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Zeichnung

Alfred Schmidt (*1930 - ✝1997)

Geburtsort >

Bergisches Land

Alfred Schmidt

KURZ-BIOGRAPHIE

Bis Mitte der 70er Jahre beschäftigte sich Schmidt überwiegend mit Design. Er wurde Art-Direktor der Düsseldorfer Werbeagentur "Troost“ und leitete die Entwurfsabteilung „form“. Viele interessante Entwürfe entstanden in dieser Zeit. So entwarf Alfred Schmidt 1965 für die Firma Bayer-Leverkusen einen Flugwagen, der sowohl am Straßenverkehr, als auch am Luftverkehr teilnehmen sollte.

1969 entwickelte er die Essigflasche für Hengstenberg, die fast jeder schon einmal in seinen Händen hielt, um nur zwei der zahlreichen von Alfred Schmidt entworfenen Produkte zu nennen.

1969 entwickelte er einen Stapelballon, der mit dem „World Star 1970“ für hervorragendes Design prämiert wurde und sich heute in der Sammlung „Design des 20. Jahrhunderts“ im „Museum Of Modern Art“ in New York befindet. Als Folge davon erhielt Alfred Schmidt eine Gastprofessur für den Bereich Design an der Universität von Buenos Aires.

Schon seit 1972 beschäftigte sich Alfred Schmidt mit der Idee, auf den Bergwerken des Ruhrgebietes „unter Tage“ zu malen und zu zeichnen.

Aber erst 1975 konnte er dieses Vorhaben in die Tat umsetzen. In diesem Jahr siedelte er, gemeinsam mit seiner Frau, der Künstlerin Monika Schmidt, ins Ruhrgebiet um. In der Folgezeit entstanden die ersten Zeichnungen aus der Welt der Bergleute.

1977 erschien Alfred Schmidts Buch „unter Tage“.

1979 folgte eine Ausstellung in der Landesvertretung von NRW in Bonn

1981 fand die „Aktion Bilderwagen“ statt, die erste, einer langen Reihe von spektakulären Kunstaktionen im öffentlichen Raum. Alfred Schmidt wanderte damals mit einem Handkarren, auf den seine Bilder gespannt waren, in 50 Tagen durchs Ruhrgebiet.

1981 wurde er als Reaktion auf diese Kunstaktion zum ersten Ehrenbürger des Ruhrgebiets ernannt

1979 – 1982 griff der Künstler immer wieder die Aktion „Familienbefahrung“ auf. Beim Kaffee sprach er mit Bergarbeiterfamilien über Kunst und Kultur

1983 Gründung des „Kulturhauses Bergmannsglück“ auf dem gleichnamigen Zechengelände

1984 – 1990 Künstleraustausche: Ausländische Künstler erhielten ein Stipendium und arbeiteten drei Monate am Thema Ruhrgebiet

1986 – 1988 Hielt Alfred Schmidt 80 Vorträge in Schulen zum Thema „Was ist eine Zeche“

1989 Zum 100-jährigen Bestehen der IG Bergbau und Energie fanden unter dem Titel „Arbeit und Leben, Bergbau und Bergleute“ 180 Ausstellungen gleichzeitig mit jeweils 30 Bildern im öffentlichen Raum statt. Alfred und Monika Schmidt betreuten diese Ausstellungen tagtäglich und suchten ständig das Gespräch mit den Menschen auf der Straße

1989 – 1992 arbeitete Schmidt am U-Bahnhof „Consolidation“ in Gelsenkirchen Bismarck an der Marschallstraße. Mit diesem „Bahnhof für die Bergleute“ schuf der Künstler mehr als eine U-Bahnstation, er vermittelte durch eine spezielle Konstruktion der beiden 100 Meter langen und vier Meter hohen Emailleplatten einen echten Einblick in die Welt unter den Füßen der Besucher.

1990 Aktion „Kunst als Lebensmittel“ – Bilder und Gespräche in Krankenhäusern der Bundesknappschaft

1990 Aktion „Bilder von Kumpel und Kohle im Kraftwerk“ in Bremen, für die die Bilder auf einem Kohlenschiff nach Bremen transportiert wurden

1990 erschien das Kinderbuch „Doppelter Geburtstag“ – eine Geschichte für Große und Kleine. Text von Jürgen Groß (Stipendiat im Kulturhaus Bergmannsglück), Bilder Alfred Schmidt

1994 Soziokulturelle Aktion im Kraftwerk „Westfahlen“

1994 Unter-Tage-Ausstellung „Befunde zur Wirklichkeit“

1995 „Raumfahrt ins Innere der Erde“ – Eine Ausstellung im „Deutschen Museum“ München

1995 Ausstellung in der Galerie „Athenaeum“ in Kopenhagen

1996 Entwurf „Landmarke Ruhr“ (nicht mehr verwirklicht)

1996 Aktion „Bilderschiff“: Auf einem Binnenschiff wurde beidseitig ein Gestell aufgebaut, an welchem wetterfeste, auf Planen gedruckte Bilder Alfred Schmidts befestigt wurden. So fuhr das Binnenschiff durch Deutschland, hielt in jedem Hafen, wo es nur möglich war, um den Menschen überall einen Eindruck von der Arbeit und sozialen Lage der Bergleute zu vermitteln. An Bord war natürlich der Künstler selber.

1996 Beteiligung an vielen Mahnwachen zur Erhaltung des Ruhr-Bergbaus

1997 Ausstellung im Landtag zu Düsseldorf

1997 Entstehung der Schiffsbaubilder auf der „Vulkan Werft“

1997 Druck der Postkartenserie „Aus dem Vegesacker Tagebuch“

Dies alles und noch vieles mehr hat Alfred Schmidt in seinem Leben geschaffen.

1997 Alfred Schmidt verstirbt im Dezember

STUDIUM

1950 – 1954 Studium der Malerei, Design und Architektur bei Professor Oberhoff und Professor Krause in Wuppertal, Studienkollege von Wolf Vostell und Joseph Beuys

MEILENSTEINE

1981 Ernennung zum Ehrenbürger des Ruhrgebiets

AUSSTELLUNGEN

August 1981 zog der Künstler mit einem Handwagen, gespickt mit seinen Bildern 50 Tage lang durch das Ruhrgebiet. Nach dem Motto: „Wenn der Prophet nicht zum Berg kommt...“ wollte der sozialengagierte Künstler vor allem jene erreichen, die eigentlich nie ein Museum betreten.

Im März 1989 fand eine Großausstellung des Künstlers an 180 Stellen im Revier statt. Viele Plätze des gesellschaftlichen Lebens wurden 65 Tage lang durch je 10 eigens konstruierte, 3-eckige Holzständer, mit den Bildern Alfred Schmidts plakatiert, geschmückt. Während dieser Zeit verbrachte der Künstler einen Großteil seiner Zeit an den Ausstellungsplätzen um die Leute auf die Probleme der Bergleute aufmerksam zu machen und mit ihnen zu diskutieren.

Im Dezember 1995 begann die Ausstellung „Mensch und Maschine im Inneren der Erde“ im Deutschen Museum München. Wegen der hohen Besucherzahlen wurde die für drei Monate geplante Ausstellung für weitere drei Monate verlängert.

Bald schon hatte der Künstler eine weitere Idee, auf ausgefallene Weise seine Bilder der Bevölkerung nahezubringen, die Aktion „Bilderschiff“ wurde geboren. Auf einem Binnenschiff wurde beidseitig ein Gestell aufgebaut, an welchem wetterfeste, auf Planen gedruckte Bilder Alfred Schmidts befestigt wurden. So fuhr das Binnenschiff 1996 durch Deutschland, hielt in jedem Hafen, wo es nur möglich war, um den Menschen überall einen Eindruck von der Arbeit und sozialen Lage der Bergleute zu vermitteln. An Bord war natürlich der Künstler selber.

Nach seinem Tod erfolgten Ausstellungen mit seinen Arbeiten im Kunstverein Hannover, in der Kunsthalle Düsseldorf und im Kölnischen Kunstverein.

BILDNACHWEIS

© Monika und Kira Schmidt

LITERATUR

Alfred Schmidt: Unter Tage, Bilder und Texte aus einer Grube, mit einem Geleitwort von Robert Wolfgang Schnell. Marl 1977.