gefördert durch RAG Stiftung
Städtefilter:
  • Alle Städte
  • Alpen
  • Außerhalb vom Ruhrgebiet
  • Bergkamen
  • Bochum
  • Bottrop
  • Bönen
  • Castrop-Rauxel
  • Dinslaken
  • Dorsten
  • Dortmund
  • Duisburg
  • Essen
  • Fröndenberg
  • Gelsenkirchen
  • Gevelsberg
  • Gladbeck
  • Hagen
  • Hamm
  • Hamminkeln
  • Hattingen
  • Herdecke
  • Herne
  • Herten
  • Holzwickede
  • Hünxe
  • Kamen
  • Lünen
  • Marl
  • Moers
  • Mülheim an der Ruhr
  • Neukirchen-Vluyn
  • Oberhausen
  • Recklinghausen
  • Ruhrgebiet
  • Schwelm
  • Schwerte
  • Selm
  • Unna
  • Waltrop
  • Werne
  • Wesel
  • Witten
  • Xanten
Filter schließen
Landmarken

Carbon Obelisk

Essen

Künstler >

Rita McBride

Entstehungsjahr >

2010

Material >

Kohlenstofffaserverstärkter Kunststoff

Maße >

14 x 0,7 x 0,7 m

PROJEKTBESCHREIBUNG

Rita McBride (*1960): Carbon Obelisk, 2010, Kohlenstofffaserverstärkter Kunststoff, 14 x 0,7 x 0,7 m, Emscherradweg nördlich der Schurenbachhalde, Essen.

Wer sich auf dem Emscherradweg nördlich der Schurenbachhalde befindet, entdeckt schon aus der Ferne den Carbon Obelisk von Rita McBride, der 2010 im Rahmen der Kunsttrirnnale EMSCHERKUNST entstanden ist.. Ein hoher schwarzer Pfeiler ragt in die Luft und endet mit einer pyramidenförmigen Spitze. Die aus kohlenstofffaserverstärktem Kunststoff bestehende Installation erscheint wie aus einem Guss, da überall die gleiche Oberflächenstruktur vorhanden ist. Die übereinandergelegten Kohlenstofffasern bilden ein kleines, diagonal ausgerichtetes Gittermuster. Das Material ermöglicht aufgrund dieser Fasern intensive Lichtreflektionen, sodass das gesamte Objekt bei Sonneneinstrahlung zu glänzen scheint.

Das von der Künstlerin verwendete und im Titel benannte Material Karbon bezieht sich  auf eine Periode der Erdgeschichte, mit der vor über 300 Millionen Jahren die Entstehung der Steinkohle begann. (Vgl. Buchardt: 2012. S. 116.) Nicht umsonst ist das Kunstwerk daher Teil der EMSCHERKUNST aus dem Jahr 2010. Permanent installiert begleitet es den Strukturwandel im Ruhrgebiet und nimmt in seiner Materialität den Bezug zur Kohle auf. (Vgl. Neuner: 2010, S. 170.)

Die Form dieser Landmarke greift als Motiv die umstehenden Strommasten auf, da deren inneres Gerüst der Form des Obelisken ähnelt. Der Carbon Obelisk steht aufgrund seiner Materialität und Farbigkeit zu den luftigen Strommasten im Kontrast, wobei er sie mit seinen 14 Metern Höhe bei Weitem nicht überragt. In seiner Struktur greift er allerdings die ebenfalls diagonal und gitterförmig verlaufenden Metallstreben der Hochmasten auf.

Ursprünglich als ein ägyptisches Kultsymbol wurde der Obelisk vor allem in der Baukunst der Renaissance verwandt. (Vgl. Koch: 2009. S. 471.) Im innerstädtischen Kontext in der Renaissance und im Barock wurden Obelisken häufig aufgestellt, um Plätze oder Gebäude zu markieren. In diesem Fall wurde der Obelisk an einem Ort errichtet, der keine besondere repräsentative Funktion hat. (Vgl. Neuner: 2010. S. 167ff.) Das tradierte Motiv des Obelisken wurde von Rita McBride in einen zeitgenössischen Zusammenhang gebracht. Sie bleibt der klassischen Form treu, arbeitet jedoch eine sehr lange und schmale Variante heraus, die durch ihre Farbigkeit in Kombination mit dem verwandten Material nicht in Gänze den Vorgängern aus der Renaissance gleicht.

Der Carbon Obelisk, aufgestellt an einem Weg am Rande der Halde Schurenbach, in deren Nähe weitere Landmarken, wie beispielsweise Richard Serras Bramme  und Raimund Kummers Schwelle stehen, laden dazu ein, sich mit diesem Ort und seinem Wandel auseinanderzusetzen.

Autorin: Linda Schmitz

STANDORT

Emscherradweg nördlich der Schurenbachhalde
Karnaper Straße 30
45329 Essen

BILDNACHWEIS

© VG BILD-KUNST, BONN 2014, Fotograf: kunstgebiet.ruhr

BESITZ

Im Besitz der EMSCHERGENOSSENSCHAFT.

ZUSTAND

Homepage der Künstlerin: www.ritamcbride.net
www.emscherkunst.de

LITERATUR

Buchardt, Thomas: Rita Mc Bride. Carbon Obelisk. In: Ullrich, Ferdinand u. Smerling, Walter [Hrsg.]: Public Art Ruhr. Die Metropole Ruhr und die Kunst im öffentlichen Raum. Köln 2012. S. 116f.

Koch, Wilfried: Baustilkunde. 29. Aufl. Augsburg 2009.

Neuner, Florian: Schleuse Gelsenkirchen bis Hafen Mathias Stinnes, Essen-Karnap- In: (Hrsg.): Matzner, Florian/Petzinka, Karl-Heinz/Stemplewski, Jochen: Emscherkunst. 2010. Eine Insel für die Kunst. Ostfildern, 2010. S. 150-179.