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Landmarken

Totems

Bottrop

Künstler >

Agustín Ibarrola

Entstehungsjahr >

2002

Material >

105 bearbeitete Bahnschwellen aus Eichenholz, Farbe

Maße >

Höhe: ca. 1,50 – 2,70 m

PROJEKTBESCHREIBUNG

Im Rahmen der Ruhrtriennale entstand 2002 die Installation Totems des baskischen Malers und Bildhauers Agustín Ibarrola auf der Halde Haniel in Bottrop. Agustín Ibarrola bearbeitete 105 ausgediente Bahnschwellen aus Eichenholz, die er in zweier und dreier Gruppierungen oder auch einzeln senkrecht auf einer Bodenplatte befestigte. Aus den archaisch anmutenden Bahnschwellen arbeitete der Künstler mit einer Säge verschiedene grobe Formen heraus und bemalte sie in leuchtend bunten Farben, die sich kontrastreich vom Grau der Haldenlandschaft abheben.

Die Totems thronen in einer halbkreisförmigen Anordnung auf dem Kranz der Halde Haniel, die mit ihren ca. 185 Metern über Normalnull mit zu den größten Bergehalden im Ruhrgebiet zählt, deren nördlicher Teil immer noch mit Bergematerial aufgeschüttet wird. Zu Füßen der Halde befinden sich das aktive Steinkohlebergwerk Prosper-Haniel. Ursprünglich waren die Totemsnäher zur Bergarena, einem Amphitheater, das  im Kessel auf dem Haldenplateau platziert, 800 Besuchern Platz bietet. 2007 wurden die Stelen unter Leitung von Ibarrolas Meisterschüler Guido Hofmann neu aufgestellt und ausgerichtet sowie mit neuer Farbe versehen. (Vgl. http://bot-spot.de/spots/totems/totems.html)

Unter dem Begriff Totem „versteht man ein Tier, selten eine Pflanze oder ein Mineral, das mit einem Menschen oder mit einer Gruppe Menschen in einer mystisch-magischer verwandtschaftlicher Verbindung steht.“ (Josef F. Thiel: „Totem/Totemismus“ In: Gerhard Müller: TRE, Bd. 33, 2002, S. 683.) Das Wort ist aus den Algonkin-Sprachen abgeleitet und bedeutet „Verwandtschaft, Familienabzeichen oder aber auch persönlicher Schutzgeist.“ (Ebd.) Mit ihrer vertikalen Ausrichtung und ihrer archaischen Form erinnern die bearbeiteten Bahnschwellen an Totempfähle, die Vergangenheit und Gegenwart symbolisch miteinander verknüpfen. Die ausgedienten Bahnschwellen, die einst für den industriellen Fortschritt standen und Mobilität in den Warentransport brachten, beraubt Ibarrola ihrer ursprünglichen Funktion, die jedoch in ihrer Materialität die industriellen Ursprünge noch in sich tragen. Auch die Halde als Aufschüttung des Abraummaterials des Bergbaus wurde einem Wandel unterzogen. Der baskische Künstler versucht mit seinen Totems „die scheinbaren Gegensätze von Industrieraum und Natur zusammenführen“ (Agustín Ibarrola zitiert nach: http://www.idruhr.de/archiv/detail/archive/2002/august/article/presseeinladung-agustin-ibarolla-laesst-totems-auf-der-halde-haniel-entstehen.html)

Agustín Ibarrola (*1930): Totems, 2002, 105 bearbeitete Bahnschwellen aus Eichenholz, Farbe, Höhe: ca. 1,50 – 2,70, Halde Haniel, Bottrop.


Autorin: Katharina Kemper

VIDEO

STANDORT

Halde Haniel
Fernewaldstraße
46242 Bottrop

BILDNACHWEIS

© VG BILD-KUNST, BONN 2014, Fotograf: Fotolia, Katharina Kemper

LITERATUR

Josef F. Thiel: „Totem/Totemismus“ In: Gerhard Müller [Hrsg.]: Theologische Realenzyklopädie. Bd. 33 Technik – Transzendenz. Berlin, New York 2002. S. 683-686. Hier: 683