gefördert durch RAG Stiftung
Städtefilter:
  • Alle Städte
  • Alpen
  • Außerhalb vom Ruhrgebiet
  • Bergkamen
  • Bochum
  • Bottrop
  • Bönen
  • Castrop-Rauxel
  • Dinslaken
  • Dorsten
  • Dortmund
  • Duisburg
  • Essen
  • Fröndenberg
  • Gelsenkirchen
  • Gevelsberg
  • Gladbeck
  • Hagen
  • Hamm
  • Hamminkeln
  • Hattingen
  • Herdecke
  • Herne
  • Herten
  • Holzwickede
  • Hünxe
  • Kamen
  • Lünen
  • Marl
  • Moers
  • Mülheim an der Ruhr
  • Neukirchen-Vluyn
  • Oberhausen
  • Recklinghausen
  • Ruhrgebiet
  • Schwelm
  • Schwerte
  • Selm
  • Unna
  • Waltrop
  • Werne
  • Wesel
  • Witten
  • Xanten
Filter schließen
Landschaftskunst

Zauberlehrling

Oberhausen

Künstler >

Inges Idee

Entstehungsjahr >

2013

Material >

Stahlprofile

Maße >

Höhe: 35 m

PROJEKTBESCHREIBUNG

Inges Idee: Der Zauberlehrling, 2013, Stahlprofile, Höhe: 35 m, Ripshorster Straße 306, Oberhausen.

Herr und Meister! Hör mich rufen! –
Herr, die Not ist groß!
Die ich rief, die Geister
Werd ich nun nicht los.
In die Ecken,
Besen, Besen!
Seids gewesen.
Denn als Geister
ruft euch nur zu diesem Zwecke,
erst hervor der alte Meister.
(Johann Wolfgang Goethe: Der Zauberlehrling.)

In Goethes Ballade „Der Zauberlehrling“ ist es der Lehrling, der während der Abwesenheit des Meisters heimlich die Geister beschwört und mit einem Zauberspruch einen Besen zum Leben erweckt, der ihm als Knecht beim Wasserschleppen helfen soll. Doch der Besen entwickelt ein unkontrollierbares Eigenleben. Auf einer Wiesenfläche zwischen der Ripshorster Straße und dem Rhein Herne Kanal in Oberhausen ist es ein Strommast, der eine völlig eigene tänzerische Dynamik entwickelt und sich von seinen funktionalen Strommast-Artgenossen emanzipiert hat. Der Aufbau aus Stahlprofilen und die formale Struktur sowie die Maße des technischen Designs von klassischen Strommasten übernimmt das Künstlerkollektiv Inges Idee für ihre Großplastik Der Zauberlehrling, die im Rahmen der Emscherkunst.2013 entstand. Um den dynamisch tänzelnden Eindruck und die geschwungene Form des Mastes zu erzeugen, wurden alle Einzelelemente neu entworfen und hergestellt. Besonders eindringlich wirkt der Zauberlehrling, wenn man ihn aus der Ferne mit den geradlinigen Aufreihungen der Strommasten im Hintergrund wahrnimmt und er als solitär sich aus dieser Reihung tanzend befreit zu haben scheint: Der tanzende Strommast ist seiner Funktion, elektrischen Strom über große Distanzen zu leiten, beraubt, erscheint aber vielmehr selbst Energiegeladen und so autark zu existieren.

Das Künstlerkollektiv, das 1992 von Hans Hemmert, Axel Lieber, Thomas A. Schmidt und Georg Zey gegründet wurde, entwickelt Projekte für den öffentlichen Raum. Inges Idee definiert die Funktion von Kunst im öffentlichen Raum wie folgt: „Kunst im öffentlichen Raum kann einen vorgefundenen Kontext verschieben um den Blick auf andere Wirklichkeitsaspekte zu öffnen. Wenn das gelingt wird der Ort interessanter und reicher. […] Es geht um eine Neubestimmung des Ortes und die Beziehung des Betrachters zu dem was er dort wahrnimmt und erlebt. Gelungene künstlerische Eingriffe bereichern nicht nur den Ort im Allgemeinen, sondern insbesondere die Menschen, die ihn als Erweiterung ihrer privaten Sphäre erleben können.“ (http://ingesidee.de/page.php?pgid=132&lang=de)

Inges Idee reagiert mit der Großplastik „Der Zauberlehrling“ auf die ehemals industriell genutzten Flächen und schafft mit dem tanzenden Strommast beim Betrachter einen Moment der Irritation und lässt ihn für einen Moment innehalten, schmunzeln und über das Kunstwerk und den Ort reflektieren.

Autorin: Katharina Kemper

VIDEO

STANDORT

Ripshorster Straße 306
46117 Oberhausen

BILDNACHWEIS

© Inges Idee, Fotografen: Roman Mensing (emscherkunst), Katharina Kemper

BESITZ

Im Besitz der EMSCHERGENOSSENSCHAFT.

LITERATUR

Florian Matzner: Inges Idee, der Zauberlehrling. In: Ausst.-Kat. Emscher Kunst. 2013. Hrsg. von Florian Matzner, Lukas Crepaz, Karola Geiß-Netthöfel, Jochen Stemplewski. Ostfildern 2013. S. 138.