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Landmarken

Nachtzeichen

Gelsenkirchen

Entstehungsjahr >

1999

Material >

Scheinwerfer

Maße >

o.M.

PROJEKTBESCHREIBUNG

Die Halde Rungenberg wurde vom Bergwerk Hugo/Ewald aufgeschüttet. Zur künstlerischen Gestaltung des insgesamt 500.000 qm großen Areals wurde 1992 ein Wettbewerb ausgerufen, der von der Künstlergemeinschaft EsRichter/Noculak gewonnen wurde. In ihrem Siegerentwurf akzentuierten die beiden Künstler die Haldenspitze als eine in der Dunkelheit weit sichtbare Landmarke. Jedoch lohnt sich auch ein Blick auf die Anlage aus nächster Nähe. Der direkteste Weg führt über eine Brücke und einen Treppenaufgang von der Siedlung Schüngelberg zu den „Nachtzeichen“, wobei diese Achse in Form einer Schneise auch auf der Haldenkuppe weitergeführt und somit ein unmittelbarer Bezug zur Siedlung hergestellt wird. Zu beiden Seiten dieser Schneise erheben sich zwei Dreieckspyramiden aus schwarzem Bergematerial auf denen jeweils ein vier Meter hoher Spiegelscheinwerfer positioniert wurde. Die beiden aus verrostetem Stahl bestehenden Scheinwerferröhren sind so ausgerichtet, dass sich bei Dunkelheit ihre Strahlen über der Haldenspitze kreuzen, wobei der Winkel der Lichtstrahlen dem Winkel der dahinter liegenden Böschung entspricht. Am Nachthimmel entsteht somit eine immaterielle Ergänzung der Doppelpyramidenanlage zu einer großen Pyramide. Gleichzeitig wird innerhalb der entstehenden großen Lichtpyramide der von der Erdanhäufung ausgelassene Schneisenraum nach oben hin gespiegelt. Zudem erscheint durch den weiteren Verlauf der Lichtstrahlen ein weiteres, auf den Kopf stehendes Dreieck, welches erneut die wiederkehrende pyramidale Grundform der Haldenkopfgestaltung aufnimmt. Festzuhalten ist, dass nur die Lichtinstallation zur Vollendung der Haldenspitze auf Noculak und EsRichter zurückgeht. Die eigentliche Haldengestaltung, also die geometrische Anlage und Aufhäufung des Bergematerials entstand nach Plänen des Schweizer Architekturbüros Rolf Keller, das auch die Neubauten der Siedlung Schüngelberg entwarf. Diese markante und betont künstliche Form verweist auf die Halde als vom Menschen geschaffenes Landschafselement. Durch die Lichtinstallation wird die Halde nicht nur formal (zur Pyramide) komplettiert, sondern auch in ihrer Künstlichkeit betont. Die dem künstlerischen Konzept von Noculak und EsRichter immanente Verbindung von Positiv- und Negativform, von Raum und Leere, Licht und Materie bilden einen für die Landmarkenkunst im Ruhrgebiet besonders interessanten Ansatz.

Klaus Noculak und Hermann EsRichter: Nachtzeichen, 1999 aufgestellt, Scheinwerfer, Halde Rungenberg, Gelsenkirchen, Im Rahmen des von IBA Emscher Park, Montan-Grundstückgesellschaft, Stadt und Kunstverein Gelsenkirchen initiierten Projekts zur künstlerischen Gestaltung der Halde Rungenberg, wird tägl. 30 Min. nach der Straßenbeleuchtung eingeschaltet und um 24 Uhr abgeschaltet.


Autorin: Sabine Fiereck

STANDORT

Halde Rungenberg
Holthauser Straße
45897 Gelsenkirchen-Buer

BILDNACHWEIS

© VG BILD-KUNST, BONN 2014, Fotograf: Werner J. Hannappel, Andreas Ren

BESITZ

Im Besitz der Halde Rungenberg, Gelsenkirchen.

LITERATUR

Sabine Falkenbach: Hermann ESRichter und Klaus Noculak. Nachtzeichen. In: Smerling, Walter/Ullrich, Ferdinand [Hrsg.]: Public Art Ruhr. Die Metropole Ruhr und die Kunst im öffentlichen Raum. Köln, 2012. S. 38 f.