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1933

Bücherverbrennung in Essen und im Ruhrgebiet

Essen Ruhrgebiet

Am 21. Juni 1933 werden in Essen wie in vielen anderen Städten des Ruhrgebiets Bücher politisch nicht akzeptierter Schriftsteller verbrannt. „Dieses Geschreibsel wird nun heute in Flammen aufgehen“, sagt in seiner Rede zur Verbrennung der NS-Bibliotheksleiter von Essen, Richard Euringer. Damit beginnt die Verfolgung unliebsamer Künstler mit Gewalt auch im Ruhrgebiet.

1933

Die neun Gemälde der Figurengruppen von Oskar Schlemmer

Essen Ruhrgebiet

an den Wänden des Brunnenraums im Museum Folkwang werden wahrscheinlich vor seiner Entlassung noch von Gosebruch selbst, als Schutz vor deren Zerstörung, magaziniert. Von diesen wurde 1937 eins („Wandbild mit fünf Knaben“) in der Ausstellung „Entartete Kunst“ in München gezeigt (5. Raum Nr. 16069) , die acht anderen wurden in einer im August 1937 durchgeführten weiteren Beschlagnahmung eingezogen und nach Berlin verbracht. Ihr weiterer Verbleib ist unbekannt. Der Nachfolger Gosebruchs, der Nationalsozialist Dr. Klaus Graf von Baudissin (1891-1961), schrieb unmittelbar nach seiner Berufung 1934 einen künstlerischen „Ideen-Wettbewerb zur Gestaltung der Wandflächen und der Kuppel des runden Eingangsraumes mit dem Minne-Brunnen“ für Künstler bis 41 Jahre aus, für den 244 Vorschläge eingereicht wurden. Der Gewinner des Wettbewerbs, Karl-Heinz Wahl aus Berlin, hat keinerlei nachwirkende Bedeutung gewonnen und sein Vorschlag wurde nicht realisiert.

Junge deutsche Kunst Folkwagenwettbewerb © Folkwang Museum, Essen
1933

Ausstellungsprogramm mit als „entartet“ eingestuften Künstlern

Außerhalb des Ruhrgebiets

Der Mülheimer Museumsdirektor Werner Kruse (1886-1968) setzt sein Ausstellungsprogramm mit als „entartet“ eingestuften Künstlern (Christian Rohlfs, Käthe Kollwitz, Karl Schmidt-Rottluff, Otto Pankok) fort. Bei der Enteignungsaktion der Nationalsozialisten im August 1937 werden 15 Werke deutscher Künstler (u.a. Franz Marc, August Macke, Emil Nolde) eingezogen. Beim großen Luftangriff auf Mülheim im Jahr 1943 gehen ca. 80% des Museumsbestandes verloren.

1934

Neuordnung der Sammlung des Kunst- und Gewerbemuseums,

Dortmund

Ausrichtung zum Kunstmuseum und Erweiterung des Museums um weitere Kunstobjekte.

1934

Albert Renger-Patzsch verlässt die Folkwang-Schule in

Essen

Der Fotograf Albert Renger-Patzsch (1897-1966) gibt wegen politischen Streitigkeiten mit der NS-Kulturverwaltung seine Lehrtätigkeit an der Folkwang-Schule auf. Renger-Patzsch, der in Essen die Tradition der Industrie-Fotografie verortete, verlor 1944 durch einen Bombenangriff einen Großteil seines Werkes.

1934

Ruhr Museum

Essen

Das bis zu diesem Jahr unter dem Namen ‚Museum für Natur- und Völkerkunde‘ bekannte Museum wird in ‚Ruhrlandmuseum‘ umbenannt. Erst am 9.I.2008 wird das Museum in eine selbständige Stiftung umgewandelt und führt seitdem den Namen ‚Ruhr Museum‘, dessen Sitz seitdem im Weltkulturerbe Zeche Zollverein ist.

Ruhrmuseum
1934

"Entartete" Kunst

Hagen und Dortmund

Der damalige Oberbürgermeister der Stadt Dortmund war Fürsprecher der Übernahme der Ausstellung ‚Entartete Kunst‘, die 1933 von der Stadt Dresden aus dem Besitz der eigenen Museen zusammengestellt worden war, dort im Lichthof des Rathauses zum ersten Mal präsentiert wurde und bis 1937 als eigenständige ‚Femeschau‘ in zahlreichen deutschen Städten gezeigt wurde. In kleinerer Form war sie auch schon 1934 in Hagen zu sehen. Sie nahm damit der bekannten, 1937 in München eröffneten Ausstellung gleichen Titels den Namen vorweg, wobei die Kunstwerke der Dresdener Ausstellung in die Münchener übernommen wurden. Die beiden Ausstellungen im Ruhrgebiet zeigen die frühe aktive Zersetzung der Kunst durch die faschistische Ideologie auch hier.

1935

Kunstring Folkwang

Essen

Umbenennung des Kunstvereins in ‚Kunstring Folkwang‘ aus politischen Gründen. Es finden keine Vorträge mehr zur modernen oder zeitgenössischen Kunst statt, aber auch nicht zur offiziellen Kunst der Nazis.

1936

Dr. Klaus Graf von Baudessin wird Direktor des Folkwang Museums

Essen

Das SS-Mitglied Dr. Klaus Graf von Baudessin wird von den Nationalsozialisten zum Direktor des Folkwang-Museums ernannt. Er verkauft das Gemälde „Impression“ von Wassilij Kandinsky, das er als “charakteristisches Dokument des Irrweges einer kompasslosen Zeit“ bezeichnet.

1937

Beschlagnahmung mehrerer Werke

Hagen

Am 6. Juli und am 24 .August werden die Bestände des Hagener Städtischen Museums durch eine von den Nazis eingesetzte Kunstkommission nach „entarteter Kunst“ durchsucht und mehrere Werke beschlagnahmt.

1937

Durchsuchung des Märkischen Museums

Witten

Am 24. August werden auch die Bestände des Märkischen Museums in Witten durch die Kunstkommission der Nazis durchsucht. Im gleichen Jahr wurde der Museumsdirektor Peter Emil Noelle (1885-1953) von den Nationalsozialisten abgelöst, der aber von 1946 bis 1953 erneut in das Amt eingesetzt wurde. Noelle, der im Dritten Reich als Verfechter der expressionistischen Kunst galt, stand auf der anderen Seite ideologisch dem Regime sehr nahe. Er ist insofern eine interessante Persönlichkeit, weil an ihm die innere Zerstrittenheit der damaligen Kunstideologie nachzuvollziehen ist: Der innerhalb der Nazi-Kulturpolitiker geführte Streit, ob die expressionistische Kunst die eigentliche „deutsche“ Kunst der Moderne ist oder aber als „entartete Kunst“ zu behandeln, wurde von ihm positiv beantwortet, nach 1937 aber offiziell zu Ungunsten der Expressionisten entschieden. Aus diesem Grund musste Noelle 1937 seinen Platz räumen.

1937

Ausstellung „Entartete Kunst“

Außerhalb vom Ruhrgebiet

Die Ausstellung „Entartete Kunst“ mit Werken einiger Künstler aus dem Ruhrgebiet: Karel Niestrath (1896-1971), Christian Rohlfs (1849-1938), Milly Steger (1881-1948), Bernhard Hoetger (1874-1949) … wird im Haus der Kunst in München (19. Juli bis 30. November 1937) eröffnet und wandert dann in sich ändernden Formen durch ganz Deutschland.

1937

"Kommission zur Reinigung der Deutschen Museen"

Essen

Im Juli werden durch die „Kommission zur Reinigung der Deutschen Museen“ 59 Gemälde des Museums Folkwang beschlagnahmt. Einige von diesen werden in der Ausstellung “Entartete Kunst“ in München gezeigt. Einen Monat später werden bei einer zweiten Beschlagnahmeaktion ‚entarteter Kunst‘ über 1000 Werke des Musem Folkwangs konfisziert. Damit ist die Sammlungsstätte für zeitgenössische Kunst zerstört.

1945

Wiedereröffnung des Museums

Hagen

als Karl Ernst Osthaus Museum.

1945

Zerstörung Grillohaus

Essen

Am 11. März wird das Gebäude des Museum Folkwang, das Grillohaus, bei einem Luftangriff zerstört.