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Landmarken

Tiger and Turtle - The Magic Mountain

Duisburg

Entstehungsjahr >

2011

Material >

verzinkter Stahl, Edelstahl, LED-Module

Maße >

Grundfläche: ca. 40 x 41 m, Höhe: 21 m

PROJEKTBESCHREIBUNG

Dynamisch geschwungene Bögen, die Windungen, Schleifen und einen Looping bilden, erheben sich auf der höchsten Stelle der Henrich-Hildebrandt-Höhe im Duisburger Süden. Es handelt sich aber nicht um eine klassische Achterbahn, wie man sie von Jahrmärkten oder Freizeitparks kennt, sondern um die begehbare Großskulptur Tiger and Turtle – The Magic Mountain von Heike Mutter und Ulrich Genth. Die beiden Künstler greifen mit ihrer 21 Meter hohen Stahlkonstruktion die Formgebung einer Achterbahn auf, die aus der Ferne gesehen den Betrachter zunächst Schnelligkeit und damit verbundenen Nervenkitzel erwarten lassen. Nähert man sich der gigantischen Stahlkonstruktion, so eröffnet sich durch den Perspektivwechsel eine ganz andere Wahrnehmung: Eine schmale geschwungene Treppe, die in Gänze 220 Meter lang ist, veranlasst den Besucher Tiger and Turtle zu erkunden und die Skulptur physisch in der Bewegung zu erfahren. Doch es ist eben nicht die rasante Fahrt auf einer Achterbahn wie es der erste flüchtige Blick nahe legt, sondern die Wahrnehmung der Besucher wird beim Gang über die Skulptur regelrecht entschleunigt. Die geschwungenen Treppenwege ermöglichen so immer wieder neue Ansichten sowohl der Skulptur selbst als auch der umgebenden Landschaft, die beide aber immer nur ausschnitthaft wahrgenommen werden können. In Gänze lässt sich Tiger and Turtle als Objekt kaum überschauen. (Vgl. http://www.phaenomedia.org/lerchen_feld_HFBK_nr13-kurz.pdf )

Den höchsten Punkt von Tiger and Turtle – der Looping – kann der Besucher nur visuell erkunden, denn der Zugang bleibt ihm verwehrt. Bewusst konterkarieren Ulrich Genth und Heike Mutter an dieser Stelle die Erwartung des Besuchers, den höchsten Punkt des Objektes zu erklimmen, und verwandeln diesen somit „zum Sehnsuchtsort“ (Ulrich Genth zitiert nach: ebd.). Bereits im Titel, der an die Tradition anknüpft, Achterbahnen zu taufen, werden zwei Tiere benannt, die für unterschiedliche Geschwindigkeitskonzepte stehen – die Schildkröte für die Langsamkeit und der Tiger für die Schnelligkeit. Der Zusatz „The Magic Mountain“ bezieht sich auf den Namen des Vergnügungsparks „Six Flags – Magic Mountain“ in Los Angeles, „der als Wiege des Achterbahnkults gilt“. (Heike Mutter zitiert nach: ebd.)

Im Jahr 2008 gewannen Ulrich Genth und Heike Mutter mit ihrem Entwurf den internationalen Wettbewerb „Landmarke Angerpark“, der im Rahmen der Europäischen Kulturhauptstadt Ruhr.2010 ausgelobt wurde. (Vgl. Broschüre Tiger and Turtle – Magic Mountain. S. 12.) Auf dem ehemaligen und kontaminierten Gelände der Metallhütte MHD Sudamin entstand der Landschaftspark Angermund, der 2008 eingeweiht wurde. Heike Mutter und Ulrich Genth kommentieren mit ihrer Landmarke, die auch bei Nacht, durch LED-Leuchten in den Handläufen erhellt, eine enorme Fernwirkung erzielt, die Besonderheiten des Ortes, der einst Standort der Zinkhütte war und nun in einen Freizeitort verwandelt wurde.

Heike Mutter (*1969) und Ulrich Genth (*1971): Tiger and Turtle – The Magic Mountain, 2011, verzinkter Stahl, Edelstahl, LED-Module, Grundfläche: ca. 40 x 41 m, Höhe: 21 m, Heinrich-Hildebrandt-Höhe, Kaiserswerther Straße 166, Duisburg Wannheim-Angerhausen.


Autorin: Katharina Kemper

STANDORT

Heinrich-Hildebrand-Höhe
Kaiserswerther Straße 166
47249 Duisburg

BILDNACHWEIS

© VG BILD-KUNST, BONN 2018, Foto:Fotolia

LITERATUR

Söke Dinkla/Peter Greulich/Karl Jansen [Hrsg.]: Tiger & Turtle – Magic Mountain. Eine Landmarke in Duisburg von Heike Mutter und Ulrich Genth. Ostfildern 2011

Ferdinand Ullrich und Walter Smerling [Hrsg.]: Public Art Ruhr. Die Metropole Ruhr und die Kunst im öffentlichen Raum. Köln 2012. S. 126–127.

Broschüre Tiger and Turtle – Magic Mountain. Die Entstehung einer neuen Landmarke in Duisburg. Hrsg. von der Stadt Duisburg.