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Landschaftskunst

Wachsender Steg

Kamen

Entstehungsjahr >

2014

Material >

60 Roteichen (Quercus rubra), feuerverzinkte und pulverbeschichtete Stahlträger

Maße >

Länge: 18m; Breite 1,5m

PROJEKTBESCHREIBUNG

Ein weißer Steg führt von der Gesamtschule Kamen bis an das Ufer der Seseke. An der Uferseite hebt er sich mehrere Meter vom Boden ab und bildet eine Aussichtsplattform. Getragen wird der Steg in Zukunft von ca. 60 Roteichen, die das Architektenkollektiv Bureau Baubotanik so gepflanzt hat, dass sie als ausgewachsene Bäume die gesamte Last des Stegs und deren Besucher tragen können. Obwohl die Roteiche eine schnellwachsende Baumart ist, kann es noch einige Jahrzehnte dauern, bis es soweit ist. Während dieser Zeit stützen herkömmliche Stahlträger die Konstruktion.

Entsprechend seines Titels „Wachsender Steg“ ist diese Arbeit daher weniger ein vollendetes Werk, sondern vielmehr ein Prozess dessen Hauptziel es nicht ist, dass das baubotanische Bauwerk möglichst schnell ohne Stahlstützen auskommt, sondern vielmehr deutlich zu machen, dass sich Pflanzen und ihre Ökosysteme über Jahrzehnte hinweg entwickeln.

Beruhend auf diesem Konzept fügt sich das Kunstwerk nahtlos in das von Billie Erlenkamp kuratierte Kunstprojekt „ÜBER WASSER GEHEN“ ein, in dessen Rahmen es auch realisiert wurde. Ähnlich wie die Emscher wurde auch die Seseke jahrzehntelang als Abwasserkanal der industriell geprägten Region genutzt. Seit einigen Jahren sind die Abwasserkanäle jedoch unterirdisch vom Fluss getrennt, sodass ein Renaturiersierungsprozess einsetzen konnte. Mit dem Kulturhauptstadtjahr 2010 wurden die ersten Kunstwerke entlang der Seseke von Künstlern wie Winter/Hörbelt oder Bogomir Ecker installiert. Durch den Erfolg und die Zusagen weiterer Projektpartner wie die Urbanen Künste Ruhr und der Regionalverband Ruhr ist das Projekt auch in den darauffolgenden Jahren fortgeführt worden.

Wenn in den kommenden Jahren die Roteichen des „Wachsenden Stegs“ nach und nach die Stahlstützen überwallen und ersetzt haben werden, wird die im Kunstwerk angelegte Verbindung zwischen Architektur, Natur und Kunst offensichtlich. Diese eingesetzte Kombination aus lebendigen Pflanzen und herkömmlichen Baumaterialien wird an der Universität Stuttgart seit 2006 als klimafreundliche neue Formensprache der Architektur unter dem Namen Baubotanik untersucht.

Seit einigen Jahren zeigt das Bureau Baubotanik mit deren Gründern Hannes Schwertfeger und Oliver Storz die praktische Umsetzbarkeit dieser neuartigen Verwendung von natürlichen Ressourcen in einer hochtechnisierten Welt. Wie am Beispiel des „Wachsenden Stegs“ sichtbar ist, wird Architektur zu einem Prozess, bei dem es entsprechend der Beschaffenheit der Natur immer wieder Anpassungen an die sich ändernden Gegebenheiten gibt.

Bureau Baubotanik: Wachsender Steg, 2014, 60 Roteichen und feuerverzinkte, pulverbeschichtete Stahlträger, 18 x 1,5 m, am Ufer der Seseke, Kamen.

Autorin: Ronja Friedrichs

STANDORT

An der Seseke

Gesamtschule Kamen

Gutenbergstraße 2

59174 Kamen