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Kunst am Bau

Durchleuchten

Bochum

Künstler >

Jan Kolata

Entstehungsjahr >

2001

Material >

28 bemalte Scheiben in zwei Treppenhäusern, Schmelzfarben auf Glas

Maße >

je 110 x 200 cm

PROJEKTBESCHREIBUNG

Jan Kolata (*1949): Durchleuchten, 2001, 28 bemalte Scheiben in zwei Treppenhäusern, Schmelzfarben auf Glas, je 110 x 200 cm, Treppenhaus des Erweiterungsbaus der Fachhochschule, Bochum.

Am Erweiterungsbau der Fachhochschule Bochum befindet sich eine Arbeit des 1949 in Immenstadt geborenen Künstlers Jan Kolata. 2001 bemalte er 28 Fenster der beidseitig verglasten Treppenhäuser, die als einzige Bauteile die strenge Fassadengestaltung durchbrechen und somit den Bau trotz ihrer hohen Transparenz prägen. Jan Kolata reagierte mit seiner Arbeit Durchleuchten auf eben diese räumliche Situation und schuf eine architekturbezogene Glasmalerei, „die klar und deutlich die Architektur zu akzentuieren vermag, ohne jedoch mit großem bildrhetorischen Vokabular die vorgefundene Situation zu besetzen.“ (Hoppe-Sailer: 2001. S. 7)

Die einzelnen Fensterelemente wurden von Kolata so gestaltet, dass sie sowohl allein als auch im Verbund funktionieren und außerdem ein Wechselspiel von Glasmalerei und Tafelbild evozieren. Senkrecht angeordnete, farbige Fensterbänder schmücken die Nord- und Südseite der Treppenhäuser des Erweiterungsbaus und führen zu einer visuellen Verschränkung beider. Die farbigen Fenster, in Gelb- und Rottönen sowie Blau- und Grüntönen, ermöglichen es, die transparente Konstruktion der Architektur und ihre Raumtiefe wahrzunehmen. Der Blick fällt nicht auf die außen befindliche Landschaft, sondern wird von den Farbflächen der unterschiedlichen Raumebenen im Inneren aufgefangen. Durch die etagenübergreifende Farbgestaltung werden die realen architektonischen Grenzen aufgehoben und neu definiert. In einem komplizierten Verfahren wurden die Farbpigmente auf das Glas aufgetragen und später gebrannt, sodass Farbe und Trägermaterial zu einer Einheit verschmelzen.

Im Vordergrund der künstlerischen Arbeit Kolatas stehen die Farbe, ihre Präsenz und ihre immateriellen Qualitäten sowie die Raumqualität von Malerei: „Es galt für ihn, die Farbe als visuelle Erscheinung frei zu setzen und ihre Möglichkeiten auszuloten.“ (Uelsberg: 2000. S. 4.) Hatten seine frühen Arbeiten noch einen Hang zur Gegenständlichkeit, entfernte er sich von dieser immer mehr, bis hin zur vollkommenen Autonomie der Farbe. Dabei steht das Zusammenspiel von Materialität und Räumlichkeit der lasierenden Farbschichten und des Bildgrundes im Zentrum dieser Werke. Das Glas als Bildträger bekommt in diesem Zusammenhang eine ganz eigene Qualität, handelt es sich doch um ein transparentes Material. Die Absicht, durch Bildgrund und Farbschichten eine eigene Bildräumlichkeit zu erzeugen, gelingt ihm in Bochum durch die Interaktion von Farbe, Licht und Architektur.

Autorin: Linda Klunk

STANDORT

Fachhochschule Bochum, Fachbereich Wirtschaft
Lennershofstr. 140
44801 Bochum

BILDNACHWEIS

© VG BILD-KUNST, BONN 2014, Fotograf: Andreas Ren

BESITZ

Im Besitz der Stadt Bochum.

LITERATUR

Hoppe-Sailer, Richard: Durchleuchten. In: Kolata, Jan / Hoppe-Sailer, Richard: Jan Kolata, 28 Fenster, FH-Bochum. Münster, 2001.

Uelsberg, Gabriele: Im Fluss der Farbe. In: Kolata, Jan / Uelsberg, Gabriele: Jan Kolata. 7. November bis 30. November 2000, Gothaer Kunstforum. Köln, 2000.

LINKS

Homepage des Künstlers: www.jan-kolata.de