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1900

Sozialentwicklung

Ruhrgebiet

Die Befriedung der schwelenden sozialen Fragen, der neue Wohlstand und ein gesteigertes ästhetisches Bewusstsein der oberen sozialen Schichten (Unternehmer und Bildungsbürgertum) drücken sich auch im Städtebau, in der Architektur und in der Kultur aus. Die verschiedenen Richtungen in ihrer soziologisch-ästhetischen Haltung findet man in so unterschiedlichen Unternehmerpersönlichkeiten wie Friedrich Alfred Krupp (1854-1902) und Karl Ernst Osthaus (1874-1921) wieder. Krupp sieht sein Engagement für Kultur und ästhetisch orientierte Sozialentwicklungen darin begründet, dass das Wohlergehen seiner Angestellten und Arbeiter dem Betriebsklima und damit der Firma selbst zu Gute kommt, wohingegen Osthaus mit dem „Der Hagener Impuls“ nicht auf Firmenvorteile aus ist, Kunst und Kultur als Bildungsfaktor sieht, mit dem er Leben und Kunst vereinen und damit das Leben der Menschen verbessern kann. Ist mithin Krupps Haltung eine sozialpolitisch-ökonomisch begründete, so die von Osthaus eine idealistisch-menschliche, wenn auch industriebezogene. Der Jugendstil war nicht von ungefähr mit seinen freien, geschwungenen Formen die Kunstrichtung der Zeit, die für eine neue moderne und in die Zukunft orientierte Gesellschaft stand.

Geschichtsbeitrag 1900 Zeche Zollern
1901

Karl Ernst Osthaus kauft sein erstes bedeutendes Kunstwerk der Moderne:

Hagen

Auguste Renoirs (1841-1919) „Lise mit dem Sonnenschirm“ für 18 000 Mark („Der Renoir ist so rasend schön, dass ich nicht widerstehen konnte.“) und legt damit die Basis für seine Kunstsammlung, die durch weiter folgende Anschaffungen (Cezanne, van Gogh, Gauguin u.v.a.) zu einer der wichtigsten der Zeit wurde.

Renoir Lise Pierre Auguste Renoir: Lise – La femme à l'ombrelle, 1867, Öl auf Leinwand, 184 x 115,5 cm, Museum Folkwang, Essen. © Museum Folkwang, Foto: Jens Nober
1901

Gründung des Essener Museumsvereins

Essen

1902 hat dieser schon 312 Mitglieder. Ziel ist es, ein Museum zur Pflege der Volksbildung zu gründen und eine Sammlung moderner Kunst anzulegen. Aus diesem Museumsverein geht später der Kunstring Folkwang hervor.

1902

Änderung des Museums für Naturwissenschaften in ein Museum für Moderne Kunst,

Hagen

das erste seiner Art in der Welt. Ausschlaggebend für die Umwandlung war Henry van de Velde (1863-1957), belgischer Künstler des Jugendstils und Architekt, der als Berater und Architekt von Karl Ernst Osthaus (1874-1921) diesen zu dem Schritt überreden konnte. „Van de Velde gehört zu den wenigen Leuten, die ich kritiklos bewundere.“, äußerte sich Osthaus über den Künstler. Name des Museums: Folkwang-Museum (Folkwang= ‚Halle des Volkes‘, stammt aus der Edda, dem germanischen Götterlied, in der sie der ‚Saal der Freya‘ ist, der Göttin der Liebe und Schönheit).

Geschichtsbeitrag 1902 Änderung des Museums für Naturwissenschaften in ein Museum für Moderne Kunst,
1904

Gründung der Handwerker- und Kunstgewerbeschule,

Dortmund

die auch die Aufgaben einer Kunstschule wahrnahm.

1904

Eröffnung des Museums der Stadt Essen

Essen

am 4. Dezember durch den Essener Museumsverein, der 1901 auf Betreiben des Kruppschen Bildungsvereins und des Historischen Vereins für Stadt und Stift Essen gegründet worden war. 1911 umbenannt in „Museum der Stadt Essen für Heimat-, Natur- und Völkerkunde“, das heute das Ruhr Museum im UNESCO-Welterbe Zollverein bildet.

1905

Museum Folkwang

Hagen

Karl Ernst Osthaus (1874-1921) zeigt in Hagen die erste Ausstellung von Werken Vincent van Goghs (1853-1890) in einem deutschen Museum. Schon 1902 hat er als erster deutscher Museumsleiter, beraten durch Henry van de Velde (1863-1957), van Goghs Bild ‚La moisson‘ (die Ernte) von 1889 angekauft und zur Eröffnung seines Museums im selben Jahr gezeigt. Bis 1905 kamen zwei weitere Gemälde hinzu. Als er in Kontakt kam mit der Vertreterin der Familie van Gogh, Johanna Cohen-Gosschalk-Bonger (1862-1925, der ehemaligen Frau von van Goghs Bruder Theo), erbat er ein Konvolut von Gemälden und Zeichnungen. Elf Gemälde und etliche Zeichnungen stellte er zusammen mit den schon erworbenen Werken des Künstlers aus. Aus den Leihgaben kaufte er dann noch weitere Arbeiten für die Sammlung an, besonders auch Zeichnungen. Mit all diesen Initiativen begann unter den Museen und Kunstsachverständigen in Deutschland ein gesteigertes intensives Interesse an dem holländischen Künstler, seinem Leben und Werk.

 

Vincent van Gogh, die Ernte

Geschichtsbeitrag 1905
1906

Ausgliederung der Städtischen Kunstsammlung aus dem Stadtmuseum

Essen

und Gründung des Städtischen Kunstmuseums Essen im Grillohaus, Burgstraße 14.

Geschichtsbeitrag 1905 Ausgliederung der Städtischen Kunstsammlung aus dem Stadtmuseum
1906

Bau des Hohenhofs durch Henry van de Velde (1863-1957)

Hagen

im Auftrag von Karl Ernst Osthaus (1874-1921). Es ist das bedeutendste Gebäude, das Osthaus errichten ließ, und das - in reinem Jugendstil errichtet - als Gesamtkunstwerk gelten muss, da der Architekt sowohl den architektonischen Entwurf wie alle im Inneren enthaltenen Gegenstände – Teppiche, Lampen, Möbel etc. – gestaltete. Auch haben Künstler wie Henri Matisse (1869-1954), Ferdinand Hodler (1853-1918) und Edouard Vuillard (1868-1940) Malereien in die Innenarchitektur eingepasst und künstlerisch integriert. Das zentrale Gebäude des Hohenhofs war Zentrum der städtebaulichen Weiterentwicklung, die in dem Schlagwort „Hagener Impuls“ zusammengefasst wird.

Hohenhofs Hagen © VG BILD-KUNST, Bonn, 2014 Foto: Willy Moll, Hagen
1908

Gründung des Museumsvereins

Dortmund

für ein Kunst- und Gewerbemuseum.

1909

Grundstein für das Kunstmuseum

Mülheim an der Ruhr

Der Ankauf der privaten Kunstsammlung von Robert Rheinen (1844-1920) durch die Stadt Mülheim legt den Grundstein für das Kunstmuseum, das damals gegründet wurde.

1909

Museumsbau des Vereins für Orts- und Heimatkunde

Witten

in der Grafschaft Mark zu Witten an der Husemannstraße, der jedoch im Zweiten Weltkrieg völlig zerstört wurde.

1910

Essener Kunstverein

Essen

Der Museumsverein geht in den Essener Kunstverein über und zieht ins Kunstmuseum im Grillohaus.

1911

Umbau des ehemaligen Gebäude des Oberbergamtes

Dortmund

zur Unterbringung des Städtischen Kunst- und Gewerbemuseums in 70 Räumen.

1911

Gründung der Handwerker- und Kunstgewerbeschule,

Essen

spätere Folkwangschule für Gestaltung.

1911

Der niederländisce KünstlerJan (Johan) Thorn-Prikker (1868-1932)

Hagen

der u.a. als Erneuerer der Glasmalerei in der Moderne gilt und der von 1910 bis 1918 auf Einladung von Osthaus in Hagen lebte, fertigt auf Vorschlag von Karl Ernst Osthaus ein großes Glasfenster im Hauptbahnhof von Hagen an. Der Titel „Der Künstler als Lehrer für Handel und Gewerbe“ weist auf die Absichten von Osthaus hin, die seinen Aktivitäten in Hagen und darüber hinaus zu Grunde liegen.

1911

Bildhauer Benno Elkan

Dortmund

Der in Dortmund geborene und mit der Stadt verbundene Bildhauer Benno Elkan (1877-1960) porträtiert u.a. in Bronzebüsten den Kunsthistoriker und Schriftsteller Carl Einstein (1885-1940) und den Düsseldorfer Kunsthändler Alfred Flechtheim (1878-1937).

1913

Generalanzeiger vom 17.09.:

Dortmund

„Warum kauft man in Dortmund nicht mal ein Werk unserer besten lebenden Meister, ehe die Gelegenheit verpasst ist? ...In Essen, Barmen, Elberfeld, Hagen ist das Bedürfnis nach zeitgenössischer Kunst lebendiger.“ (zitiert nach Dascher, S.34)

1917

Schenkung der systematisch aufgebauten kunstgewerblichen Sammlung von Gustav Lübcke (1868-1925)

Hamm

an das Museum der Stadt Hamm, dessen Leiter Lübcke bis 1925 wurde. Nach 1925 Umbenennung des Museums in Gustav-Lübcke-Museum.

1919

Lyonel Feininger Ausstellung

Hagen

Karl Ernst Osthaus (1874-1921) organisierte in seinem Hagener Folkwang Museum eine große Lyonel Feininger (1871-1956) Ausstellung, wohl eine der ersten Museumsausstellungen dieses Künstlers in Deutschland. Im gleichen Jahr wurde der Künstler von Walter Gropius (1883-1969) zum ersten Bauhausmeister und als Leiter der Druckwerkstätte an das neu gegründete Bauhaus in Weimar berufen. Wie einflussreich diese Ausstellung für das Ruhrgebiet war, zeigen die beiden Bewerbungen von zwei jungen Künstlern aus Hagen - Heinrich Brocksieper (1898-1968) und Reinhard Alexander Hilker (1899-1961) – zur Aufnahme in die Klasse von Feininger an das Bauhaus. Sie beriefen sich bei ihrer Bewerbung auf die Hagener Präsentation und gehörten damals zu den ersten Schülern der avantgardistischen Kunstschule.

Geschichtsbeitrag 1919 Lyonel Feininger Ausstellung
1920

Bauauftrag für ein großes ’Lager-Haus‘ an Peter Behrens

Oberhausen

Der Designer, Grafiker, Maler und Entwerfer Peter Behrens (1868-1940), der wohl wichtigste deutsche Industriedesigner in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts, gewinnt 1920 einen Wettbewerb für den Bau eines großen Industriekomplexes (Lagerhaus, Hauptverwaltung III  mit einem Torhaus) der Gutehoffnungshütte in Oberhausen. Im gleichen Jahr erhält er auch den Bauauftrag. Das Gebäude bedeutet ein mächtiges Zeichen der neuen Macht der Industrie kurz nach dem Ersten Weltkrieg. Der Plastizität und Raum in strenger horizontaler und vertikaler Planung verschränkende Baukörper (deStijl und die frühe Architektur des US-Amerikaners Frank Lloyd Wright (1867-1959) stehen Pate) bildet bis heute mit den großen freien Kompositionen der Glasmalereien des bedeutenden niederländischen Künstlers Johan Thorn Prikker (1868-1932) im Treppenhaus ein wichtiges Denkmal der künstlerischen Industriearchitektur der Modernen. Heute bietet der Komplex seit 1998 Heimstatt für das ‚Rheinische Landesmuseum für Industrie- und Landesgeschichte‘

Geschichtsbeitrag 1920 Bauauftrag für ein großes ’Lager-Haus‘ an Peter Behrens
1921

Gründung der Städtischen Gemäldegalerie

Bochum

mit Ausstellungsräumen in der Ammoniak-Verkaufsvereinigung auf der Wittener Straße. 1926 zieht man in eine Bürgervilla (Villa Nora) in die Kortumstraße um. Es war der für die Kultur zuständige Stadtrat Wilhelm Stumpf, der die Gründung anregte und meinte, sie möge „den Kunstsinn unserer schwer arbeitenden Bevölkerung beleben und bilden.“

1922

Verkauf der Kunstsammlung mit dem Namen „Folkwang-Museum“

Essen Hagen

nach dem Tod von Karl Ernst Osthaus durch die Stadt Hagen an die Stadt Essen. Hierfür setzte sich u.a. Essens Bürgermeister Luther nachdrücklich ein. Bei dem Konvolut handelte es sich um 99 Gemälde, 148 Aquarelle und Zeichnungen, 342 Druckgrafiken und 43 Skulpturen. Der Kaufbetrag wurde durch Bürger der Stadt Essen aufgebracht. Erster Museumsdirektor in Essen war Ernst Gosebruch (1872-1953), der seit 1909 am Essener Museum tätig war und dort Aufsehen erregende Neuerwerbungen der modernen Kunst schon vorher vorgenommen hat. Der Name des Museums lautete nun „Museum Folkwang“. Der Kaufbetrag von15 Millionen Reichsmark wurde auch durch die Bürger der Stadt Essen und durch das Rheinisch-Westfälische Kohlensyndikat aufgebracht.

1923

Essen

Essen

In diesem Jahr zog die in Bochum geborene Goldschmiedin Elisabeth Treskow (1898-1992) von Bochum auf die Mathildenhöhe in Essen und begründete dort eine der wichtigsten Kunstschmiedewerkstätten in Deutschland. Hier entwickelte sie die Wiederentdeckung der ‚Granulation‘ künstlerisch entscheidend weiter - eine verlorengegangene antike Goldschmiedetechnik mit kleinsten Goldkügelchen. Diese Werke gelten als die ersten, die qualitativ den antiken Meisterwerken nahekommen. 1938 fertigte Treskow hier auch die Bürgermeisterkette der Stadt Essen an. In diesen Jahren erhielt sie einige wichtige Preise, u.a. 1937 die Goldmedaille der Pariser Weltausstellung. Nach der Kriegszerstörung ihres Ateliers 1943 verließ sie Essen und erhielt nach dem Krieg einen Ruf an die Kölner Werkschulen. Zu ihren weiteren Meisterwerken gehören die Amtskette des Oberbürgermeisters von Köln, die Meisterschale des DFB („Salatschüssel“ genannt) sowie die Restaurierungsarbeiten am Kölner Dreikönigenschrein im Dom.

Abb.: Bürgermeisterkette der Stadt Essen, Foto: Peter Prengel, Stadt Essen

Geschichtsbeitrag 1923_neu
1923

Verkauf der Kunsthandwerk-Bestände des Folkwang-Museums

Hagen

an die Stadt Krefeld / Niederrhein.

1923

Wiedereröffnung Museum

Mülheim an der Ruhr

Das von 1920 bis 1923 eingelagerte Museum bekommt im Erdgeschoss des ehemaligen Landratsamtes Ausstellungsräume und wird neu eröffnet. Der Direktor Werner Kruse legt ein Schwergewicht auf Wechselausstellungen moderner deutscher Kunst, besonders des Rheinlandes.

1923

Gründung der Künstlergemeinschaft „Ruhrlandkreis“ durch Otto Wohlgemuth (1884-1965)

Ruhrgebiet

Der Bergmann Otto Wohlgemuth, der seit 1908 sich mehr und mehr als Schriftsteller und später auch als Bildender Künstler profilierte, gründet die erste Künstlergemeinschaft im Ruhrgebiet, eine Gemeinschaft von Literaten und Künstlern vor allem aus dem Ruhrgebiet. Man trifft sich zum künstlerischen Gedankenaustausch, veranstaltet Dichterlesungen und Ausstellungen und bereist das Land zu kulturhistorischen und kunsthistorischen Stätten. Die Vereinigung bestand bis 1926.

1924

Essen

Essen

Der Grafiker und Keramiker Hermann Kätelhön (1884-1940), künstlerischer Berater von Margarethe Krupp (1854-1931), Ehefrau des Firmengründers Friedrich Alfred Krupp (1854-1902), gründete in dem Atelier des damals bekannten Bildhauers Will Lammert (1892-1957) auf Geheiß der Mäzenin die ‚Keramische Werkstatt Margarethenhöhe‘, durch die die nach ihr genannte ‚Margarethenhöhe‘ mit keramischen Werken geschmückt werden sollte. Will Lammert war bis um 1927 der anerkannte Leiter der Werkstatt, trat dann jedoch zurück. 1933 zog die Keramische Werkstatt in ein Magazingebäude auf die Schachtanlage Zollverein 6/9, weil die Bewohner der Umgebung sich über Schmutzbelästigung beschwerten. Nun konzentrierte sich die Werkstatt mehr auf Baukeramik. 1968 kommt sie in den Besitz der Ruhrkohle AG und siedelt 1987 in ein Baulager der stillgelegten Zeche über. Mit der Übernahme der Leitung der Werkstatt durch die renommierte Keramikerin Young-Jae Lee (geb. 1951 Seoul/Korea) 1987 knüpfte man wieder an die künstlerisch-keramische Tradition der Gründungszeit an: „Kunst? Design? Handwerk? Irgendwie alles und davon das Beste“, beschreibt eine Kulturzeitschrift die heutigen Produkte der Werkstatt, die nun auf dem Gelände von Zollverein unweit des Choreografischen Zentrums angesiedelt ist.

Abb.: Blick in die historische Keramische Werkstatt Margaretenhöhe, Essen, 1939, Foto aus:  Heimatkalender für den Stadt- und Landkreis Essen, 1940, Fotograf: Renger.

Geschichtsbeitrag 1924 Essen
1924

Gründung des Städtischen Lehmbruck Museums

Duisburg

für Moderne Kunst mit dem Schwerpunkt des Werkes von Wilhelm Lehmbruck (1881-1919).

1924

Die erste moderne Werbeagentur

Bochum

Durch Max Burchartz (1887-1961) und den Buchhändler Johannes Canis (1895-1977) wird die „werbe-bau“ in der Kreuzstr. 10 gegründet, die als „die erste moderne Werbeagentur in Deutschland“ gilt. Die Agentur arbeitet auf der Grundlage von Typographie und Farbgestaltung des Bauhauses und hat sehr schnell großen Erfolg im In- und Ausland. Der erste Kunde ist der ‚Bochumer Verein für Bergbau und Gußstahlproduktion“. 1927 wurde Max Burchartz als Professor für Typographie an die Essener Folkwangschule berufen. 

Geschichtsbeitrag 1924 Die erste moderne Werbeagentur
1925

Josef Albers wird zum Bauhaus-Meister berufen

Bottrop

Der in Bottrop geborene und aufgewachsene Künstler Josef Albers (1888-1976) wird 1925 zum ‚Bauhaus-Meister‘ am staatlichen Bauhaus in Dessau ernannt. Von 1920 bis 1923 hatte er an dem 1919 durch Walter Gropius gegründeten Bauhaus in Weimar studiert und leitete dort seit 1923 die Bauhaus-Werkstatt für Glasmalerei. Er übernahm 1928 dort auch die Möbelklasse und wurde 1930 der stellvertretende Direktor der Institution. 1933 emigrierte er in die USA, wo sein Einfluss auf die Entwicklung der neueren amerikanischen Kunst von großer Bedeutung wurde.

Albers Josef 640x640
1926

Aufsatz „Kulturaufgaben im Ruhrgebiet“ wird veröffentlicht

Ruhrgebiet

Der in Herne geborene Journalist und Schriftsteller Adolf Potthoff (1897-1969) veröffentlicht in der Zeitschrift „Der Schacht. Unpolitische Wochenschrift für bewusste Kulturarbeit im westfälischen Industriegebiet“ (3. Jg., 2. Heft, (Bochum) 9. Oktober 1926, S. 37ff) den Aufsatz „Kulturaufgaben im Ruhrgebiet“, eine Aufarbeitung und Auseinandersetzung mit der Situation und der Zukunft der Kunst und Kultur im Ruhrgebiet der 20er Jahre des 20. Jahrhunderts.

Geschichtsbeitrag 1926 Aufsatz „Kulturaufgaben im Ruhrgebiet“ wird veröffentlicht
1927

RUHREPOS

Essen

Der Direktor der Essener Oper und Mitbegründer der Folkwangschule für Gestaltung, Rudolf Schulz-Dornburg (1891-1949) will den Dichter Bertolt Brecht (1898-1956), den Musiker Kurt Weil (1900-1950) und den Filmregisseur Carl Koch (1892-1963) zu einem Gesamtkunstwerk aus „Musik-Theater-Film“, dem RUHREPOS überreden und lädt sie ins Ruhrgebiet ein: „Das Ruhrepos soll sein, ein künstlerisches Dokument des rheinisch-westfälischen Industrielandes, seiner eminenten Entwicklung im Zeitalter der Technik; seiner riesenhaften Konzentration werktätiger Menschen und der eigenen Bildung moderner Kommunen“ (aus: Bertolt Brecht, Kurt Weil, Carl Koch, Exposé zum RUHREPOS, 1927). Das Unternehmen wurde im Jahre 1928 nicht weiter verfolgt, da es politisch nicht erwünscht war. 1994-1998 wird die Projektidee von 1927 durch den Filmregisseur Klaus Armbruster (geb. 1942) und den Musiker Wolfgang Hufschmidt (geb. 1934) zu dem Stück „RUHRWERK“ frei weiterentwickelt (Uraufführung 1998 in der Bochumer Jahrhunderthalle).

1927

Gründung der Folkwang-Schule für Musik, Tanz und Sprechen

Essen

Essens Direktor der Oper Rudolf Schulz-Dornburg(1891-1949) und der Tänzer und Choreograph Kurt Joos (1901-1979) sind die Gründungsdirektoren der am 8. Oktober in einer Feier im Saalbau gegründeten Folkwang-Schule, die im Geiste von Karl Ernst Osthaus (1874-1921) geführt werden sollte. Der große pädagogische Erfolg dieser Einrichtungen beeinflusste die kulturelle Entwicklung des Ruhrgebiets insgesamt.

1928

Umbenennung der Handwerker- und Kunstgewerbeschule

Essen

in Folkwangschule für Gestaltung

1928

Oskar Schlemmer entwirft Kostüme für das Kammertanztheater

Hagen

Der Bauhausmeister Oskar Schlemmer (1888-1943) entwirft auf Einladung des Mitarbeiters und (späteren) Leiters des Kammertanztheaters in Hagen (von 1929 bis 1931) Günter Hess (1903-1979) das Bühnenbild und die sogenannten ‚Vogelscheuchkostüme‘ für die Tanzpantomime Vogelscheuchen von Karlheinz Gutheim(1904-1987), das am 14. November 1928 uraufgeführt wurde. Günter Hess, der auch als Tänzer eines Ritters in dem Werk agierte, war dafür bekannt, gattungsübergreifend zu arbeiten. So hatte er in Dessau in der Spielzeit 1927/28 gemeinsam mit dem Künstler Wassilij Kandinsky (1866-1944), wie Schlemmer ebenfalls Lehrer am Bauhaus in Dessau, an Modest Mussorkskis (1839-1881) Bilder einer Ausstellung – Erinnerungen an Viktor Hartmann gearbeitet. Es ist zu vermuten, dass er damals auch Oskar Schlemmer kennenlernte.

1928

Ausstellung „Kunst und Technik“

Essen, Museum Folkwang

Zur Haupttagung des Vereins Deutscher Ingenieure wurde die Ausstellung „Kunst und Technik“, finanziert durch den VDI, organisiert. Sollte sie von Seiten der Industrie und Wirtschaft diese als die neuen Kunstmäzene ausweisen, so sah der damalige Essener Bürgermeister Bracht (1877-1933) die „Mission“ der Künstler im Industriegebiet darin, der „Welt der Arbeit ein Denkmal“ zu setzen „und dadurch zur Veredelung der Werktagsarbeit“ beizutragen. Ausgestellt wurden drei Gebiete: 1) das ‚Industriebild‘ 2) Porträtdarstellungen bedeutender Techniker und Industrieller 3) die künstlerische Ausführung von Urkunden, Plaketten und Medaillen. Geschickt aber ergänzte das Museum die an sich sehr konservative Präsentation durch Werke zeitgenössischer Avantgarde-Künstler wie Willi Baumeister, Max Ernst, El Lissitzky, László Moholy-Nagy sowie sogar unter der Rubrik ‚Photographie‘ mit abstrakten Werken des amerikanischen Künstlers Man Ray. Diese wenigen, aber beispielhaften Kunstwerke waren damals schon sehr umstritten und wenige Jahre später gehörten sie zur verfemten Kunst der Nazis. (vgl. hierzu: Hermann Sturm, Bemerkungen zur Kunst im Wandel von Industrie und Technik. In: Revier-Kultur, Zeitschrift für Gesellschaft, Kunst und Politik im Ballungsraum, Essen 1987, Heft 3-4, S. 134-139, hier: S. 135-137).

Ausstellung "Kunst und Technik"
1929

Wiedereröffnung des Museum Folkwang in einem Neubau

Essen

Im Mai 1929 erfolgt die Wiedereröffnung des Museum Folkwang in einem Neubau mit der erworbenen Sammlung von Karl Ernst Osthaus. Die Präsentation und Gegenüberstellung afrikanischer Plastik und expressionistischer Werke ging unmittelbar auf Osthaus in Hagen zurück. Ebenfalls übernahm der Direktor Ernst Gosebruch (1872-1953) den Gedanken von Osthaus, Künstler die Innenarchitektur mit Kunstwerken ausschmücken zu lassen. Für die große Halle gewann er Ernst Ludwig Kirchner (1880-1938), der sehr ehrgeizig von 1927 bis 1934 an diesem Auftrag arbeitete, aber schließlich nach der Ablösung Gosebruchs durch die Nazis aufgeben musste. Anders war es um die Wandgestaltung des Brunnenraums mit den 1905 von Osthaus in Auftrag gegebenen fünf knienden Knaben („Knabenbrunnen“) des Flamen George Minne (1866-1941) bestellt: Dort hatte Oskar Schlemmer (1888-1943) im Auftrag von Gosebruch mit leichten und gestaffelten Figurengruppierungen eine nicht unumstrittene Lösung geschaffen, deren dritte Version im Juni 1931 in den Wandnischen der Rotunde auf Sperrholzplatten eingepasst wurden.

1929

Kritischer Aufsatz zur „Kulturpolitik an der Ruhr“

Außerhalb vom Ruhrgebiet

In der renommierten, von Paul Westheim (1886-1963) herausgegebenen Zeitschrift „Das Kunstblatt“ (Jg. 13, Potsdam 1929, S. 291-299) veröffentlicht der Schriftsteller und Journalist Erik Reger (richtiger Name Hermann Dannenberger, 1893-1954) einen kritischen Aufsatz zur „Kulturpolitik an der Ruhr“. Sein Fazit ist: „Will man endlich vorwärtskommen, so muß man sich zu grundsätzlichen Entscheidungen aufraffen. Die Ruhr muß ein Sammelbecken junger, schöpferischer Kräfte werden, die, darauf kommt es an, nicht abgestempelt sind, sondern kämpfen und umkämpft werden. Diese Kräfte fordere man auf, zeige ihnen die Themen, die hier auf der Straße liegen: 'das wäre kulturelle Produktivität des Industriebezirks. Man sieht nicht besser aus, wenn man sein wahres Wesen hinter verbindlichen Allüren einer gesellschaftlichen Repräsentation versteckt, von denen jeder weiß, dass sie anderswo hergeholt sind' weil es an der Ruhr diese Gesellschaft einfach nicht gibt“ (zitiert nach: REVIER-KULTUR, Zeitschrift für Gesellschaft, Kunst, Politik im Ballungsraum, Heft 1, Essen 1986, S.84-89, hier: S.89). Potsdam / Berlin

1929

Die ‚GRUGA‘ findet in Essen statt

Essen

Die ‚Große Ruhrländische Gartenbau-Ausstellung‘ (Gruga) wird am 29. Juni nach einem schwierigen Anlauf eröffnet. Auf einem brachliegenden Sumpfgebiet südlich der Innenstadt wurde seit 1927 das Gelände als Ausweitung des Botanischen Gartens vorbereitet und kultiviert. Wegen zu starkem Frost konnte die Gartenausstellung aber erst im Juni 1929 eröffnet werden. Von Beginn an waren Außenskulpturen in die gärtnerischen Anlagen eingeplant. Heute ist der Park mit seinen 40 Kunstwerken ein auch für Kunstfreunde lohnendes Ziel. Sowohl von deutschen Bildhauern der Vorkriegszeit, z.B. Hermann Blumenthal(1905-1942), Philipp Harth (1885-1968), Gerhard Marx (1889-1981), Georg Kolbe (1877-1947), als auch von international wichtigen Künstlern (u.a. Alfred Hrdlicka (1928-2009), Henry Moore (1898-1986), Auguste Rodin (1840-1917)) findet man qualitätsvolle Beispiele.

1930

Das Christian-Rohlfs-Museum wird gegründet.

Hagen

Die Stadt Hagen gründet für das Werk des durch Osthaus eingeladenen, seit 1901 in der Stadt wohnenden Künstlers Christian Rohlfs (1849-1938) ein Museum, das zunächst in der Villa Elbers, zwei Jahre später in der Villa Post untergebracht wird. Rohlfs gilt als einer der wichtigen expressionistischen Künstler Deutschlands. Im Zuge der nationalsozialistischen Verfolgung der „entarteten Kunst“ wird das Museum 1938 wieder aufgelöst und Rohlfs aus der Preußischen Akademie der Künste ausgeschlossen. Im gleichen Jahr stirbt der Künstler. Heute wird dem Werk in Hagen durch das Christian Rohlfs-Archiv große Aufmerksamkeit zuteil.

1930

Gründung des „Geschichtlichen Bergbau-Museums“ in

Bochum

Auf der Basis einer der Schulung von Bergarbeitern gewidmeten Sammlung „Bergbaulicher Utensilien“ wird zwischen der Westfälischen Berggewerkschaftskasse (WBK) und der Stadt Bochum am 1. April 1930 der Gründungsvertrag des Museums beschlossen und in der alten Großviehschlachthalle des stillgelegten Schlachthofs angesiedelt. Auf diesem Gelände entsteht 1935 der Neubau von Fritz Schupp und Heinrich Holzapfel. Das heutige Deutsche Bergbau-Museum gehört zu den am besten besuchten Museen in Deutschland.

1931

Gründung des Halfmannshofs

Gelsenkirchen

als Heimstätte einer Künstlerkolonie im Sinne der Bauhaus-Gedanken, dass Künstler und Kunsthandwerker zusammenleben und-arbeiten sollten. Es war der Versuch, kreatives Schaffen in einer Arbeiterstadt zu integrieren. Der schöpferische Höhepunkt war in den Jahren 1963 bis 1980 unter der Leitung von Ferdinand Spindel mit Ausstellungen der Gruppe ZERO, Armando, Rickey François Morellet u.v.a. Im Jahre 2013/14 wurde die Existenz der Künstlerkolonie von der Stadt kritisch überdacht.

Halfmannshof aus: 50 Jahre Künstlersiedlung 1931-1981, Halfmannshof
1931

Buch "Union in fester Hand"

Außerhalb des Ruhrgebiet

Im Rowohlt Verlag Berlin erscheint das Buch „Union in fester Hand“ von Erik Reger (s.o. 1929), dessen eigentlicher Name Hermann Dannenberger (1893-1954) ist, und der als Sohn eines Grubenaufsehers in den Jahren 1919 bis 1927 als Pressereferent und Bilanzkritiker in Essen bei Krupp arbeitete. Seine Insider-Kenntnisse der ruhrgebietsindustriellen Gesellschaft „zwischen Revolution und Inflation“ (1918 bis 1928) brachte er in den kritischen Roman ein und er gibt so ein realistisches Spiegelbild der damaligen sozialen, ökonomischen, politischen aber auch kulturellen Situation wieder.

1932

Zollverein Schacht XII

Essen

wird als „die schönste und leistungsstärkste Schachtanlage der Welt“ entworfen und errichtet durch die Architekten Fritz Schupp (1896-1974) und Martin Kremmer (1894-1945) und nimmt als Vorzeigezeche einer sauberen und ästhetischen Produktionsstätte ihre Arbeit auf. Errichtet im klassischen Bauhausstil sollte die Zechenanlage eine neue Ära der Industriearchitektur einleiten. Die ausgewogene Schönheit der streng rechtwinkligen Gesamtanlage, die klare Bauweise der Gebäude aus Ziegelsteinen und die saubere Art der Kohlegewinnung und -verarbeitung, die ganz hinter den Hüllen der Ziegelsteinbauwerke erfolgte, sollte das Ruhrgebiet zu einer gesünderen und lebenswerteren Umwelt verhelfen.

Geschichtsbeitrag 1932 Zollverein Schacht XII
1933

Bücherverbrennung in Essen und im Ruhrgebiet

Essen Ruhrgebiet

Am 21. Juni 1933 werden in Essen wie in vielen anderen Städten des Ruhrgebiets Bücher politisch nicht akzeptierter Schriftsteller verbrannt. „Dieses Geschreibsel wird nun heute in Flammen aufgehen“, sagt in seiner Rede zur Verbrennung der NS-Bibliotheksleiter von Essen, Richard Euringer. Damit beginnt die Verfolgung unliebsamer Künstler mit Gewalt auch im Ruhrgebiet.

1933

Die neun Gemälde der Figurengruppen von Oskar Schlemmer

Essen

an den Wänden des Brunnenraums im Museum Folkwang werden wahrscheinlich vor seiner Entlassung noch von Gosebruch selbst, als Schutz vor deren Zerstörung, magaziniert. Von diesen wurde 1937 eins („Wandbild mit fünf Knaben“) in der Ausstellung „Entartete Kunst“ in München gezeigt (5. Raum Nr. 16069) , die acht anderen wurden in einer im August 1937 durchgeführten weiteren Beschlagnahmung eingezogen und nach Berlin verbracht. Ihr weiterer Verbleib ist unbekannt. Der Nachfolger Gosebruchs, der Nationalsozialist Dr. Klaus Graf von Baudissin (1891-1961), schrieb unmittelbar nach seiner Berufung 1934 einen künstlerischen „Ideen-Wettbewerb zur Gestaltung der Wandflächen und der Kuppel des runden Eingangsraumes mit dem Minne-Brunnen“ für Künstler bis 41 Jahre aus, für den 244 Vorschläge eingereicht wurden. Der Gewinner des Wettbewerbs, Karl-Heinz Wahl aus Berlin, hat keinerlei nachwirkende Bedeutung gewonnen und sein Vorschlag wurde nicht realisiert.

Geschichtsbeitrag 1933 Die neun Gemälde der Figurengruppen von Oskar Schlemmer
1933

Ausstellungsprogramm mit als „entartet“ eingestuften Künstlern

Mülheim an der Ruhr

Der Mülheimer Museumsdirektor Werner Kruse (1886-1968) setzt sein Ausstellungsprogramm mit als „entartet“ eingestuften Künstlern (Christian Rohlfs, Käthe Kollwitz, Karl Schmidt-Rottluff, Otto Pankok) fort. Bei der Enteignungsaktion der Nationalsozialisten im August 1937 werden 15 Werke deutscher Künstler (u.a. Franz Marc, August Macke, Emil Nolde) eingezogen. Beim großen Luftangriff auf Mülheim im Jahr 1943 gehen ca. 80% des Museumsbestandes verloren.

1933

Gleichschaltung des Dortmunder General-Anzeigers

Dortmund

Einer der erfolgreichsten und bekanntesten deutschen Pressezeichner der damaligen Zeit, der Karikaturist und Künstler Emil Wilhelm Stumpp (1886-1941) erhielt den offiziellen Auftrag, für den Geburtstag von Adolf Hitler 1933 eine seiner berühmten Porträtzeichnungen für das Titelblatt des Dortmunder General-Anzeigers, für den er arbeitete, von Hitler anzufertigen. Die streng als Profil ausgeführte Karikatur wurde als „böswillige Karikatur des Führers“ bezeichnet, die Zeitung wurde politisch durch die Nazis sofort gleichgeschaltet und Emil Stumpp erhielt Berufsverbot. Der seitdem im Reich verfolgte Künstler wurde 1940 politisch denunziert, verhaftet, verurteilt und er verstarb 1941 infolge der harten Haftbedingungen im Gefängnis.

Gleichschaltung des Dortmunder General-Anzeigers
1930

Um 1930 Ruhrgebiet/Essen

Essen

Durch die Gründung der ASSO (Assoziation revolutionärer bildender Künstler) auch in Essen und im Ruhrgebiet wurde ein Zeichen für die Notwendigkeit einer sozial orientierten Kunst in der Region gesetzt (Die Kunst müsse „stilistisch wie inhaltlich den Bedürfnissen der Arbeiterschaft angepasst werden“, wie es in dem 1928 verfassten Manifest heißt). Die Vereinigung, die vor allem in Berlin mit George Grosz, John Heartfield, László Moholy-Nagy, Otto Dix, Käthe Kollwitz u.v.a. und in Köln durch die Gruppe der Kölner Progressiven ( Franz-Wilhelm Seiwert, Heinrich Hoerle, August Sander, Otto Freundlich u.a.) prominent besetzt war, war der Ausdruck eines künstlerischen Willens gegen den aufkommenden Nationalsozialismus und war der KPD angeschlossen. Mit der Machtübernahme wurde die in ganz Deutschland tätige Gruppierung sofort verrboten.