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Bildhauerei

Utz Brocksieper (*1939)

Hagen

Geburtsort >

Hagen

Utz Brocksieper

KURZ-BIOGRAPHIE

1939 geboren in Hagen
1954 - 1962 Schlosserlehre und Maschinenbautechniker
1972 - 1977 Studium Bildhauerei
seit 1977 freischaffender Bildhauer in Düsseldorf und Hagen
1979 Mitglied im Westdeutschen Künstlerbund
1986 Mitglied im Deutschen Künstlerbund

 

"Utz Brocksieper ist ein klassischer Bildhauer mit profunder Handwerklichkeit und zeitloser Formensprache. Seine grundlegende künstlerische Ausdrucksform ist der Keil in allen denkbaren Funktionen und Variationen. Mit dieser Form greift der Künstler zurück auf eine Urform, ein archaisches Werkzeug, das für die kulturelle Entwicklung der Menschheit von elementarer Bedeutung ist. Der Keil hat für Brocksieper mehr als instrumentelle Bedeutung: Er ist für ihn eine Sinnform, ein „Symbol für auslösende Kräfte“ – positiver wie negativer Art. Der Keil spaltet, durchdringt, er schafft Neues indem er Altes zerteilt, bewirkt so Bewegung, Veränderung in Zeit und Raum. Damit berührt Brocksieper tiefgründige Fragen des Daseins: die Eingriffe des Menschen in Natur und Kultur, in soziale Strukturen und politische Zusammenhänge – mit konstruktiven wie destruktiven Auswirkungen.

Die dialektische Auseinandersetzung mit Antagonismen zieht sich als Leitmotiv und darstellerisches Prinzip durch sein gesamtes Schaffen. Statik und Dynamik, Ordnung und Bewegung, Tradition und Fortschritt sind für ihn keine Gegensätze, sondern sich wechselseitig bedingende und ergänzende Daseinsformen. Dieses Verständnis der Dinge und Zusammenhänge spiegelt sich wider in den Themen, im Umgang mit den Materialien, in den Konfigurationen. In der scheinbar traditionellen Darstellungsweise steckt bei näherem Hinsehen eine immer moderne Zeitlosigkeit des künstlerischen Ausdrucks.
Dialektisch ist ebenfalls der Dialog, den die Skulpturen mit dem Raum eingehen, ihn in Schwingungen versetzen und zum Klingen bringen: Die schweren Figuren füllen den Raum mit stoischer Präsenz und kraftvoller Ruhe, die „Fragiles“ gestalten ihn auf feinsinnige Art und schaffen neue Raumgefühle; die dynamischen, schreitenden Figuren durchmessen den Raum und vermitteln die Flüchtigkeit der Zeit, die statischen Figuren verharren im Raum und lassen die Zeit scheinbar stillstehen.

Bei aller beachtlichen Vielfalt der Formen und Themen weisen die verschiedenen Werkgruppen Utz Brocksiepers über die Jahrzehnte eine konsequente, durchgängige und unverwechselbare Handschrift auf. Der Künstler arbeitet mit einem Grundinventar an Materialien und Werkzeugen, Formen und Schnitten; durch konsequentes Festhalten an Grundformen und Prinzipien vermeidet er Beliebigkeit und Oberflächlichkeit. Er versteht es meisterlich, sein minimalistisch anmutendes Instrumentarium vielfältig zu variieren, um so zu einem Maximum an gestalterischem Ausdruck zu gelangen.

Seine Skulpturen zeichnen sich durch klare Formen und vitale Kraft, fragile Linien und basale Konturen aus. Sie wirken wie Signaturen der Reduktion auf das Wesentliche, sind das Ergebnis eines Prozesses gründlicher Reflektion und Sinnsuche. Sie sind profund und authentisch, ein Teil des Künstlers. Wie Utz Brocksieper selber treten sie bescheiden auf, drängen sich trotz der Schwere des Materials nicht in den Vordergrund und – das ist ihr Geheimnis – kombinieren auf eine magische Weise Sinn und Form. Kurzum: Sinnformen von zeitloser Klasse."

Ortrun Venth-Vogt und Prof. Dr. Wolfgang Vogt
Textauszug: Einladung zur Eröffnung des Skulpturenpark Pampin 2007

 

STUDIUM

1972 - 1974  Studium Bildhauerei an der Folkwangschule Essen bei Prof. Max Kratz
1974 - 1977  und an der Akademie der Bildenden Künste Stuttgart bei Prof. Rudolf Hoflehner

MEILENSTEINE

ab den 1970er Jahren Beschäftigung mit dem Thema: „Der Keil als Symbol für auslösende Kräfte“
1989 Aufenthalt in Mexico
1991 Projekt „El camino de Cristóbal Colón o la  cuña  en acción“
2007 Eröffnungsausstellung Skulpturenpark Pampin / MeckPom
2015 Ehrenmitglied im Westdeutschen Künstlerbund

 

AUSSTELLUNGEN

1978 Karl Ernst Osthaus Museum, Hagen  (Einzelausstellung)
     Galerie Royag, Düsseldorf (Einzelausstellung)
     "96 Künstler aus Westfalen“, Landesmuseum Münster
1983 Galerie Symbol, Köln (Einzelausstellung)
1987 “Nur Rost...?”, Skulpturenmuseum, Marl
1989 Städtisches Museum Gelsenkirchen und Rottmannssiepe  (Einzelausstellung)
1990 Fluxeum, Wiesbaden (auch: 1991/92/94/95/96/97/99)
1992 “Bahamas Quincentennial”, Columbus-Museum, San Salvador/Bahamas
1996 “Hommage á Rudolf Hoflehner”,Akademie der Bildenden Künste, Stuttgart
2000 Burgenländische Landesausstellung 2000, Stadtschlaining, Österreich
2001 “Konkrete Kunst aus NRW”, Kammerhofgalerie, Gmunden, Österreich
2007 Skulpturenpark Pampin„Utz Brocksieper ; Skulpturen 1973 - 2006 und
        Neues vor Ort“, Eröffnungsausstellung (Einzelausstellung)
2009 Corso der Skulpturen, BUGA Schwerin/Parchim

 

BILDNACHWEIS

© Archiv Brocksieper

LITERATUR

1981 „Deutsche Kunst der Gegenwart in öffentlichen Sammlungen“, Jahrbuch 1981
1982 Karl Ernst Osthaus Museum, Hagen (Hrsg.), „Utz Brocksieper, Eisenplastik“, Katalog 1982, Text: Johann-Heinrich Müller
1983 Wolfgang Wangler (Hrsg.), „utz brocksieper - eingriffe“, Verlag Symbol Köln, Köln 1983, ISBN 3-9800350-3-4
1986 Uwe Rüth/ Bernhard Korzus (Hrsg.), „Nur ROST ...?“, Landschaftsverb. Westfalen- Lippe
1993 Hans Joachim Manske u.a. (Hrsg.), „Kunst im öffentlichen Raum in Bremen“, Worpswede Verlag 1993
1996 Thomas Grochowiak, Heimatbuch Hagen+Mark 1997,“Die Gründerjahre des Westdeutschen Künstlerbundes“, Basse Druck 1996
2000 Amt der Burgenländischen Landesausstellung (Hrsg.), „Krieg oder Frieden - vom Kult der Gewalt zur Kultur des Friedens“, Rötzer Druck Eisenstadt (A) 2000, ISBN 3-901517-20-0
2000 Kunststiftung Erich Hauser (Hrsg.), „für Erich Hauser“, Rottweil 2000
2000 Horst Kniese, Heimatbuch Hagen+Mark 2001, „Der Bildhauer der Keile“, ardenkuverlag,  Hagen 2000,  ISBN 3-932070-23-2
2002 Landeshauptstadt Dresden Kulturamt /Peter Herbstreuth (Hrsg.), „Dresden privat - Die Kunst des Sammelns“, Sandsteinverlag Dresden, Dresden 2002, ISBN 3-930382-70-9
2003 Barbara Happe/Martin S. Fischer, „Haus Auerbach“, Ernst Wasmuth Verlag Tübingen, Tübingen 2003,  ISBN 380300635X
2003 Horst Kniese, Heimatbuch Hagen+Mark 2004, „Kunstdreieck Hagen-Weimar-Jena“ ardenkuverlag, Hagen 2003,  ISBN 3-932070-49-6
2006 Petra Holtmann/Hans Friesen, „Hagenkunst“, ardenkuverlag, Hagen 2006ISBN    
2007 Jörg Tuschhoff, Hagenbuch 2008, „Hagener Bildhauer Utz Brocksieper engagiert sich in Pampin“, ardenkuverlag, Hagen 2007,  ISBN 3-932070-79-8
2008 Land der Ideen (Hrsg.), „365 Ideen aus Deutschland, die in die Zukunft tragen“, DuMont Reiseverlag, Ostfildern 2008,  ISBN 978-3-7701-8212-1