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Landschaftskunst

Theater der Pflanzen

Bottrop

Künstler >

Piet Oudolf , Gross.Max

Entstehungsjahr >

2010

Material >

Klärbecken

Maße >

o.M.

PROJEKTBESCHREIBUNG

Piet Oudolf (*1944) und Gross.Max (1995 gegründetes Landschaftsbüro): Theater der Planzen, 2010, landschaftsarchitektonische Gestaltung zweier Klärbecken,  o.M., Bernepark, Bottrop.

Auf dem Gelände der ehemaligen Kläranlage Bottrop Ebel, dem heutigen BernePark, haben vier Künstler ihre Werke für die EMSCHERKUNST.2010 verwirklicht. Neben dem Duo aus Piet Oudolf und Gross.Max realisierten der deutsche Lichtkünstler Mischa Kuball sowie der amerikanische Künstler Lawrence Weiner ihre Konzepte der Lichtgestaltung der Beckenränder sowie des Schriftzugs Catch as catch can auf dem Dach des Pavillons. Der niederländische Künstler Piet Oudolf entwarf im heutigen BernePark in einem der Klärbecken zusammen mit den schottischen Landschaftsarchitekten von Gross.Max das Theater der Pflanzen.

Eines der ehemaligen Klärbecken im Bernepark gibt die Form dieses Gartens vor: Rund und gen Erde versenkt, erstreckt er sich in mehreren Ringen über das Gelände. Bepflanzung, Sitz- und Gehmöglichkeiten wechseln einander ab, wobei eine klare Begrenzung nach außen das Ende des Gartens markiert und doch den Blick in die umliegenden Bereiche frei gibt. Über einen metallenen Steg lässt sich der Garten zielgerade bis zum Mittelpunkt überqueren. Von dort aus wird zum einen ein 360 Grad Blick über das Objekt, sowie die Gesamtanlage Bernepark ermöglicht. Zum anderen wird die Umdeutung der ursprünglichen Fläche deutlich. Klärbecken trifft Gartenkunst und vom bepflanzten Theater der Pflanzen  ergibt sich eine Verbindung zum zweiten Teil dieses Kunstwerks. Ein weiteres Becken – gefüllt mit Grundwasser – verweist auf den ursprünglichen Gebrauch dieses Ortes.

In einigen Publikationen erscheint das Werk unter dem Titel Hortus Inconclusus. Hierdurch lassen sich Bezüge zum mittelalterlichen ‚Hortus Conclusus‘ herstellen. Dieser lässt sich als eine der ursprünglichsten Formen der Gartengestaltung beschreiben und ist ein zumeist quadratisch oder rechteckig angelegter Garten, der – eingefriedet durch eine Mauer – den paradiesischen Frieden symbolisiert. (Vgl. Kalusok/Uerscheln: 2009, S. 160.) Der ehemalige Titel Hortus Inconclusus  stellt einen Gegensatz zum eingefriedeten, privaten Garten dar. Er ist nicht ummauert und Teil des öffentlichen ‚Berneparks‘. Raum, der zuvor nicht begehbar war, wird in diesem Fall nicht nur zugänglich, sondern auch benutzbar gemacht. Der endgültige Titel Theater der Pflanzen bezieht sich auf die Form der Anlage, die einem Amphitheater gleicht, in dem Pflanzen und Gartenkunst zur Schau gestellt werden. In diesem Spiel aus traditionellen Gartenmotiven wie den klassich geschnittenen symmetrischen Bosketten und der bunten und losen Bepflanzung manifestiert sich der Ansatz der Architekten, einem vorhandenen Ort keine neue Identität aufzuerlegen. Stattdessen wird mit gegebenen Mitteln eine dynamische Aussage erzeugt. Es ist also nicht nur der Titel, der diesen Ort zu einem urbanen Paradies erhebt.


Autorin: Linda Schmitz

STANDORT

Berne-Park
Ebelstraße 25a
46242 Bottrop

BILDNACHWEIS

© Piet Oudolf und Gross.Max, Fotograf: Andreas Ren

BESITZ

Im Besitz der EMSCHERGENOSSENSCHAFT.

LITERATUR

Florian Neuner: Hafen Mathias Stinnes, Essen-Karnap, bis Bernemündung, Bottrop. In: Matzner, Florian/Petzinka, Karl-Heinz/Stemplewski, Jochen [Hrsg.]: Emscherkunst. 2010. Eine Insel für die Kunst. Ostfildern, 2010. S. 180-197.

Ferdinand Ulrich: Piet Oudolf und GROSS.MAX. Hortus Inconclusus. In: Smerling, Walter/Ullrich, Ferdinand [Hrsg.]: Public Art Ruhr. Die Metropole Ruhr und die Kunst im öffentlichen Raum. Köln, 2012. S. 136.

Uerscheln, Gabriele u. Kalusok, Michaela: Wörterbuch der europäischen Gartenkunst. Reclam Sachbuch, Stuttgart, 2009.