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Landmarken

Sonnenuhr

Castrop-Rauxel

Künstler >

Jan Bormann (*1939)

Entstehungsjahr >

1993/94

Material >

Edelstahl

Maße >

24 im Kreis positionierte 5 m hohe Edelstahlstelen, Kreis-Durchmesser 16,5 m, Schattenwerfer: 10 m

PROJEKTBESCHREIBUNG

Auf dem höchsten Punkt der Stadt Castrop-Rauxel in 151 Meter Höhe steht die 1993 von Jan Bormann geplante, begehbare Sonnenuhr. Diese besteht aus 24 polierten, reflektierenden Stundenstelen aus Edelstahl, die jeweils fünf Meter hoch sind und eine Kreisformation mit einem Durchmesser von 16,5 m bilden. (Vgl. Meier&Lochert: 2011. S. 146.) Die Stundenmarken der Sonnenuhr sind durch die hohen Rohre markiert und dem entsprechend höheren Schattenwerfer, durch die zusätzliche Ergänzung zum Vollkreis ist die Wirkung als Landmarke gegeben.

Das 12-Uhr-Rohr ist zehn Meter hoch und bildet mit dem nach Norden ausgerichteten Schattenwerfer ein Dreieck zum Mittelpunkt des  Kreises. (Vgl. Link 1) Ausgerichtet nach den Haupthimmelsrichtungen treffen zwei Achsen auf den Kreis der Sonnenuhr, welche gleichzeitig die Treppenaufgänge zum Gipfel der Halde sind. Die Sonnenuhr ist genordet, auf die Nordachse des Geokreuzes, sie zeigt damit die wahre Ortszeit, so wie auch alle alten Sonnenuhren. Die Mitteleuropäische Zeit (MEZ) ist 33 Minuten früher. Die von Nord nach Süd verlaufende Achse ist die so genannte Naturachse. Ihre Treppenaufgänge bestehen im Süden aus Grubenholz, im Norden aus Eisenbahnschwellen. Die Industrieachse verläuft von West nach Ost  mit dem Thema "Vom Rohstahl zum Fertigstahl", im Osten mit Stufen aus Stahlbrammen, im Westen aus Eisenbahnschienen. Diese vier zur Sonnenuhr führenden Aufgänge bilden das Geo-Kreuz. (Vgl. Meier&Lochert: 2011. S. 146.)

Standort der Sonnenuhr ist die ehemalige Halde der Zeche Graf Schwerin, die 1993 durch die Internationale Bauausstellung Emscher Park (IBA) zu einer Landmarke ernannt wurde. Die Landmarke Halde Schwerin zeigt sich als ein markantes Relikt aus der Kohleindustrie und prägt das Landschaftsbild im Revier. Die Umgestaltung und die Aufstellung von Kunstwerken eröffnet neue Nutzungsmöglichkeiten und die Halde wird begeh- und erlebbar, sodass nicht mehr die Kohle im Mittelpunkt steht, sondern vielmehr Kunst, Kultur und die Natur. ( Vgl. Nöllenheidt: 2010. S. 340.)

Die entwickelte Thematik durch die IBA für die Halde Schwerin lautet: Sonnenlicht, Sonnenzeit und Sonnenkraft. Dies bezieht sich inhaltlich auf die Halde, auf ihre Entstehung durch permanenten Einsatz von Arbeitskraft und auf das Bergematerial, das von den Bergarbeitern ans Tageslicht gebracht wurde. (Vgl.: Interkommunale Arbeitsgemeinschaft Regionaler Grünzug F der Städte Castrop-Rauxel, Dortmund und Waltrop, 1996, S. 23) Gleichzeitig stellt die Thematik des Sonnenlichts einen Kontrast zu der Arbeit unter Tage dar. In der heutigen Zeit halten wir uns in erster Linie im Sonnenlicht auf, statt mehrere Kilometer unter der Erde.
Jan Bormann, der mit mit der Sonnenuhr eine der ersten Landmarken im Ruhrgbiet entworfen hat, setzt sich dafür ein die Sichtbarkeit der Landmarken aufrechtzuerhalten, die durch Bewaldung immer mehr zuwachsen.

Die IBA ließ ein Jahr später an dem Aufgang zur Halde Schwerin noch zwei weitere Objekte aufstellen, bei diesen handelt es sich um Klaus Corzilius´ Sinuspergola und den Wassertempel von Peter Strege, über der Quelle des Deininghauser Bachs.

Jan Bormann (*1939): Sonnenuhr, 1993, 24 im Kreis positionierte 5 m hohe Edelstahlstelen, Kreis-Durchmesser 16,5 m, Halde der Zeche Graf Schwerin, Castrop-Rauxel.

Autorin: Rabea Stadthaus

STANDORT

Halde Schwerin
Bodelschwingher Straße
44577 Castrop-Rauxel

BILDNACHWEIS

© VG Bild-Kunst, Bonn 2018, Fotograf: Andreas Ren

BESITZ

Im Besitz der Stadt Castrop-Rauxel.

LITERATUR

Wolfgang Berke: Über alle Berge. Der definitive Haldenführer Ruhrgebiet. Essen 2009.

Interkommunale Arbeitsgemeinschaft Regionaler Grünzug F der Städte Castrop-Rauxel, Dortmund und Waltrop [Hrsg.]: Emscher Landschaftspark: Dokumentation der Rahmenplanung Regionaler Grünzug F, IBA Emscher Park, 1996.

Norbert Meier und Martin Lochert: Zeche Graf Schwerin. Vom Bergwerk zum Stadtteil, Selbstverlag Förderverein Bergbauhistorischer Stätten Ruhrrevier e. V. 2011.

Achim Nöllenheidt: Ruhr Kompakt. Der Kulturhauptstadt-Erlebnisführer, Himmer/ Augsburg 2010.

Link 1: www.baukunst-nrw.de/objekte/Halde-Schwerin--1543.htm (08. September 2014)

http://www.ruhrnachrichten.de/staedte/castrop/Fuer-Navigationsgeraete-Weg-zur-Halde-Schwerin-heisst-bald-Zur-Sonnenuhr;art934,2467907 (08. September 2014)