. Köln, 2012. S. 54 f.