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La Tortuga

Marl

Eckdaten

Künstler: Wolf Vostell (1932 - 1998)
Standort: Creiler Platz 1, Marl

Foto: Glaskasten, Marl

 

Beschreibung

In der größten von Wolf Vostell geschaffenen Erlebnisplastik arbeitete der Künstler mit Gegensätzen. Die langsame Schildkröte (span. la tortuga) wird einer schnellen Lokomotive mit Anhänger gegenübergestellt. Die Lok gilt als Symbol für das Industriezeitalter, die im 19./20. Jahrhundert Europa prägte. Für die Industrialisierung war die Kohlenförderung wie die im späteren Ruhrgebiet besonders wichtig.  Vostell, Sohn eines Eisenbahnschaffners, verwendete für seine Plastik eine Güterzuglokomotive aus dem Zweiten Weltkrieg. Diese brachte Material an die Front, aber auch Menschen ins Konzentrationslager. Aus dem Anhänger hört der Besucher Stimmen von Zeitzeugen sowie Psalme aus der Lutherbibel. In ihnen werden die Wünsche und Ängste der Holocaustopfer deutlich, aber auch ihre Dankbarkeit für das Überleben. »La Tortuga« steht sinnbildlich für das Ende des maschinellen Zeitalters und der Menschlichkeit. Die Räder der Lok und des Anhängers ähneln den Füßen einer auf dem Rücken liegenden Schildkröte, die stirbt, wenn sie sich nicht umdrehen kann. Wolf Vostell beschäftigte sich in seinen Werken oft mit der Zeit des Nationalsozialismus und war ein politischer Künstler. Er versuchte Kunst und Leben zu verbinden und griff in »La Tortuga« die deutsche Situation Ende des 20. Jahrhunderts auf. Die Plastik wurde zunächst für den Anhalter Bahnhof in Berlin anlässlich des 750-jährigen Stadtjubiläums geschaffen. 1993 fand sie ihren endgültigen Standort vor dem Stadttheater Marl, das 1952 als erstes nach 1945 gebaut wurde und einen Neuanfang für die Kunst darstellt.

Autorin: Britta Bley

La Tortuga