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Lichtkunst

KUNSTSAMMLUNGENDER-RUHRUNIVERSITÄTBOCHUM

Bochum

Künstler >

Mischa Kuball

Entstehungsjahr >

2003

Material >

37 weiße Neonleuchtbuchstaben in der Schriftart Futura Light, Zufallssteuerung DMX-Programmierung

Maße >

65 x 1m

PROJEKTBESCHREIBUNG

Mischa Kuball: Schriftzug (KUNSTSAMMLUNGENDERRUHRUNIVERSITÄTBOCHUM), 2003, kinetisches Objekt aus 37 weißen Neonleuchtbuchstaben in der Schriftart Futura Light, Zufallssteuerung DMX-Programmierung, 65 × 1 m, Kunstsammlungen der Ruhr-Universität Bochum.

Mischa Kuball: Schriftzug (KEHTOILBIBSTÄTISREVINU), 2005, kinetisches Objekt aus 28 weißen Neonleuchtbuchstaben in der Schriftart Futura Light, Zufallssteuerung DMX-Programmierung, 65 × 1 m, Universitätsbibliothek der Ruhr-Universität Bochum.

Zwei Lichtinstallationen von Mischa Kuball – jeweils ein Schriftzug aus dem Jahr 2003 und 2005 – lenken den Blick der Passanten auf dasjenige Gebäude, das die Universitätsbibliothek und die Kunstsammlungen der Ruhr-Universität Bochum aufnimmt. Dank ihrer Schaltung leuchten die einzelnen Buchstaben der beiden Schriftzüge in zufälliger Reihenfolge, einzeln, oder gleichzeitig, können also als kompletter Schriftzug oder in einzelnen Segmenten wahrgenommen werden.

Der Schriftzug KUNSTSAMMLUNGENDERRUHRUNIVERSITÄTBOCHUM - von 2003 befindet sich an der Südseite des Gebäudes am unteren Betonplattenabschluss oberhalb des Eingangsbereichs zu den Kunstsammlungen. Schon aus weiter Ferne sichtbar, markiert er den Ort, an dem das Campusmuseum mit seinen Kunstsammlungen der Moderne und Antiken Kunst zu finden ist.

Der Schriftzug KEHTOILBIBSTÄTISREVINU von 2005 ist auf dem oberen Betonplattenabschluss der Nord- und Eingangsseite der Universitätsbibliothek Bochum angebracht. Der Betrachter wird hier mit der Spiegelverkehrung der gebäudebezeichnenden Buchstabenreihe konfrontiert. Diese spiegelverkehrte Montage nimmt unmittelbar Bezug auf die Geschichte der Universitätsbibliothek. In der ursprünglichen Planung des Gebäudes war der Haupteingang auf der Südseite geplant. Eine Änderung, die durch die Integration des Campusmuseums in das Gebäude nötig wurde, sorgte für die Verlegung auf die gegenüberliegende nördliche Gebäudeseite. Mischa Kuball greift diese Planungsentwicklung mit seiner Installation auf: Zwar bringt er die Neonleuchtschrift an der Nordseite an, jedoch macht er dies in Spiegelverkehrung, sodass auf die ursprünglich geplante Eingangsfront von Süden her angespielt wird.

Beide Werke Kuballs – KUNSTSAMMLUNGENDERRUHRUNIVERSITÄTBOCHUM und KEHTOILBIBSTÄTISREVINU beziehen sich, wenngleich auf verschiedene Weise und im Fall der spiegelverkehrten Variante überdies durch einen Kunstgriff verkompliziert, gleichermaßen auf die sich im Gebäudeinneren befindlichen Kunstsammlungen sowie die Universitätsbibliothek. Das schnelle Erfassen von Wort und Bedeutung in Kuballs Schriftzügen wird allerdings im Zeitalter der Worttrennung und Interpunktion durch die lückenlose Aneinanderreihung der Buchstaben erheblich erschwert. Erst durch die bewusste Rezeption wird die Semantik des Schriftzuges erkennbar (Vgl. Steinhauser: 2004, S. 9-10).

Kuball nutzt in der durchgängigen Buchstabenabfolge der Schriftzüge die sogenannte „scriptura continua“, eine antike Schreibweise, die ohne Wort- oder Satztrennung auskommt. Indem er diese antike Schreibweise mit der aus den 1920er Jahren stammenden Schrifttype „Futura Light“ und dem modernen Medium der Lichtinstallation kombiniert, verweist der Künstler auf den Sammlungsbestand des Campusmuseums und die Schwerpunkte antiker und moderner bzw. zeitgenössischer Kunst. Neben dem Campusmuseum fasst der Bau – gleichsam als Buch- und Buchstaben-Container – auch die Universitätsbibliothek mit einem enormen Schriftenkonvolut aus allen Fachbereichen und Zeiten, sodass auch hier durch die Schriftzüge das Innere des Gebäudes thematisiert wird.

Als Licht-Bild löst sich der Schriftzug bei Dunkelheit weitgehend von seiner Begrifflichkeit und Bedeutung. Stattdessen rückt das Wechselspiel zwischen beleuchteten und unbeleuchteten Buchstaben in den Vordergrund. Der unregelmäßige Rhythmus und das sukzessive, aber auch gleichzeitige Aufstrahlen einzelner Lettern erhalten einen eigenen rezeptionsästhetischen Wert.

Autorin: Nina Heindl

STANDORT

Ruhr-Universität Bochum, Universitätsbibliothek
Universitätsstraße 150
44801 Bochum

BILDNACHWEIS

© VG BILD-KUNST, BONN 2014, Fotograf: Thorsten Koch

BESITZ

Im Besitz der Ruhr-Universität Bochum.

LITERATUR

Ausst.-Kat.: Mischa Kuball….in progress. Projekte/Projects 1980-2007. ZKM, Museum für Neue Kunst Karlsruhe, 2007, hrsg. v. Walter Grasskamp und Florian Matzner. Ostfildern 2007.

Monika Steinhauser: Optische und semantische Brechungen. Zu Mischa Kuballs Lichtinszenierungen. In: Hemken, Kai-Uwe; Monika Steinhauser [Hrsg.]: Mischa Kuball. Utopia/ Black Square 2001ff. Frankfurt am Main 2004. S. 8-11.
Sabine Falkenbach in: Smerling, Walter/Ullrich, Ferdinand [Hrsg.]: Public Art Ruhr. Die Metropole Ruhr und die Kunst im öffentlichen Raum, Köln 2012, S. 94/95.

LINKS

Homepage des Künstlers: www.mischakuball.com