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Landmarken

Hase

Dinslaken

Künstler >

Thomas Schütte

Entstehungsjahr >

2015

Maße >

360 cm

PROJEKTBESCHREIBUNG

Thomas Schütte (*1954): Hase, 2015,  rot lackiert, 360 cm, Bergpark Lohberg, Dinslaken.

Ein riesiges, zwitterhaftes Wesen erhebt sich inmitten des erhaltenen Kohlerundeindickers zwischen Kohlenmischhalle und Halde im Bergpark Lohberg und zieht nicht nur durch die signalrote, glänzende Farbigkeit die Aufmerksamkeit auf sich: Mit aufgerichteten Hasenohren, eines vorn abgeknickt, das andere gerade aufgestellt, mit menschlichen Gesichtszügen und einem Ziegenbart, stützt die Figur die Arme auf den wulstigen kurzen Beinen ab und scheint mit geschürzten Lippen die Umgebung zu erkunden. Das eigenwillige Wesen mit der grotesken Pose, die zwischen gebückter Haltung und diabolischen Habitus changiert, stammt von dem Düsseldorfer Bildhauer Thomas Schütte, der im Rahmen des Projektes „Choreografie einer Landschaft“ seine Plastik mit dem Titel „Hase“ auf dem runden Mittelpodest positioniert, auf dem einst die Räumerbrücken mit ihren Fangeinrichtungen montiert waren und das Waschwasser reinigten.

Im Konzepttext zu seiner Arbeit heißt es: „Die Figur stellt dar: Osterhase, Weihnachtsmann, Nikolaus, Halloween, WM-Maskottchen etc.“ (http://www.choreografieeinerlandschaft.de/schuette.html) Schütte verweist damit augenzwinkernd auf die Entstehungsgeschichte der monumentalen Hasen-Plastik. Vor Jahren hatte seine Tochter aus Tonresten eine 20 cm große Figur modelliert, die als „Allzweckheiliger“ sowohl Ostern und Weihnachten als auch sämtliche weiteren Feste im Jahr abdecken sollte. Nachdem die Figur einige Jahre in Schüttes Besitz war, versah er sie mit einem Zettel mit der Maßangabe vier Meter und gab die kleine Tonplastik zum 3D-Scannen und heraus kam dann der ins monumentale Maß vergrößerte Hase in Styropor, der von Schütte bearbeitet wurde. (Vgl. https://www.youtube.com/watch?v=jXUWSyI3AnQ).

Die mehrfache Bedeutungsbelegung des Tieres, die in dem kindlich-naiven Herstellungsprozess begründet ist, bleibt auch in der in Dinslaken aufgestellten Arbeit noch ablesbar. Doch durch die monströsen Dimensionen der vergrößerten Kinderplastik und dem rot-glänzenden Überzug aus Lack entwickelt die Plastik zum einen eine signalhafte Wirkung und zum anderen verstärkt sich so auch die dämonische Erscheinung der Figur. Ein Pendant des Hasen, der in Bronze ausgeführt ist, hockt seit 2013 im Park der Fondation Beyerler im Teich und speit Wasser aus dem Mund.

2014 wurde das ehemalige Gelände der Zeche Lohberg, die 2005 still gelegt wurde, in den Bergpark Lohberg verwandelt. Die Stadt Dinslaken und die RAG Montan Immobilien beauftragten das Projekt „Choreografie einer Landschaft“, das von Markus Ambach kuratiert wird. Mit künstlerischen Interventionen soll der Bergpark Lohberg in das städtische Leben Dinslakens integriert werden. Schüttes rotleuchtende, riesige Hasenplastik verweist in keiner Weise auf die industrielle Vergangenheit der Landschaft, sondern besetzt den Raum völlig neu und macht sich das industrielle Relikt zu Eigen.

Autorin: Katharina Kemper

STANDORT

Hünxerstraße
46537 Dinslaken

BILDNACHWEIS

© VG Bild-Kunst, Bonn 2015, Fotograf: Markus Ambach

BESITZ

Stadt Dinslaken